Ratgeber- Interview:

Wie und wo bekomme ich
überdurchschnittliche Renditen?


Alle Klagen über Nullzinsphase. Ist es trotzdem möglich, lukrativ Geld anzulegen in so einer schwierigen Zeit?

Wie der Begriff Nullzinsphase sagt, halte ich es auch für schwierig, Geld mit einem lukrativen Zins anzulegen. Es heißt aber nicht Nullrenditephase oder Nullgewinnphase - und was Krise und Problem für den Zinssparer bedeutet, ist Chance und Gelegenheit für den anderen - und das ist in dem Fall der Gewinnssparer.

Mein erster Ansatz als Anleger wäre, aus dem Feld auszusteigen, wo die ganzen Probleme entstanden sind: und das ist die Zinswelt. Und mich dann in der Welt der Geldanlagen umschauen, die schon immer unabhängig von Zinsen funktioniert hat, und das ist die Gewinnwelt.

Wo liegt der Unterschied zwischen Zins und Gewinn – Geld ist doch Geld und Ertrag ist Ertrag?

Zinsen sind Erträge als Gegenleistung für Konsumverzicht, die einem für eine gewisse Geldsumme versprochen werden nach einer gewissen Zeit, in der man das Kapital anderen zur Verfügung gestellt hat. Hier muss man immer hoffen, dass der, der einem das Versprechen gegeben hat, am Ende der Laufzeit auch zahlen kann - das ist das sogenannte Bonitätsrisiko. In Zeiten von Bankenkrisen, die wir meiner Meinung nach in Deutschland noch lange nicht überwunden haben, ist es auch bei Banken ein Thema. Nur so nebenbei: Unsere Banken in Deutschland haben aus der Finanzkrise 2007 weit weniger gelernt als die Banken in Amerika, die teilweise um ein Vielfaches Eigenkapital vorhalten können. Das Bankensystem in Deutschland ist, so zumindest mein Eindruck, weit fragiler, als wir wahrhaben möchten. Aber zurück zu den Zinsen.
Und um genau zu sein: Es handelt sich bei Zinsen nicht einmal um Erträge, sondern einfach um von der Bank im Computer erfundenes Geld, dass keinerlei Zusammenhang hat mit der Investition, die mit dem Geld des Anlegers getätigt wurde.

Ganz anders sieht es aus beim Gewinn: In meinem Verständnis von Gewinn wird angelegtes Geld Teil einer Wertschöpfungskette, in dem es um Wertsteigerungen geht , im Allgemeinen um Wertsteigerungen von Dienstleistungen oder Produkten, seltener auch von immateriellen Werten wie geistiges Eigentum. Je weiter die Wertschöpfungskette fortgeschritten ist nach meinem Einstieg, also je mehr Wert geschaffen wurde über die Zeit, desto mehr Gewinn und damit überdurchschnittliche Rendite bleibt. Wo die EZB in dieser Zeit den Zins ansetzt oder ob sogar Minuszinsen herrschen, ist mir da ziemlich egal.

Das klingt jetzt etwas abstrakt. Haben Sie ein Beispiel dafür?

Bei Zinsprodukten steht der Geldnehmer im Vordergrund, meist ist das die Bank oder die Versicherung. Was die mit meinem Geld machen, ist für mich völlig uninteressant, ja, in Wahrheit hat es mich gar nichts anzugehen, Hauptsache, ich bekomme den Zins.

Beim Gewinnprodukt investiere ich zum Beispiel in ein Gebäude, das einmal eine Fabrik war, nun aber umfunktioniert wird in eine Hotelanlage. Dieses Projekt einer Entwicklungsimmobilie kostet, sagen wir einmal, 400 Million €. Ich als Anleger gebe einen kleinen Teil dieser 400 Million € aus meinem Eigenkapital dazu und bekomme dafür Anteile an dem Projekt. Wenn drei Jahre später die fertige Anlage verkauft wird, zum Beispiel an einen spätfinanzierenden Fonds oder an ein Hotelkonsortium, dass sich eine gewisse Marktherrschaft aufbauen möchte, verkaufe ich meine Anteile. Die Anteile sind natürlich im Wert gestiegen parallel zum Wert des ganzen Projekts. Die Differenz zum Einstiegspreis ist mein Gewinn, auf den nun Steuern und Managementgebühren fällig werden, und der Rest ist netto - und der ist meistens deutlich spürbarer, als es je Zinsen leisten könnten.

Beim Gewinnsparen steht also das Projekt, das Investitionsziel im Vordergrund, in das ich mein Geld gebe oder, wie im Falle eines Fonds, stehen Richtlinien im Vordergrund, die klar vorgeben, in was in der Zukunft investiert wird - das sind die sogenannten Investitionskriterien. Je transparenter und plausibler mir als Gewinnsparer die Investitionsstrategie ist, desto sicherer ist sie für mich als Geldanlage.

Sicherheit ist ja ein großes Thema: Bei Zinsen weiß ich immerhin, was ich bekomme. Gewinne sind da erheblich doch spekulativer.

Das stimmt im Rahmen dessen, was ich Angestelltenmentalität nenne. Der Angestellte hat die Sicherheit eines festen Gehalts am Ende des Monats, weiß aber auch, dass er nicht mehr bekommt als eben dieses Gehalt, mal von ein paar eventuellen Überstunden abgesehen - selbst die werden ja immer öfter nicht in Geldwert ausbezahlt. Dem Angestellten sind Garantien aber wichtiger als Chancen, die eher für unternehmerisches Denken stehen.

Aber gerade in Phasen historischen niedriger Zinsen muss sich jeder fragen, ob er nicht bei Geldanlagen mehr unternehmerisches Denken walten lässt - denn sonst weiß er von vornherein, dass er ins Minus spart, wenn man einmal die Inflation mit hineinrechnet. Natürlich geht er hier und da auch vermehrt unternehmerische Risiken ein, bei denen es dann darum geht, sie über die besagten Plausibilitätsprüfungen auf ein Minimum einzugrenzen. Der Gegenwert hierzu ist aber keine Deckelung durch Zinsversprechen, sondern oft genug mehr Luft als genug nach oben im Sinne von Gewinnen. Das ist der Grund, der mich gern von überdurchschnittlicher Rendite sprechen lässt; denn Renditen von drei oder 4 %, wie sie heute üblich sind, zu übertreffen, ist im Gewinnssegment er ein Leichtes.

Die Frage ist, was ist sicher und was ist spekulativ? Sind 100 Millionen Lebensversicherungen in Deutschland sicher, bei denen nur eins garantiert ist: dass der Garantiezins sinkt? Über Überschussbeteiligungen müssen wir uns gar nicht mehr unterhalten, die sind vorbei. Den Versicherern geht ist dramatisch schlecht, deshalb auch die Gesetzesänderung im § 314 VAG, die letztlich besagt: „Lieber Anleger, du bekommst gar nichts, wenn es mir als Versicherung schlecht geht. Aber zahlen darfst du weiterhin.“ Da wende ich mich lieber kalkulierbaren Risiken zu als mich mit garantierten Leistungen zufrieden zu geben, die mich von vorne herein nicht weiterbringen. 

Beim Hotelkomplex weiß ich natürlich auch nicht, ob am Ende des Projekts für 700 Millionen oder 900 Million verkauft wird. Wenn das Management aber seit Jahrzehnten gute Arbeit geleistet hat, die Finanzierung gesichert ist und äußere Widrigkeiten wie Tornados, Erdbeben und Überschwemmungen versichert sind, weiß ich zumindest, dass Totalverlust unwahrscheinlich ist, ein Gewinn hingegen sehr wahrscheinlich und planbar.

Um eventuelle Risiken zusätzlich zu streuen, habe ich außerdem am besten 150 solcher Projekte aus unterschiedlichen Branchen und Gegenden der Welt im Portfolio. Lebensversicherungen haben die Leute nur eine bis drei, das wäre für mich ein riesiges Klumpenrisiko in der Abhängigkeit von einem bis drei Produktanbietern, die pleite gehen können. Und wer sich mit der Bonität unserer Lebensversicherer einmal näher beschäftigt, würde nicht lange zögern mit der Kündigung, fast egal, zu welchen Konditionen.

Welche Ansprüche kann man heutzutage noch an Rendite haben?

Die für mich alles entscheidende Messlatte ist die Inflation. Die möchte ich für mich klar einordnen, und wer sich damit beschäftigt, der landet nun mal nicht bei 1,5 %, wie es uns von scheinbar glaubwürdigen Behörden immer suggeriert wird. Wenn ich die Inflationsrate als Benchmark für mich bestimmt habe und nun weiß, wie viel Rendite in etwa mir die Geldanlage bringen sollte, dann suche ich mir Projekte, die meinen Ansprüchen von mindestens 8 % genügen können, und die plausibel sind in ihrem Konzept, in ihrer Finanzierung, in der breiten Aufstellung ihrer Investorenrunden und aufgrund vieler anderer Kennzahlen, die zu lesen und interpretieren man natürlich in der Lage sein muss, um dann aber ein klares Bild der Situation zu haben.

Angenommen, wir gehen von 6-7 % reale Inflation aus, dann wäre diese Benchmark der Hauptgrund, warum die Zinswelt nicht infrage kommt: Um derzeit 8 %  Zins für Staatsanleihen zu bekommen, und das auf eine schier irrwitzige Laufzeit von zehn Jahren, geht man enorm hohe Bonitätsrisiken ein. Mein Hauptanliegen ist, dass ich weiß, was mein Geld wann wo macht, dass es etwas bewirkt, Werte schafft, keine Leute umbringt oder auf Kosten der Umwelt Profit macht. Um das zu finden, muss man weder ein dogmatischer Ethiker sein, der nur noch grün investiert, noch allzu lange suchen, denn 90 % aller Sachwerte können meiner Meinung nach als ethisch beanstandungsfrei eingeordnet werden, wenn man dabei das unternehmerische Denken nicht ganz außer Acht lässt.

Natürlich riskiere ich, dass nicht jede Investition aufgeht, aber das ist ein Zeichen von finanzieller Intelligenz: Wie muss ich mit den Kernelementen Rendite, Sicherheit, Laufzeit, Transparenz und mit de individuellen Bedarf an Liquidität und Streuung jonglieren, damit mein Portfolio ausgewogen ist und mein Bedürfnis an unternehmerischer Ausrichtung dem Bedürfnis nach Sicherheit gerecht wird?

Hier gibt es so viele Möglichkeiten, wie es Anlegerprofile gibt. Doch in Summe gibt es nur wenige Konzepte, die dennoch jeder unterschiedlichen Gewichtung gerecht werden kann. In meiner Arbeit als Wohlstandsbildner nenne ich dieses Konzept zum Beispiel die Strategie der vier Säulen: Je nachdem, welche Bedürfnisse mir der Anleger in Abgleich mit seinen Zielen, seinem Alter seinen finanziellen Möglichkeit, baue ich die Säulen unterschiedlich hoch und gewichte die Streuung innerhalb der Säulen in unterschiedlichen Währungsräumen und Investitionsklassen ganz individuell. Doch das meine ich mit jonglieren, und es hat tatsächlich viel von der Leichtigkeit, wenn man vier Bälle durch die Luft wirbeln lassen kann.

Wie kann ich mir selbst solch ein Portfolio zusammenstellen?

Das kann jeder schaffen und viele Jahrzehnte Freude an überdurchschnittlichen Renditen haben, wenn er bereit ist, sich in das Thema Geldanlage einzuarbeiten, sich also finanziell zu bilden. Es gibt viele gute Seminarangebot dazu, ich selbst gebe hier und da eines, das Leute dazu ermächtigen soll, Geldanlagen gründlich zu prüfen.

Wer auf diesem Weg zur finanziellen Bildung natürlich die Abkürzung nehmen möchte, kann sich einen Wohlstandsbildner zur Seite nehmen, und wenn kein Wohlstandsbildner, dann einfach jemanden, der selbst in einem erfolgreichen Portfolio investiert ist und der bereit ist, sein anhand der eigenen Situation bewährtes Konzept weiterzugeben. Das ist zumindest eine der Leitlinien eines Wohlstandsbildners.
Wer Fragen dazu hat, kann sich gerne melden unter info@wohlstandsbildner.de oder sich erste Schritte zur finanziellen Bildung aneignen, zum Beispiel mit den verschiedenen Wohlstandsbildner-Videos.

 

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