Bank verschweigt Provisionen – Anlegerin kommt aus ihrem Schiffsfonds raus

Bank verschweigt Provisionen

Geschlossene Schiffsfonds sind wieder im Kommen, man mag es kaum glauben. Des Deutschen Gedächtnis ist löchrig, wenn es durch Steuervorteile und tolle Rendite vernebelt wird, immer wieder aufs Neue. Dabei haben diese Schiffsinvestments ausreichend genug bewiesen, dass sie meist nicht halten, was sie versprechen.
Nicht so bei einer Berliner Sparkasse, denn diese konnte sich satte 19,54% Provisionen einverleiben bei jedem Geschäft. Dass – wie erwartet werden konnte – die Anleger dicke Verluste erleiden, wurde von der Bank in Kauf genommen, Hauptsache, die Quote passt.

Nun aber wurde die Bank zu Schadensersatz verurteilt, denn sie hat diese tatsächlich hohen Provisionen verschwiegen, und das in Zeiten des reformierten Kapitalanlagerechts! Das verlangt, dass Vermittler – und die Bank war hier Vermittlerin – ihre Provisionen ausweisen müssen; daher war es für die Klägerin einfach, vor Gericht Recht und ihr Geld zurück zu bekommen.

Ein top Produkt kann ohne Weiteres überdurchschnittlich hohe Provisionen rechtfertigen, wenn der Emittent in der Lage ist, sie einzuspielen und einen satten Gewinn für den Anleger draufzulegen. Die Vermittlercourtage aber zu verschweigen ist feige; das ist Geldverdienen durch die Hintertür und gehört in jedem Fall geahndet.
Wer als Anleger nachweisen kann, dass ihm die Provisionen verschwiegen wurden – diese also auch auf keinem Beratungsprotokoll auftauchen -, hat 1. immer gute Chancen vor Gericht und sollte sich 2. überlegen, ab wen er sich zukünftig mit Anlagebedarf.

Mehr zum Thema „Beratungsprotokoll“ in einem anderen Artikel. Dieses Dokument spielt in so gut wie jedem Prozess wegen sog. Falschberatung und Schadensersatz bei Anlageverlusten eine große Rolle. Es empfiehlt sich daher zu wissen, worauf man sich als Anleger hier konzentrieren sollte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.