Donald Trump – Heilsbringer oder Todesengel für Investoren?

Donald Trump – Heilsbringer oder Todesengel für Investoren?

Wie ein Mann die Weltgemeinschaft als Fluch und Segen durcheinanderwirbelt

Es gab noch nie einen amerikanischen Präsidenten, der so unberechenbar, launig und für Überraschungen gut war wie Donald Trump. So mancher Wall-Street-Händler zittert vor seiner nächsten Twitter-Tirade, die vielleicht die Börsen auf Talfahrt schicken könnte. Ist diese Sorge berechtigt? Ist dieser Feuerkopf eine Gefahr für Anleger ODER vielleicht sogar ein Segen, wenn man sein Geld nur an der richtigen Stelle investiert? Hier meine Meinung dazu, die Sorgenfalten in Lachfalten verwandeln könnte.

Ich glaube, Donald Trump ist als kompletter Politikneuling selbst überrascht, wie wenig er innenpolitisch ausrichten kann, und wie viel Einfluss er im Vergleich außenpolitisch hat. Es muss seinem Selbstwert gut tun zu sehen, wie er mit einem mehrdeutigen Satz oder einer kindischen Beleidigung, Milliarden an den weltweiten Börsen vernichten kann – ein Grund mehr für mich, die Börse als Anlageplattform lange nicht so ernst zu nehmen wie die Finanzexperten, die es gerne sehen würden, wenn die Deutschen mehr börsennotierte Aktien kaufen würden.

Doch auch jenseits von psychologischen Spielchen und Hysterie erschüttert Donald Trump ganze Glaubenssätze und Institutionen – und das wiederum finde ich großartig. Seine rabiate, herabwürdigende Art, Dinge infrage zu stellen trifft zwar nicht mein Geschmack, aber sind wir doch mal ehrlich und denken an UNO, NATO, IWF und natürlich auch Europa – mit höflichen, politisch korrekten Andeutungen wird niemand diese zementierten, traulichen in ihrem Saft schmorenden Schlachtrösser zum Nachdenken bringen. Aber nur, weil etwas gewohnt und alt ist, und oft genug noch ein Relikt der Nachkriegszeit, könnte es doch dienlichere Alternative geben für die Menschen und Staatengemeinschaft.

Leider sehe ich  viel zu wenig Politiker mit echtem Reformwillen; die meisten verwalten das Althergebrachte und wollen wiedergewählt werden. Deshalb sehe ich auch positive Aspekte, wie Trump quasi als althinduistische Mythenfigur Shiva auftritt: Das Leben braucht immer wieder diesen Gott der Zerstörung, damit etwas Neues, Frisches, Besseres nachkommen kann. Natürlich tun solche Veränderungen oft weh, aber da habe ich genug Vertrauen, dass sich im rechten Moment die richtigen Staaten zusammensetzen, um ganz neue Allianzen und Freundschaften zu schließen, über die wir vielleicht in 30 Jahren sagen: „Gott sei Dank kam damals dieser amerikanische Wüterich, der vielleicht das Böse wollte, aber das Gute erschaffen hat.“ Da sehe ich schon jetzt tolle Ansätze, wie viel offener, direkter und zupackender die Regierungen mancher Staaten miteinander sprechen.

Und als Investor bin ich Donald Trump sowieso dankbar, und viele freuen sich mit mir über höchst positive Entwicklungen: Mit seiner Steuerreform, der Absenkung der Unternehmenssteuer um weit mehr als 10%,  setzt Trump besonders Staaten wie Deutschland unter Druck. Im internationalen Vergleich hat Deutschland eine brutale, auszehrende, absolut innovationsfeindliche Steuerpolitik. Die Regierungen der letzten 30 Jahre verlassen sich halt darauf, dass die Deutschen vielleicht schwer schlucken, aber gefälligst weiter schaffen. Dabei geht es ganz anders: Viele Nationen kommen mit einem Steuersatz zwischen 10 und 20 % bestens zurecht und haben sogar Haushaltsüberschüsse, und die Zufriedenheit der Leute dort ist in allen Bevölkerungsschichten höher als bei uns. Ich hoffe, das mutige Vorpreschen von Trump ermutigt unsere Regierung die längst überfällige Monstersteuerreform anzupacken, denn so wie jetzt macht es hier keinem Unternehmer mehr Spaß.

Aber nicht nur dafür ist Trump gut: Meine Renditen mache ich schon lange u. a. in Amerika mit einer Assetklasse, der Trump nie schaden wird, weil sie sein liebstes Kind sind: Immobilien, vor allem im gewerblichen, unternehmerischen Bereich. Und denen ging es nie besser, und das nicht nur trotz, sondern durchaus auch wegen Trump.

Fazit: Den wirklich wertvollen, bewährten Errungenschaften der Menschheit wird auch ein Donald Trump nicht schaden, dazu ist er zu wenig clever und zu viel selbstbezogen. Für alte, staubige, teure, Institution gewordene Zöpfe und nicht mehr zeitgemäße Steuerpolitik könnte er durchaus den Todesengel spielen; gut so, das kann nämlich auf längere Sicht Grandioses hervorbringen.

Was ist denn eure Meinung zu diesem polarisierenden Burschen im Weißen Haus? Gerade aus Investoren-Blickwinkel? Die würde mich wirklich interessieren, schreibt also gerne Kommentare oder auch Fragen und bei Bedarf antworte ich mit Vergnügen.