#53 Agrikultur zum Abgewöhnen und Genießen. Teil 1.

Eine angriffslustige Nicht-Wohlstandsbildnerin wirft Andreas mit seiner 3. Säule Geldgier und Machtstreben vor. Reden wir also über Agrikultur und wie sie wirklich funktioniert. Dafür nehmen wir uns insgesamt drei Blitzlichter lang Zeit, um die 3. Säule wirklich zu ergründen.

Wenn Glaubenssätze blind machen für das, was gut sein könnte.

Vor einigen Wochen hat mich die Frau eines Wohlstandsbildners dazu eingeladen, in der von ihr aufgebauten und gecoachten Community eine Stunde über Wohlstandsbildung zu reden und ein wenig die Strategie der vier Säulen vorzustellen. Dani Hildebrand ist ihr Name, und vielleicht könnte der noch für einige meiner Podcast-Hörer wichtig sein. Doch der Reihe nach: 

Dani ist für mich ein Musterbeispiel für jemand, der sich ohne Wenn und Aber entschieden hat, konsequent Mehrwert für eine spezifische Zielgruppe zu schaffen. Sie ist eine wahre Zielgruppen-Spezialistin, denn sie fokussiert sich auf eine Klientel, auf die viele nie kommen würden – nämlich auf Apotheker. Nun kenne ich einige Apotheker, die diesen Podcast hören, weil sie auch schon erfolgreiche Wohlstandsbildner sind. Daher kann ich Dani nur zustimmen: Diese für unsere Gesellschaft wichtigen Dienstleister sind absolut interessant als Zielgruppe.

Ich finde sie interessant, weil jeder Apotheker ein Unternehmer ist, egal, wie sehr ihm das bewusst ist. Und diese Unternehmer müssen sich auch vielen Herausforderungen stellen in einer überbürokratisierten Branche, die sich durch Digitalisierung mehr im Wandel befindet denn je und die sich behaupten muss – etwa gegenüber den zunehmenden Mitbewerbern, die ihre Medikamente und Mittelchen allein übers Internet verklopfen.

Dani wiederum hat erkannt, dass viele Apotheker ihre Möglichkeiten als Unternehmer und Dienstleister unterschätzen. Wenn sie es etwa versäumen, das Vertrauen, das sie bei vielen in der Bevölkerung genießen, zu stärken und auszubauen durch Ansprache, Service, Aufklärung, besondere Events, durch Finden der eigenen Marke und Alleinstellung u. v. a. m; das sind alles Dinge abseits der Medikamente, die sie per Rezept über die Theke schieben, was ja nur einen Teil ihrer vielen Aufgaben ausmacht. Denn Medikamente schieben mache alle Apotheker, doch viel zu wenige schaffen sich ein individuelles Unternehmerprofil.

Was die Unternehmerin Dani nun gemacht hat: Sie hat sich tief in die Welt der Apotheker eingearbeitet, ohne selbst Apothekerin zu sein. Das braucht sie auch gar nicht sein, denn es ist vielleicht eh besser, mit einem frischen Blick von außen auf die Sorgen, Bedürfnisse, Ziele und Möglichkeiten einer Berufsgruppe schauen zu können. Sie musste eigentlich nur das mitbringen, das jeden auf Dauer erfolgreich macht:

  1. Echtes Interesse für Menschen.
  2. Den Willen, jeden Tag irgendwie ein bisschen mehr Mehrwert zu schaffen für diese Menschen.
  3. Disziplin und Durchhaltevermögen als Unternehmerin.

Und alles hat sie mitgebracht und innerhalb von einem Jahr, das mitten in die Pandemie gefallen ist, eine Art Coaching-Programm für Apotheker geschaffen. Damit ist sie aus dem Stand sehr erfolgreich geworden und mir scheint, dass es jetzt erst richtig losgeht bei ihr, denn sie sprüht vor Ideen, was noch alles möglich ist. Das ist auch kein Wunder: Dani erlebt das, was alle erleben und genießen, die sich für einen spezifischen Weg entschieden haben, auf dem sie Expertise entwickeln: Je mehr sie weiß, desto mehr kann sie tun. Und je mehr sie tut, desto mehr Wissen bekommt sie. Und dieses Wissen schärft ihren Blick dafür, was noch alles getan werden kann. Das ist eine Erfolgsspirale, die sich immer schneller nach oben dreht und kein Ende hat.

Und dieser Spirale ist es völlig egal, ob es sich nun um Apotheker, Kanalrohrreiniger, Altenpfleger oder Spielzeugwarenhersteller handelt – wer die drei Voraussetzungen mitbringt, die ich gerade erwähnt habe, kann sich zu jederzeit überall seine eigene Erfolgsspirale erschaffen. Ohne Ausnahme, wenn es keine Ausreden irgendwelche Ausnahmen konstruieren.

Nun, wenn sich die Apotheker unter meinen Hörern für Danis Arbeit interessieren, dann einfach Dani Hildebrand googeln, dann findet ihr sie auf der gleichnamigen Website unter der trefflich gefundenen Überschrift „Mit dem Kopf durch den Wandel“.

Nun, was hat das alles mit Agrikultur zum Abgewöhnen und Genießen zu tun? Ganz einfach: Weil Apotheker wie alle anderen interessierten Investoren besonders von der 3. Säule eines Wohlstandsbildner-Portfolios angezogen werden. Doch eine Apothekerin war gar nicht begeistert von dieser dritten Säule, und das kam so:

Dani hat mich zu einer Zoom-Konferenz zusammen mit ihren Trainees eingeladen. Sie will den Leuten in ihrem Programm ja Mehrwert schaffen, und dazu gehört auch für Apotheker der Blick über den Geldanlagen-Tellerrand. Erfolgreiche Apotheker haben schließlich wie alle anderen Erfolgreichen auch die Frage „Wohin in diesen Zeiten mit meinem Geld?“, wenn das nicht schon in Immobilien, Aktien, Altersvorsorge und was man halt sonst so kennt, verbuddelt wurde.

Nach einer kleinen Einführung darüber, was institutionelles, kluges Investieren ist, kann die illustre Runde in diesem Zoom-Meeting Fragen stellen. Eine Teilnehmerin in feuerrotem Kostüm erhebt die Stimme zu einem angemessen feurigen Plädoyer – und zwar gegen Agrikultur. Ich kann nicht mehr genau wiedergeben, was sie gesagt hat, denn das war ganz schön viel, aber die Dame hat sich als erstes gestört an meiner Aussage, dass im Verlauf eines Investorenlebens Geld und Rendite eine zunehmende Nebenrolle spielen und der Fokus und die Freude immer mehr dorthin rücken, was man mit Geld alles bewegen kann. Abonnenten dieses Podcasts kennen das schon aus vergangenen Folgen, für die Dame war so eine vielleicht auf den ersten Blick versnobte Aussage jedenfalls ein rotes Tuch.

Die Conclusio, sofern ich das richtig verstanden habe, war am Ende: Wenn es nicht mehr um Geld geht, dann kann es nur noch um Macht gehen und darüber, anderen das Land wegzunehmen, um sich an diesem Besitz, der eigentlich allen zur Verfügung stehen sollte, zu bereichern.

So schnell kann es gehen: Ich hatte von Landkauf berichtet mit Bewirtschaftung und den Arbeitsplätzen, die damit geschaffen würden, das war eigentlich alles bei der Vorstellung der 3. Säule. Die Dame in Rot tut nun das, was wir alle tun, wenn neue Informationen auf uns zukommen: Wir gleichen das Unbekannte mit uns schon bekannten Daten aus unserer Vergangenheit ab, um das Unbekannte innerhalb unseres Glaubenssystems einordnen, sortieren, in eine Schublade packen zu können. Vorurteilsfrei zuhören zu können, indem die eigenen Glaubenssätze für den Zeitraum des Zuhörens ausgeblendet werden, das kann man lernen und trainieren, aber es ist so schwer, dass es nur wenige können. Andernfalls überlagern die Daten aus der Vergangenheit die in der Gegenwart und machen so eigentlich blind für das Neue, das einem vorgestellt wird. Soweit, so normal. Ich stehe jedenfalls als Agrikulturschaffender im Feuer dieser alten Daten, an die die rote Lady zum Thema Land und Landbesitz glaubt und stehe als machtbesessener, geldgieriger Investor da.

Die Situation hat mir gefallen. Es war ein recht kontrastreicher Augenblick mit Zündstoff drin. Das hat auch die Lady gespürt, weshalb sie im Nachgang ihrer Rede noch erwähnt, dass sie weiß, sich da jetzt recht provokativ ausgedrückt zu haben. Dabei habe ich mir dann gedacht, dass diese vermeintliche Abschwächung eines doch sehr direkten Angriffs übersetzt so heißen könnte: „Andreas, du bist ein Arsch.“ Und wenn dann alle komisch gucken, wird ergänzt: „Aber nimm’s mir nicht übel, das soll jetzt nur eine Diskussionsgrundlage sein.“

Na, obwohl die Zeit arg knapp war, habe ich mich etwas drauf eingelassen. Nicht zuletzt, weil ich weiß, das einigen solche Ideen und Vorurteile in den Kopf kommen, wenn sie von der 3. Säule hören und dann vielleicht an Nestlé, Coca-Cola und Danone denken, die Wasser und andere natürliche Ressourcen ausbeuten und den Menschen vor Ort nichts übriglassen. Und es stimmt ja auch: Das ist die Form von Agrikultur, die leider extrem lukrativ ist für Konzerne. Aber für mich ist das Agrikultur zum Abgewöhnen und hat geradezu fantastisch wenig mit dem zu tun, was ich darunter verstehe und wie wir Wohlstandsbildner damit umgehen. Doch davon wusste die Lady ja nichts und es war fraglich, ob sie überhaupt bereit gewesen wäre, das eigene Schubladendenken infrage zu stellen.

Das spielt für mich jetzt aber eine untergeordnete Rolle, denn sie hat mich ja dazu inspiriert, dieses und das nächste Blitzlicht zu schreiben. Denn es gibt so viele, die das Wort „Investor“ hören und dann gleich an viel Geld denken und daran, dass da, wo viel Geld ist, es ja nur noch um Geld gehen kann und damit einhergehend um Macht und Einfluss. Und es stimmt ja auch – aber nur in Bezug auf den kleinen Teil der Investoren, denen es wirklich nur ums Geld und um Macht geht. Das sind vielleicht 20%.

Nun, in jeder Branche, wohl in jedem Lebensbereich, gibt es als gegensätzlichen Pol eines jeden Aspekts in unserem Leben das, was Carl Gustav Jung „Schatten“ genannt hat, also den Anteil, mit dem wir uns nicht gerne beschäftigen, weil es dort dunkel und kalt ist. Die erwähnten 20% gehören für mich zum Schatten in der Investorenwelt. Doch Schatten fällt nur, wenn gleichzeitig die Sonne scheint. Und das wird dann oft ausgeblendet, wenn jemand meint, auf der Sonnenseite stehend mit dem Finger auf den Schatten zeigen zu können.

Denn auch unter den Apothekern gibt es den kleinen Anteil, dem es nicht um die Menschen, sondern nur um ihren Profit geht. Doch weil der überwiegende Teil gute, wertschöpfende Arbeit leistet, gibt es überhaupt so viele Apotheken im Land. Wenn alle Apotheker so wären, wie die Lady mich als Investor charakterisiert hat, dann gäbe es keine Apotheken in dieser Form, dann hätten wir ein anderes System, Menschen mit Medikamenten zu versorgen. Aber weil es so viele gute Apotheker gibt, besteht das System, wie wir es haben.

Und ja, 20% der Menschen und Firmen, die Agrikultur betreiben, mögen zu den Ausbeutern gehören. Aber diese riesige Branche, die Wasser in Gegenden bringt, wo kein Wasser ist und Nahrung für den lokalen und weltweiten Bedarf anbaut, auch die gäbe es nicht, wenn alle nur profitgierig den eigenen Nutzen über den aller anderen stellen.

Und klar gibt es die 20% an Investoren, denen es nur ums Geld geht. Doch auch diesen riesigen Entwicklungs- und Investmentbereich, den private Investoren beackern und dadurch viele Projekte auf der Welt erst möglich machen, das alles gäbe es nicht, wenn alle Investoren Heuschrecken wären. Und warum ist das so?

Weil ein System langfristig untergeht, wenn mehr als 20% zu Lasten aller anderen agieren, denn dann wird das System dysfunktional, es schafft keinen Wert mehr, es wird immer mehr Gegner des Systems hervorbringen und der Widerstand dagegen wird irgendwann alles zum Einsturz bringen. Wertschöpfung gelingt nur und kann dann Jahrhunderte andauern, wenn möglichst viele Menschen an dieser Wertschöpfung Interesse haben und sie mittragen.

Und selbstverständlich müssen die, die diese Wertschöpfung initiieren, voranbringen und pflegen, diese Menschen müssen einen Mehrwert haben in Form von Rendite und Geld, wenn sie für andere Mehrwert schaffen. Wasser kommt nicht von allein aus dem Boden und Tomaten wachsen nicht in der Menge in der freien Natur, wie sie Menschen gerne essen; und Pfirsiche haben keine Beinchen, um sich von selbst, direkt aus dem Schoß von Mutter Natur kommend, auf unseren Teller auszubreiten und zum Verzehr anzubieten. Da braucht es Leute, die Geld in das Risiko stecken, Ressourcen für andere verfügbar und nutzbar zu machen. Denn das wäre nun wirklich naiv: zu glauben, dass Wasser und Land für irgendjemandem von Nutzen wäre, allein, weil es vorhanden ist.

Nein, es bringt niemandem etwas, wenn ein Schatz einfach ein Schatz ist und herumliegt. Es muss schon jemanden geben, der die Schatzkiste vom Meeresgrund hoch oder aus einer Höhle rausholt und die Schatzkiste öffnet und dann das, was da drin ist, bekannt macht und unter die Menschen bringt. Und das alles kostet Ideenkraft, Aufwand und es kostet Kosten, die auch der karitativste Genosse unter der Sonne hat; und der geht eher schnell als langsam zugrunde an Kosten und am eigenen Hunger, wenn er kein Geld verdient.

Gewinne zu machen, ja, das ist in Deutschland mal von vorneherein irgendwie anrüchig. Amerikaner sind da anders drauf. Nicht, weil sie Kapitalismus mit der Muttermilch trinken, was schon auch reinspielen mag, sondern vor allem, weil sie sich am Erfolg freuen – oft genug auch am Erfolg der anderen. Und wer Gewinn macht, ist erfolgreich. Und in „erfolgreich“ steckt nun mal das Wort „reich“. Deshalb wird jeder erfolgreiche Mensch materiell betrachtet reich, egal, ob er als Apotheker oder als Investor erfolgreich geworden ist.

Agrikultur, wie ich sie verstehe, ist reich und macht reich und ist deshalb ein Genuss. Wer seinen Agrikultur-Besitz besucht, der genießt sprichwörtlich die Früchte seiner Investition. Diese Form der Agrikultur stelle ich im nächsten Blitzlicht vor, und zwar so detailliert, wie ich es noch nirgends gemacht habe. Und dann wird vielleicht auch einer Lady in Red verständlicher, warum ich begeistert bin von dieser lebensnahen und umfassend wertschöpfenden Möglichkeit, sein Geld in Produktivkapital umzuwandeln.

Bis dahin wünsche ich ihr, euch allen und mir selbst auch ein genussreiches Leben in Fülle,
Euer Andreas

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