Wohin 2 Milliarden € deutsches Anlegergeld verschwinden – pro Monat!

Wenn sie wüssten, was sie tun:

Wohin 2 Milliarden € deutsches Anlegergeld verschwinden – pro Monat!

Der aktuelle Bericht des Bundesverbandes für Investment und Asset (www.bvi.de) zeigt eindrücklich, in welcher Anlageklasse die Deutschen ihr Geld am liebsten deponieren: 12,2 Mrd. Euro flossen allein im ersten Halbjahr 2018 in Mischfonds, die zu den offenen Publikumsfonds zählen. Da verschlägt es mir die Sprache, aber nicht das Denken:

  1. Mischfonds investieren zu gleichen Teilen in Aktien und Anleihen. Letztere liegen bei fast 0 % Rendite. Selbst, wenn wir die offizielle Inflation von knapp 2 % nehmen, werden hier so garantierte Verluste in Kauf genommen.
  2. Der Großteil dieser Mischfonds wird bei Banken gekauft, die sich über satte Provisionen freuen können und Gebühren bei jeder Transaktion, von denen der Anleger nichts mitbekommt. Schaut denn keiner der Anleger auf die Kosten, die längst fein aufgelistet über sog. Verbraucherinformationsblätter ausgehändigt werden müssen? Mischfonds nehmen Mischkosten, und wenn die erwirtschaftet wurden, hat der Anleger noch immer null Rendite.
  3. Aktiv gemanagte Fonds haben eine auffällig magere Performance, Ausnahmen sind an zwei Händen abzuzählen (https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article176633658/Aktive-Fonds-Investmentberater-sind-ihr-Geld-nicht-wert.html)
  4. Die Transparenz ist legendär schlecht für den, der unterjährig wissen will, wie sich Transaktionskosten, Management-Gebühren und Gewinnverteilung auf sein Geld auswirken. Ja, die meisten Fondsbeteiligten interessieren sich auch nicht dafür, entsprechend wird hier nicht nachgebessert. So wird die Reise mit einem Produkt, dessen Gewinne durch nachfließendes Geld neuer Anleger eh immer zu verwässern drohen, zum Blindflug.

Ich ringe um Erklärungen, warum sich so viele Sparer mit so viel Geld in solch einer Anlageklasse versammeln: Lemminge-Effekt? Bankengläubigkeit? „Streuung ist alles“-Versessenheit?  Oder einfach nur Trägheit, um nicht nichts gemacht zu haben („Auf dr Bank kannsch dei Geld ja au nimmer lasse un was sollsch ´n sonst scho macha?“ O-Ton Schwaben…)?

Ich will gar nicht von einem Mangel an finanzieller Bildung sprechen. Mir würde schon ein einfaches Interesse am eigenen Geld genügen – Geld, das mit Arbeit und Lebenszeit verdient, beim Finanzamt hoch versteuert und dadurch sowieso schon schmerzhaft reduziert wurde. Ja, nur ein wenig Interesse würde den Geldzufluss in offene Mischfonds schnell um 90 % reduzieren, schätze ich.

Wenn die Mischkostenzahler wüssten: Grundlagen in finanzieller Bildung stellen nicht nur spürbare Renditen in Aussicht, sondern auch Spaß und persönliches Wachstum, die auf allen Ebenen des Lebens wirken.  Zu der Minderheit zu gehören, die ihr Geld bewusster anlegt und Bankenprodukte nicht einmal anschaut, lohnt sich umfassend. Wirklich vermögende Menschen haben ihr Geld nicht in offenen Mischfonds und haben sich ihr Vermögen auch ganz sicher nicht damit aufgebaut.  Viel eher damit: 4 Säulen der Geldanlage

 

 

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