Der nächste technologische Fortschritt zur Abschaffung des Bargeldes

Auf zum gläsernen Konsumenten

Neue EC- bzw. Girokarten der Banken machen nun meistens die Bezahlung von Beträgen bis maximal 95 € über die NFC- Technologie (Near Field Communication) bargeldlos möglich. An dem Wellenzeichen erkennt man, dass dieser Service mit der Karte nutzbar ist.

Der nächste technologische Fortschritt zur Abschaffung des Bargeldes ist installiert

Auf den ersten Blick ist es ohne Zweifel ein Service: Einfach das Kärtchen ans Kästchen halten, und schon sind die Brezeln beim Bäcker, der Cappuccino im Café und das Kopierpapier beim Schreibwarenhändler bezahlt. Verlockend einfach und dabei ziemlich sicher.

Doch mit der Privatsphäre ist es hin. Die Bankenindustrie, andere Institutionen bis hin zum Fiskus und geheimeren staatlichen Instanzen erschleichen sich durch diesen Service Informationen von höchstem Wert! Jede Zahlung, und am besten ganz viele davon, bilden ein immer präziseres Profil vom Nutzer ab: Von seinen Vorlieben, in welcher Frequenz er sie befriedigt, wo und wann er sich gerade bewegt und einkauft – für Späher aller Art der Traum einer lückenlos recherchierbaren Spur, die hier von Cent-Beträgen verursacht wird.

Sicher, im Vergleich dazu ist das Zahlen mit Bargeld geradezu umständlich. Doch ich hoffe, möglichst vielen ist klar, dass Autonomie und ein Rest Privatsphäre ihren Preis haben, und wenn es nur der ist, ein paar Münzen aus einem Geldbeutel zu holen (ein Aufwand, der uns Jahrhunderte begleitet hat und jetzt madig gemacht werden soll durch „smartere“ Anwendungen).

Die Banken machen es hier wie Google: Sie stellen einen komfortablen Service kostenfrei zur Verfügung. Nur, dass in diesem Köder ein Ich-weiß-alles-über-dich-Chip implantiert ist, den der Anwender jedes Mal schluckt. Nie vergessen: Entweder du kaufst ein Produkt oder du BIST das Produkt. Alles, was kostenfrei aussieht, kommt einen oft teuer zu stehen.

Wird diese Bezahlmethode vom Großteil der Bürger angenommen, hat die Politik ein weiteres Argument zur Bargeld-Einschränkung bis hin zum -Verbot (wobei das harte, zu leicht verständliche Wort „Verbot“ sicher nicht verwendet würde), wie ich in meinen beiden Videos zum Bargeldverbot schon ausführlicher erwähnt habe.

Ich halte es ganz pragmatisch so: Dinge, deren Kauf ich steuerlich geltend mache, bezahle ich ohne Weiteres mit der Karte, denn über die Erfassung der Belege bin ich hier sowieso gläsern. Doch von meinen privaten Ausgaben muss der Staat mit seinen Spähorganen nicht auch noch einen Nutzen haben – die Mehrwertsteuer ist teuer genug, das muss ihm genügen. Daher bezahle ich mit großer Freude meine Brezel in bar. Und das sinnliche Gefühl, Geld in der Tasche zu haben, tut dem Reichtumsbewusstsein ohnehin besser als eine Geldkarte.

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