#44 Empfehlungen, Gutscheine und ihre Risiken Teil I.

Andere für etwas zu begeistern, das einen selbst begeistert, ist für viele ein Anliegen. Was einem selbst gut tut, gönnt man auch seinen Liebsten und Freunden – z. B. Wohlstandsbildung! Doch selbst die besten Empfehlungen können riskant sein, wenn sie in Freunden Seiten zutage fördern, die man selbst gar nicht in ihnen vermutet hat…

Wenn gut gemeint nicht immer auch gut ankommt. Über ein geschenktes Seminar.

Weiterempfehlungen sind bis heute eine der Hauptquellen für das Seminarangebot der Wohlstandsbildner. Besonders merke ich das zum Fest der Feste schlechthin in unserem Kulturkreis, und das ist natürlich Weihnachten. Denn zu diesem Fest sind viele bereit, auch mal mehr Geld in die Hand zu nehmen, um jemandem eine Freude zu machen. Dabei empfehlen und kaufen sie dann Dinge, die dem anderen auch wirklich etwas bringen sollen: Wie zum Beispiel ein Seminar, in dem man lernt, wie man Geld gut verwaltet und noch besser für sich arbeiten lässt.

 

Diesem Bedarf, sei es zu Weihnachten, zu Jubiläen aller Art und zu jedem anderen Tag, diesem Bedarf wollten wir entgegenkommen und haben dafür etwas gestaltet, das es so in der Seminarlandschaft noch nicht gibt oder zumindest nur ganz selten. Davon will ich in diesem und im nächsten Blitzlicht berichten, auch, weil ich weiß, dass viele längst gestandene Wohlstandsbildner von der Einführung des vielleicht hilfreichen Tools noch gar nichts wissen.

Empfehlungen auszusprechen, weil man selbst von etwas überzeugt ist, das ist ja so eine Sache. Das ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet, auch dann, wenn man am eigenen Leib schon spürt, wie gut etwas ist. Denn niemand kann sich sicher sein, dass das, was im eigenen Leben funktioniert, auch im Leben des anderen funktionieren wird.

Nehmen wir also an, jemand, nennen wir ihn Udo, empfiehlt seinem alten Freund Klaus das Finanzseminar für Wohlstandsbilder – das ja den ambitionierten Titel trägt „Vom Geldanleger zum Investor. Strategieseminar für finanzielle Souveränität“. Klaus folgt nun der Empfehlung von Udo und gibt für dieses Finanzseminar nun keine Unsummen aus, aber bekanntlich mehr als nur 49 Euro. Denn Klaus verspricht sich ein wenig mehr Orientierung zu bekommen, da ihm unser Finanzsystem mit jedem Jahr etwas wackeliger vorkommt. So richtig gut versorgt kommt er sich nicht vor mit seinen Versicherungen, ein bisschen betriebliche Altersvorsorge, irgend so ein Fonds, von dem er eigentlich gar nicht genau weiß, wie der läuft und was der macht, und, na ja, in seinem Betrieb hat Corona auch schon für ganz schön viele Kündigungen gesorgt. Deshalb denkt der Klaus: „Wenn ich auch ohne Job finanziell abgesichert wäre, würde ich mich auch nicht beklagen.“ So denken und reden – ihr könnt es euch denken – Planer.

Da hofft doch der Empfehlungsgeber Udo jetzt inständig, dass sein Tipp auch bei Klaus auf Wohlgefallen, noch besser: auf Begeisterung stößt. Leider kommt es anders. Wenige Tage nach dem Seminar ruft Udo seinen alten Kumpel an. Das könnte dann ungefähr so klingen:

„Und, Klaus? Warst du auf dem Seminar?“

„Hmmm. Ja, ich war da.“

„Mensch, Junge, das klingt aber nicht begeistert. Ja wie war´s denn für dich?“

„Na ja, war schon interessant.“

„Ach komm, Klaus, jetzt mach mal den Mund auf. Also ich war damals begeistert und jetzt arbeite ich auch mit dem Zeug, weißt du ja. Aber gerade mal „interessant“? Hast du heute nur einen schlechten Tag oder hat dir das Seminar denn gar nichts gebracht?“

„Ne, Udo, war schon ok. Ein bisschen lang war der Tag vielleicht, der – wie hieß er nochmal? – der Andreas da hat brutal überzogen, da waren alle schon echt platt. Das fand ich jetzt nicht so dolle. Wie sollste denn da planen, da haben ja einige auch ihren Zug verpasst. Nene, aber sonst, mit ein paar Sachen konnte ich schon was anfangen.“

„Ja hat Andreas am Ende nicht von den coolen Investments erzählt? Auch deswegen bist du doch hingegangen, damit du die vielleicht mitnehmen kannst? Du sitzt doch auf 100.000 Euro und hast kein Plan, wohin damit.“

„Doch, da hat er schon was gezeigt. Das hat auch alles ganz nett und sinnvoll geklungen, aber denkste nicht auch, dass das ein bisschen zu gut klingt, um wahr zu sein? Die Renditen sind ja so jenseits von Gut und Böse, da haben schon ein paar im Raum schlucken müssen, nicht nur ich.“

„Hä? Welche Renditen jetzt? Die von dem Club Deal, der bald kommt? Die 15%? Die sind doch noch moderat.“

„Ja, über den hat er auch geredet. Jetzt komm, 15%, du glaubst das? Das gibt´s doch nirgends.“

„Aber wieso, Klaus? Ich war doch beim ersten Club Deal dabei, und du hast doch bei mir gesehen, dass der in weniger als 3 Jahren sogar mehr als 15% pro Jahr gebracht hat. Und der, der jetzt kommt, ist doch genau der gleiche. Komm, den Unterschied zwischen Zins und Ertrag hast schon noch in Erinnerung, oder?“

„Udo, ich hab schon erlebt, dass so manche Gauner aus der Finanzbranche das erste Projekt irgendwie so gut aussehen lassen, damit die Leute nämlich für die späteren Projekte umso mehr Geld reinbuttern; und dann ist plötzlich das Geld weg und niemand weiß, wieso. Ne ne, ich kenn doch die Brüder, ich glaub das erst, wenn das mal 10 oder 15 Jahre oder so läuft.“

„Also, Klaus, das kapier ich jetzt nicht: Das Management von diesen Club Deals verwaltet viele Milliarden Euro und die haben seit genau diesen 15 Jahren keinen Euro verloren. Ja, glaubst du, die fangen jetzt damit an, nur, weil du eingestiegen bist? Das ist doch a gmahte Wiesn, wie man in Bayern sagt, was ist denn da bitte nicht glaubhaft? Es gibt auch in der korrupten Finanzbranche halt einige, die es gut machen wollen und seit Jahren auch machen!“

„Weißt, Udo, du bist mir da ein bisschen zu begeistert. Wenn meine 100.000 weg sind, habe ich ein echtes Problem. Wenn ich dein Vermögen hätte, wäre ich da auch entspannter.“

„Nein, Klaus, andersrum wird ein Schuh draus: Ich habe dieses Vermögen, weil ich das genau so schon ein paar Jahre mache, was du jetzt irgendwie als gefährlich ansiehst. Aber ok, dann scheint es für dich nicht zu passen. Schade, hätte dich gern dabeigehabt, aber dann ist es halt nichts für dich. Dann bleibst halt Geldanleger. Vielleicht kommt das mit dem Investor noch später in dir raus. Denn ich sehe da Potential in dir!“

„Hey hey, jetzt mal den Ball flachhalten, im Moment ist mir das einfach noch zu overloaded, das war vielleicht alles ein bisschen viel auf einmal. Ich hab mich ja noch nie richtig mit dem Zeugs beschäftigt. Jetzt lass mich das mal bei dir noch ein bisschen beobachten, dann sehen wir weiter.“

Na, dann sieh mal weiter, denkt sich Udo da nach dem Gespräch. Mal sehen, wie lange er noch weitersieht, derweil die Inflation anzieht, die Mieten und Strompreise steigen und er merkt, dass das auch mit der Ampelregierung, von der er sich einiges erhofft hat, auch nicht so zündet wie gedacht und überall die Belastungen immer größer werden.
Worum es aber geht: In jedem Fall fühlt sich Udo ein bisschen verantwortlich dafür, dass es Klaus nicht so ganz gefallen hat.

Dieses Risiko schwingt in einer Empfehlung einfach immer ein bisschen mit; dabei war Udo so fest davon überzeugt, dass Klaus auch das in sich trägt, was ich, der Andreas, im Seminar eine Investoren-Gesinnung nenne. Und Udo wollte Klaus einfach was Gutes tun. Aber immerhin, nun hat er eine Seite an seinem alten Kumpel entdeckt, die ihm bisher unbekannt war, und muss eben dem Planer-Dasein von Klaus etwas Tribut zollen, was bedeutet: ihm Zeit lassen, denn Planer hassen es, wenn andere mit zu viel Begeisterung und Mitmachmotivation scheinbaren Druck ausüben.

Und nun stellen wir uns vor: Udo hätte seinem Kumpel das Seminar nicht nur empfohlen, sondern hätte ihm einen Gutschein geschenkt und das Seminar für Klaus komplett bezahlt! Würde sich dann Udo etwas weniger verantwortlich fühlen dafür, dass aus Klaus erstmal kein Investor wird?
Gut möglich, dann war es halt nicht das richtige Geschenk, und wenn es Udo um das Geld nicht schade ist, Schwamm drüber.
Aber Klaus wiederum hätte vielleicht ein schlechtes Gewissen, dass er dem hochpreisigen Geschenk von Udo jetzt nicht gerecht wird, weil er eben anders darauf reagiert hat, als sich das Udo gewünscht hat.

Nun, zum Glück habe ich mit diesem Dialog jetzt ein Szenario entworfen, das ich noch nicht erlebt habe; deshalb habe ich eins erfunden. Ich habe tatsächlich noch nicht erlebt, dass jemand ohne jede Inspiration oder zumindest mit einigen anregenden Ideen aus dem Finanzseminar rausgelaufen wäre; und da rede ich jetzt auch von knallharten Planern, brutal konservativen, sicherheitsorientierten, immer den Haken an einer Sache suchenden, wahnsinnig vorsichtigen, bankengläubigen und dem alten Zinsdenken verhafteten Seminarbesuchern, die nie vorne oder in der Mitte eines Seminars sitzen, sondern immer an der Seite relativ weit hinten oder in der vorletzten bis letzten Reihe, um bei dem, was sie da erleben, eine schnelle Fluchtmöglichkeit zu haben, die sie sich unbewusst offenhalten. Was ja alles ok ist.

Ich kenne genau acht solcher Seminarbesucher. Gut sogar, denn sie haben mir ausführlich erzählt, was sie alles gedacht haben, bevor sie das Seminar besucht haben und als sie drin saßen. Mit allen bin ich bis heute zugange, mit einigen sogar schon über 5 Jahre, weil 7 von den 8 konsequent und mit für Planer ungewöhnlicher Begeisterungsfähigkeit die Wohlstandsbildner-Strategien verfolgen. Der Achte will lieber seine Immobilienschulden abzahlen, bevor er investiert. Das Tollste aber ist: Diese 7 bemerken selbst, wie ihre Planergewichtung in ihrem Investorenprofil immer mehr zurückgeht zugunsten des Machers und des Neugierigen. Das ist übrigens eine faszinierende Erfahrung, die alle Investoren machen: dass sich mit Wissen und Erfahrung in kurzer Zeit das eigene Profil wandelt und ausbalanciert. Wenn vorher der Planer und der Wohlfühler, um in meiner Kategorisierung von Investorenprofilen zu bleiben, – wenn die vorher dominant waren, dann dauert es 2-3 Jahre höchstens, bis der Macher und der Neugierige mehr Gewicht bekommen und damit das Persönlichkeitsprofil ausgleichen und harmonisieren. Und das betrifft natürlich die ganze Persönlichkeit und nicht nur den Investor, weshalb ich immer sage: Wohlstandsbildung bereichert jede Ebene des Lebens, nicht nur die finanzielle.

Aber das wäre ein Thema für ein anderes Blitzlicht. Das heutige geht jetzt zu Ende, um nicht allzu sehr zu überziehen, wie es mir ja auch Klaus in dem Gespräch vorgeworfen hat. So vertage ich den Part mit dem sehr persönlichen Gutschein von Andreas auf das nächste Blitzlicht. Denn dort präsentiere ich eine Lösung, die auch Klaus gefallen hätte und Udo entlastet – wären die beiden nicht von mir erfunden worden.

Um wem von meinen Podcasthörern diese vier Investorenprofile nichts gesagt haben, die sind eingeladen, ihr eigenes Profil auf der Wohlstandsbildner-Website unter Quiz & Co.herauszufinden.

Für ein Leben in Fülle,
Euer Andreas

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