UCITS und OGAW – Finanzlatein für manche Fonds und ETFs endlich verständlich

UCITS und OGAW – Finanzlatein für manche Fonds und ETFs endlich verständlich

Bei manchen Investmentfonds erscheint auf den Zeichnungsunterlagen das Kürzel UCITS. Da es immer gut ist genau zu wissen, was man da unterschreibt, hier die kurze Erklärung, worum es sich dabei handelt.

UCITS bedeutet ausgesprochen „Undertakings for Collective Investment of Transferable Securities“, und es gibt auch eine deutsche Entsprechung dafür mit dem Kürzel OGAW für „Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“. Verständlich ist beides nicht, dabei ist es ganz einfach, was sich dahinter verbirgt: Finanzprodukte, die diese Kürzel enthalten, erfüllen bestimmte gesetzliche Gegebenheiten, damit sie innerhalb der gesamten Europäischen Union verkauft werden dürfen. Für Anleger hat das Vorteile, denn so weiß zum Beispiel der Spanier, der ein Finanzprodukt aus Lettland mit diesen Zulassungskriterien kauft, dass die Geldanlage von der dortigen Finanzmarktaufsicht genauso geprüft wurde, wie es die spanische machen würde nach geltendem EU-Recht.

Aber es gibt noch andere Vorteile, von denen die meisten nichts wissen:

1. Fonds mit den UCITS-Kriterien müssen eine Mindeststreuung vorhalten, d. h. es muss in mindestens 15 verschiedene Werte investiert werden, wobei höchstens 10 % der gesamten Fondseinlage einem Emittenten allein gegeben werden dürfen – und einzelne Positionen, die 5 % des gesamten Fondsvermögens überschreiten würden, werden in ihrer Anzahl gedeckelt, um Klumpenrisiken zu vermeiden.

2. bei uns in Deutschland werden Produkte mit dieser Zulassung generell mit der Kapitalertragsteuer verrechnet und nicht – bzw. Stand heute Mitte 2018 noch nicht – mit der Einkommensteuer.

Und 3. haben solche Fonds immer den Status Sondervermögen, bedeutet: Geht die Fondsgesellschaft oder deren Muttergesellschaft zugrunde, bleibt das Vermögen immer den Fondsbeteiligten vorbehalten und eventuelle Gläubiger können sich dort nicht bedienen.

Aber selbst, wenn Sie jetzt Unterlagen eines Investmentfonds vorliegen haben, wo dieses Kürzel nicht draufsteht und Sie könnten als EU-Bürger relativ unkompliziert in diesen Fonds einsteigen, können Sie eigentlich davon ausgehen, dass er trotzdem die gesetzlichen, EU-weiten Voraussetzungen hat. Insofern: Nice to know und nice to have, aber die Kürzel sind nicht zwingend erforderlich.