Ratgeber- Interview:

Geld krisensicher anlegen

Alle sprechen von der Finanzkrise – was ist das aber genau?

Grob unterscheidet man Bankenkrisen, Währungskrisen, Börsenkrisen, Immobilienkrisen und, nachdem eins mit dem anderen mittlerweile so global verflochten ist, auch die Systemkrisen und Weltwirtschaftskrisen.
Für den normalen Bürger und Anleger zeigen sich Finanzkrisen am offensichtlichen in Form von Börsencrashs, einer Währungsreform nach einer massiven Geldentwertung oder ganz konkret, wenn der Anleger Geld abheben will und vom Automaten gesagt bekommt: „Die maximal auszahlbare Summe pro Tag beträgt 50 €, Sie haben leider Ihr Limit erreicht“ – oder die Bank gleich komplett dicht gemacht hat, wie EU-Bürger auf Zypern vor nicht allzu langer Zeit erlebt haben.

Finanzkrisen sind oft Kettenreaktionen, hervorgerufen durch viele Faktoren. Gibt es denn so etwas wie einen gemeinsamen Nenner, was Finanzkrisen auslöst?

Finanzkrisen sind in erster Linie Schuldenkrisen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass im Vorfeld etwas völlig aus dem Ruder gelaufen ist, und zwar der hemmungslose Aufbau von Schulden, gefördert von niedrigen Zinsen und lascher Regulierung. Ab einer gewissen Höhe bekommen Schulden in einem Zinssystem eine Eigendynamik und türmen sich von selbst auf wie eine Gewitterwolke.

Jede Kreditlinie ist irgendwann zu Ende; wenn dann aber zur Tilgung von Schulden neu gemachte Schulden die bestehenden Schulden nicht mehr am Leben erhalten können, blitzt und donnert es irgendwann. Schulden regnen sich aber leider nicht so einfach aus wie eine Gewitterwolke und verdunsten nicht…

Und irgendjemand muss dieses Ende einer Kreditlinie und das Gewitter finanzieren…

Richtig, und dass ist fast immer die Gesamtheit aller Bürger: entweder, weil ganze Unternehmen Insolvenz anmelden und Leute entlassen werden müssen oder es wird Steuergeld für die Bereinigung der offenen Posten herangezogen – dann zahlen alternativlos sehr viele für die Systemrelevanz von sehr wenigen, oder es wird gleich ein Währungsschnitt gemacht. Das ist dann die drastische, aber für jeden Staat der Welt gleichwohl elegante Art, Schulden zu Lasten der Allgemeinheit verdunsten zu lassen.

Und doch scheinen nicht alle gleichermaßen von einer Finanzkrise betroffen zu sein, oder?

Das drückt das Wort „Krise“ selbst schon aus, wo es im griechischen Ursprung Trennung, Entscheidung bedeutet. In jeder Finanzkrise kann unterschieden werden zwischen Krisenverlierern und Krisengewinnern. Der Gewinner profitiert in Finanzkrisen vom Geld- und Werteverfall, indem er für ein Apfel und ein Ei enorme Besitztümer anhäufen kann durch die Übernahmen von Immobilien und Unternehmen. Da muss man in der Geschichte nicht allzu weit zurückgehen, um Paradebeispiele zu finden.  Wie Finanzkrisen im Nachgang von Kriegen dazu benutzt werden, um zur eigenen Entschuldung besiegten Ländern das Wertvollste zu nehmen, was sie haben - nämlich ihr Wissen um Technologien -, das zeigt das Buch „Unternehmen Patentenraub 1945: Die Geheimgeschichte des größten Technologieraubs aller Zeiten“ im Detail.

So wird jede Krise oft zu einem Umverteilungsvorgang, der in unserem Zins-und Schuldensystem ja ständig und schleichend stattfindet. In der Finanzkrise oder anhand eines Börsencrashs sieht man das nur komprimiert in einem kleinen zeitlichen Rahmen und auf engstem Raum.

Die große Frage ist natürlich, wie ich mich vor den Folgen einer Finanzkrise schützen kann!

Das ist letztlich die Frage nach der sicheren Geldanlage, und das ist ein weites und heftig diskutiertes Feld. Ich bin da ganz pragmatisch und schaue, dass ich nicht zu denen gehöre, die nach Finanzkrisen am meisten verlieren: Und das sind als erstes Inhaber von Zinsanlagen und Inhaber von Schulden.

Jede Geldanlage, die in irgendeiner Form Zinsen bringt, also Teil des Zinssystems und damit Teil der allgemeinen Banken-und Versicherungswirtschaft ist, setzt sich hohen Risiken aus – durch Inflation sowieso und akut durch Krisen. Die liebsten Finanzprodukte, die vom Staat propagiert werden – meist als sog. Altersvorsorge von Banken oder Versicherungen vertrieben, sind am meisten durch Krisen gefährdet.

Ich habe hier schon so manchen Ökonom staunen sehen, wenn es darum geht, wie sich der Staat trickreich und effektiv in vielfacher Hinsicht so größten Belastung seiner Bürger entschulden und damit so manche vergangene Finanzkrise tilgen kann: Er empfiehlt indirekt Geldanlagen, in dem er per Gesetz zulässt, dass sie Altersvorsorge genannt werden dürfen. So steuert er die Geldflüsse im eigenen Land und der gutgläubige Bürger, der noch immer auf mit Milliarden beworbene Begriffe hineinfällt, zahlt mit den immensen Kosten dieser Geldanlagen für vergangene Finanzkrisen und potenziell für zukünftige, wenn das in die Altersvorsorge hineingesparte Geld konfisziert wird, wie es im Versicherungsanlagengesetz niedergelegt ist. Ehrlich gestanden: Ich neige dazu, der gleichen Meinung zu sein.

Und verschuldete Leute, meistens durch ihre Häuschen oder ihr Unternehmen, merken in einer Finanzkrise schnell, dass ihre Häuschen oder Unternehmen plötzlich nicht mehr so viel wert sind, wie es der Besitzer glauben wollte. Die Schulden aber werden einem nicht abgenommen, das Häuschen oder Unternehmen aber ganz schnell. Banken sind hier ja regelrecht berühmt, nicht gerade zimperlich zu sein, wenn der Schuldner auf Dauer oder akut nicht mehr zahlen kann.

Und was ist mit Edelmetall als Krisensicherung?

Natürlich werden gewisse Sachwerte wie auch Edelmetall immer einen gewissen Wert erhalten. Dann halte ich aber für Jahrzehnte ein Pflaster in der Hand, dass ich höchstens nur wenige Wochen brauche. Für mich verdienen Geldanlagen nur dann ihren Namen, wenn sie Renditen abwerfen.
Dann halte ich mein Geld lieber liquide, aber über ein Währungsanlagekonto in einer anderen Währung als dem Dollar oder noch schlimmer dem Euro.

Eine andere Möglichkeit für Leute, die so konservativ wie in Edelmetall investieren wollen, aber gleichzeitig Erträge erwirtschaften möchten, könnten sich Grund und Boden kaufen, diesen aber bewirtschaften lassen und Lebensmittel produzieren. Das ist auch eines meiner vorrangigen Investments in Krisenzeiten und gibt Krisensicherheit bei gleichzeitig hoher, laufender und auf Jahrzehnte angelegter Rendite. Und die Leute, von denen ich gelernt habe, machen das nochmal ganz anders.

Was sind das für Leute und welche Rezepte nutzen sie, um sich vor Finanzkrisen zu schützen?

Das sind Leute, die als sog. institutionelle Anleger auftreten und denen sehr große Geldmengen anvertraut sind. Die müssen sich noch einmal ganz andere Gedanken machen in Bezug auf Krisen, weil ihre Verluste viel größer wären. Das Sicherheitsbedürfnis solcher Leute ist enorm, denn auch sie wissen, dass ihnen kein Staat mit Steuergeld Verluste ausgleicht, wenn sie das Zocken beginnen würden mit Derivaten, sonstigen Wertpapieren oder Schrottimmobilien. Pensions-und Rentenkassen sind sprichwörtlich zur Sicherheit verpflichtet, um das fürs Alter angesparte Geld auszahlen zu können. Die Verwalter solcher Geldmengen sind extrem konservativ eingestellt, sind sich dabei aber auch im Klaren, dass sie über Jahre hinweg Niedrigzinsphasen und beachtliche Inflationsraten kompensieren müssen durch entsprechende Renditen. Dieser Spagat – Sicherung des Geldes bei gleichzeitigem Vermehrungsanspruch – ist sportlich und dennoch machbar; deren Strategien wollte ich mir ab schauen.

Wie funktioniert also deren Krisenschutz?

Indem sie ihre Vermögen in Wirtschafts-und Geldkreisläufen integrieren, die für die Gesellschaft unverzichtbar sind. Wenn Regierungen denken, einzelne Banken wären unverzichtbar und müssten gerettet werden, dann gilt das im Krisenfall noch viel mehr für Dinge, ohne die eine Gesellschaft komplett aufgeschmissen wäre.

Und hier reden wir über Infrastruktur, also alles, was unsere Gesellschaft strukturiert, damit sie mobil ist, kommunizieren und produktiv sein kann. Das betrifft etwa so Grundlegendes wie Straßen-und Wassernetze, Handymasten und Satellitenkommunikation, Trinkwasser, Energieversorgung, Bildungseinrichtungen und Versorgungseinrichtungen für junge, kranke und alte Menschen. Ich könnte hier noch lange Aufzählungen machen und es bliebe doch unvollständig.

Und der Krisenschutz liegt jetzt genau worin?

Dass man schaut, sein Geld weltweit, über Währungs-und Zinsräume und Branchen hinweg in Infrastrukturprojekte zu packen, die entweder im Aufbau sind oder, wenn man sich mit kleineren Renditen zufrieden gibt, indem man in Infrastrukturprojekte investiert, um sie zu erhalten und Einnahmen generiert aus Vermietung und Verpachtung. Da solche Projekte Millionen und Milliarden benötigen, sind hier institutionelle Anleger natürlich besonders gefragt. Über besondere Fondskonstruktionen haben aber auch Kleinanleger Zugang zu diesem nicht nur krisensicheren, sondern auch lukrativen Investment. Vor Finanzkrisen muss man sich dann zumindest nicht mehr fürchten; für mich persönlich und mein eigenes Vermögen ist das der beste Krisenschutz.

Dann ist natürlich immer die Frage: Wie findet ein Interessent solche krisensicheren Investments und wie läuft das ab?

Der Ablauf ist einfach: Hat man einen Emittenten seiner Wahl und in Abgleich mit dem eigenen Sicherheitsanspruch  gefunden, überweist man ihm Geld, bekommt dafür Einzahlungsbestätigungen und Anteilszertifikate und weiß, dass sofort das Geld in verschiedene Infrastrukturprojekte hineinfließt, über die man auch per Geschäftsbericht informiert wird.
Solche Emittenten gibt es nicht all zu viele und man sollte schon den Blick über den Tellerrand von Deutschland erheben. In meine nähere Wahl sind von insgesamt 120 Fonds etwa 8 gekommen, die passend sind für die verschiedenen Risikoprofile und Anlagehorizonte.
Übers Internet macht man sich entweder selbst auf die Suche oder man nimmt einen Experten zu Hilfe, der die Prüfarbeit schon gemacht hat und die Ergebnisse mit dem Anleger bespricht.

Sollten Sie Leute direkt an Sie wenden, ist das aber wahrscheinlich teuer, so einen Rat zu bekommen, oder?

Wer sich bei mir über die Website meldet, zahlt erst einmal für eine Erstberatung gar nichts. Vielleicht bin ich ja gar nicht der richtige Ansprechpartner in bestimmten Fragen, das bekommt man schnell heraus. Wer sich dann für die verschiedenen Möglichkeiten entscheidet, bekommt von mir genau aufgelistet, was er direkt oder indirekt über seine Geldanlage an mich bezahlt, denn diese Offenlegung fordert der Gesetzgeber seit 2013. Daran zumindest ist noch kein gutes Investment gescheitert, weil der Anleger diese Kosten nicht zuletzt immer und überall hat. Dann zahlt er sie doch lieber jemandem, der im konkreten Vermögensaufbau in Aussicht stellen kann mit Konzepten und Strategien, die sich seit Jahrhunderten bewährt haben und unverzichtbarer Bestandteil institutioneller Portfolios ist.

Das Ratgeber-Video auf YouTube Geld krisensicher anlegen, so geht es

 

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