Crowdfunding als Geldanlage? Lieber nicht! Investieren in Startups

Crowdfunding als Geldanlage – ist Schwarmfinanzierung gleich Schwarmblödheit?

Eine Idee verbreitet sich seit Jahren wie ein Virus: Unternehmensgründer sammeln für ihr Startup Geld ein mittels Crowdfunding-Plattformen im Internet. Dazu sage ich als Wohlstandsbildner, Hände weg, und zwar aus folgenden Gründen:

Startups sind Unternehmen, die gerade erst gegründet wurden oder erst wenige Monate und Jahre existieren. Wenn die nun um wachsen zu können, Geld brauchen, ist der Weg über einen Bankkredit äußerst steinig, langwierig, mühsam und oft genug erfolglos. Da ist es doch viel einfacher, meine Idee im Internet hoch attraktiv und lukrativ darzustellen und über Crowdfunding viele kleine Summen einzusammeln. Wenn ich als Anleger hierfür mein Geld gebe, und wenn es nur 200 € sind, ist das also pures Venture Capital, Wagniskapital. Die Totalverlust-Quote bei Venture Capital ist sehr hoch: manche reden vorsichtig von 70 %, ich behaupte aus meiner Erfahrung: deutlich mehr als 90 % der Ideen gehen nie auf. Für so ein großes Risiko gerade einmal 4-6 % Zins zu bekommen, das muss man sich schon sehr gut überlegen.

Dazu kommt, dass ich bei solchen Finanzierungen, wie zum Beispiel dem Crowdinvesting, meistens nachrangiger Gläubiger bin, d. h. geht die Sache schief und sind noch verwertbare Vermögensgegenstände und Geld da, werden zuerst Banken, Vermieter, Zulieferer und andere Gläubiger bedient, bis meistens nichts mehr für die Crowdfunding-Geldgeber übrig ist.

Außerdem stört mich, dass von meinem Geld teils erhebliche Provisionen an die Plattform abgehen, ein guter Teil meines Kapitals also gar nicht bei meinem Zielobjekt ankommt.
Oft ist es auch so, dass ich die Verwendung des eingesammelten Geldes nicht überprüfen kann, wie es bei regulierten Produkten zum Beispiel die sog. Mittelverwendungskontrolle macht. So manches Startup könnte behaupten, das eingesammelte Geld würde in den Ausbau ihrer ach so erfolgreichen Ideen fließen. Was aber eigentlich geschieht: Es werden damit Bankschulden getilgt, um eine Insolvenz zu vermeiden, was meistens nur ein hinauszögern bedeutet.

Crowdfunding als Geldanlage? Lieber nicht! Investieren in Startups (Crowdinvesting)

Also ganz ehrlich: Wer als Business Angel tätig werden will, sollte so viel Geld haben, dass er sich Verluste in vielen verschiedenen Projekten erlauben kann, weil vielleicht eines dabei ist, dass durch die Decke geht. Für diese Art Streuung braucht es aber Millionen.
Wer sich allerdings für eine Startup-Idee so begeistert, dass er sie einfach unterstützen will, könnte das als das, betrachten, was es ist: Eine Spende, wenn auch ohne Spendenbescheinigung. Und so ein Idealismus tut ja dem eigenen Herzen gut, und das ist oft die weit bessere Rendite, als auf irgendwelche Gewinne zu hoffen. Und wenn dann doch ein Gewinn herauskommen sollte, umso schöner.