Wohlstandsbildner Podcast
Dauer: 32:04
Wie Privatanleger erstmals breiten Zugang zu den Renditequellen institutioneller Investoren erhalten.
Willst du investieren wie die reichsten 1%? Jahrzehntelang waren Infrastruktur, Private Equity und Agrikultur die Spielwiese von Pensionskassen, Stiftungen und Superreichen. Mit dem ELTIF öffnet sich diese Welt nun erstmals auch für Privatanleger. Diese Fonds investieren nicht in Börsenlärm, sondern direkt in Realwirtschaft: Glasfaser, Energie, Immobilien und Unternehmen. Warum das eine kleine Revolution für langfristigen Vermögensaufbau sein könnte und worauf Anleger achten müssen.
Das Erscheinungsdatum des heutigen Podcasts fällt zusammen mit meiner Reise zu Olivenbäumen, die ich in früheren Podcasts schon erwähnt habe. Zur Erinnerung: Da ging es nicht um eine Geldanlage mit Gewinnen in Form von Geld als Return on Investment, sondern um die Patenschaft von Olivenbäumen, die einem für 20 Jahre ein richtig schönes Auskommen einbringt – mit hochwertigem Olivenöl.
Da man sich damit den Kauf im Alltag erspart von Olivenöl, das ich für eine gesunde Ernährung für unverzichtbar halte, lässt sich das trotzdem in einer Rendite ausdrücken. Die ist mit knapp 30 % pro Jahr für 20 Jahre dann doch erheblich. Doch mehr von diesen Details, wenn ich zurück bin.
Jetzt schau ich mir erst mal alles an, lerne die Betreiber der Bäume persönlich kennen, besuche teils hunderte Jahre alte Olivenbäume, über 400 an der Zahl. Dann wird es ab Mitte Juno für interessierte Wohlstandsbildner eine Zoom-Konferenz geben. Eine schöne Website ausschließlich für Wohlstandsbildner gibt es übrigens schon, aber sie ist noch offline.
Warum erst Mitte Juni, also so spät? Weil ich zwei Tage nach meiner Rückkehr von den Olivenbäumen gleich weiterfliege nach Australien. Auch darüber habe ich schon gesprochen: Es geht um die Wertschöpfungsketten rund um eine Destillerie, die ein wertvolles Element in unserer 3. Säule Agrikultur werden wird. Dazu wird es natürlich auch einen Bericht geben für die, die investiert sind.
Und kaum bin ich zurück aus Australien, geht es wiederum zwei Tage später nach Österreich, aber zum Glück nur für vier Tage, in denen ich mich in den Bergen intensiv mit den Möglichkeiten der KI in Verbindung mit unserer Strategie beschäftigen will – und das mit tatkräftiger Unterstützung von Experten, die in Europa zur Phalanx der besten KI-Entwickler gehören.
Es ist also schon grenzwertig gedrängt. Aber die Termine konnte ich mir nicht aussuchen und werde deshalb diese anstrengende Zeit so gut es geht genießen. Und danach werde ich alles aufbereiten, um euch weiterzugeben, was sich weiterzugeben lohnt im Sinne finanzieller Bildung und im Sinne unserer Wertschöpfungsrenditearbeit.
Die Podcast-Folgen am ersten und dritten Samstag eines Monats will ich aber trotzdem durchhalten. Mal schauen, vielleicht fallen sie einfach etwas kürzer aus als sonst, sollen aber dennoch das Podcast-Momentum aufrechterhalten und dir und euch hoffentlich einen Mehrwert bieten – wie das folgende Thema:
Versicherungen, Pensionskassen, die größten Stiftungsuniversitäten der Welt — Harvard, Yale, MIT — sie alle machen es seit Jahrzehnten so. Sie investieren in Glasfasernetze, Solarparks, Logistikzentren, Rechenzentren, Satellitennetzen, und in Agrikultur sowieso. Ganz direkt und ganz ohne Börsenzirkus und ohne Werbung mit ehemaligen Fußballtrainern.
Privatanlegern war das bisher verwehrt. Bis die Europäische Union etwas getan hat, was ich ihr nur selten zutraue: Sie hat eine Tür geöffnet, durch die all die Jahre lang nur die ganz Großen marschiert sind. Auf der Tür steht ein Akronym mit fünf Buchstaben: ELTIF. Und damit bekommen viele Privatanleger zum ersten Mal ein Werkzeug in die Hand, das deren Vorstellung davon, wie ihr Geld arbeiten kann, gründlich verschieben dürfte.
➡️ „Was die Großen seit Jahrzehnten tun, durftest du nicht — bis jetzt.“
ELTIF steht für European Long-Term Investment Fund. Das ist doch mal einfach zu übersetzen: ein europäischer langfristiger Investmentfonds. Geschaffen von der EU, um privates Kapital dorthin zu lenken, wo Wertschöpfung wirklich entsteht – nämlich in die Realwirtschaft. Also nicht in Derivate, in algorithmisches Hochfrequenz-Geschrubber oder in den nächsten ETF-Trade.
Das Wort „Long Term“ ist dabei entscheidend: Während ein ETF dir vorsingt, dein Geld sei jeden Tag verfügbar, steckt beim ELTIF die Ehrlichkeit schon im Namen: Plane mit Jahren, nicht mit Tagen. Ist ja auch logisch, denn echte, große Substanzwerte baut man nicht in einem Quartal auf. Das braucht schon ein paar Jahre.
Und genau hierin liegt die Logik, die institutionelle Anleger seit Generationen begriffen haben: Wer Substanz finanziert, finanziert über den Tellerrand der schnellen Rendite hinaus. Das ist einer der Gründe, warum Pensionskassen und Stiftungen so investieren. Nicht trotz der langen Bindung – sondern wegen ihr, um in dieser ganzen Zeit solide Renditen zu bekommen, die einen Indexdurchschnitt locker übertreffen können.
➡️ „Substanz baut man in Jahren, nicht in Stunden. Long Term ist kein Schönheitsfehler des ELTIF, sondern sein eigentlicher Kern.“
Schauen wir uns an, wo ein ELTIF überhaupt investieren darf – und Wohlstandsbildner werden sich sofort zuhause fühlen:
Bis vor Kurzem waren diese Anlageklassen für Kleinanleger, mit Ausnahme der Wohlstandsbildner, wie verriegelt. 10.000 Euro Mindestanlage, das ging ja noch. Aber an 100.000 Euro Vermögensnachweis sind viele gescheitert. Und dann durften nur maximal zehn Prozent vom Portfolio so investiert werden. Damit war die Tür vielleicht offiziell offen – praktisch aber für 95 Prozent der Privatanleger zugesperrt.
Im Januar 2024 trat dann die Reform in Kraft, die Insider ELTIF 2.0 nennen. Und damit wurde es interessant, denn mit einem Federstrich sind drei wesentliche Hürden abgebaut worden:
Theoretisch kannst du heute mit einem einzigen Euro einsteigen. In der Wirklichkeit starten viele ELTIFs bei wenigen tausend Euro, manche aber auch schon bei 25 Euro im Monat.
Deshalb stimmt der Begriff „Demokratisierung“. Denn was hier passiert, ist im Kern genau das: Eine Anlageklasse, die seit Jahrzehnten als Spielwiese der lukrativen, soliden Sachen den Reichen, Superreichen und Ultra-Superreichen vorbehalten war – das steht mit einem Schlag auch dem Otto-Normal-Anleger zur Verfügung.
Aber Vorsicht: Nur weil die Tür offen ist, heißt das nicht, dass man einfach blind hineinstolpert. Da ELTIFs immer noch komplex sind, gibt es weiterhin eine gesetzliche Leitplanke: Ein Berater oder Vermittler muss im Rahmen einer sog. Geeignetheitsprüfung sicherstellen, dass das Produkt auch wirklich zu deinen finanziellen Zielen und deiner Risikotoleranz passt. Auch, wenn die Schwellenwerte stark reduziert wurden, die Verantwortung des Anlegers ist geblieben.
➡️ „Was Yale seit fünfzig Jahren macht, kannst du jetzt mit ein paar tausend Euro nachbauen. Das ist keine Marketingfloskel — das ist EU-Verordnung.“
Und der Markt goutiert das: Schon 2024 kamen 55 neue ELTIFs auf den Markt. Im Oktober 2025 waren es schon über 150. Das verwaltete Vermögen da drin ist 2025 um 55 Prozent auf 34 Milliarden Euro angestiegen. Große Plattformen prognostizieren, dass die europäischen Private Markets bis 2030 die 5-Billionen-Marke knacken könnten. Was hier also wächst, das ist keine Modeerscheinung. Es kann zu einer echten Säule des europäischen Finanzsystems werden – neben all den Banken und öffentlichen Börsen.
Aber kein Boom ohne Kehrseite. Wo plötzlich viel Kapital strömt, erscheinen immer auch die Glücksritter und Gauner, die schnell Kasse machen wollen, ohne viel zu leisten. Das Ergebnis sieht dann so aus:
Die Verbraucherzentralen schauen deshalb skeptisch auf den Boom, und ein Family Office schimpfte unlängst öffentlich, der ELTIF sei „gut gemeint, aber schlecht konstruiert“. Ja, und das sind Stimmen, die man ernst nehmen sollte – nicht um den ELTIF zu verteufeln, sondern um genau hinzuschauen, welcher ELTIF taugt und welcher nicht.
Obwohl ELTIFs durch Sachwerte wie Infrastruktur oder Immobilien besichert sind, bleibt immer ein systemisches Totalverlustrisiko bestehen – etwa durch Hebelwirkungen, Projektpleiten oder Marktschocks. Deshalb braucht es eine erfahrene, ruhige und weitsichtige aktive Führung für so ein Vehikel! Und dann reduzieren sich auch 150 Angebote ganz schnell zu weniger als 10 seriöse Top-ELTIFs. Bei denen weiß man dann, dass man für die nächsten 30 Jahre, wenn man will, ruhig schlafen kann.
So gut auch dieser neue Mantel ist – ohne finanzielle Bildung wird man auch dort danebengreifen, wenn nicht klar ist, worauf man achten soll, welche Kriterien zählen, wann ein Management ein gutes ist. Um das ohne großen Aufwand selbstständig analysieren zu können, wenn man will, empfehle ich als Erstes – ja klar – die Investorenausbildung (deshalb biete ich sie ja seit Jahren an), und als Zweites die Podcasts hier, die sich zukünftig verstärkt auch mit KI beschäftigen, die für kluge Wohlstandsbildner ein tolles Werkzeug sein kann.
➡️ „Kein Werkzeug ist gut oder schlecht. Es kommt darauf an, in welcher Hand es liegt.“
Im Kostenblock erscheinen die üblichen Verdächtigen, ohne die kein Fonds auskommt:
Dem typischen ETF-Liebhaber klingt das nach viel. Stimmt auch, wenn man ETFs als Vergleichsmaßstab nimmt. Aber das ist, als würde man eine Rolex mit einer Seiko oder Swatch vergleichen, und dann wundert man sich über den Preis.
Das eigentliche Anreizsystem für ELTIF-Macher heißt Hurdle Rate: Der Manager kassiert erst dann richtig, wenn du als Investor schon ordentlich verdient hast. Skin in the Game – oder vornehmer gesagt, wie ich es bevorzuge, Alignment of Interest – das sind hier keine Marketingvokabeln. Bei guten ELTIFs investiert der Manager mit eigenem Vermögen mit, oft in 2-stelliger Millionenhöhe! Dieser gemeinsame Blick in eine gewünschte Richtung ist eines der wichtigsten Plausibilitätskriterien überhaupt.
Dann gibt es eine Eigenheit bei ELTIFs, die der Gesetzgeber gern und laut als Risiko verkauft: Sie heißt Blind Pool. Bedeutet: Du gibst dem Manager dein Geld, und der sucht erst nach und nach die konkreten Investments. Beim Einstieg weiß er selbst noch nicht, wie das Portfolio in der Zukunft genau aussehen wird.
Für mich persönlich ist das gar kein Risiko aufgrund von Blindheit, sondern die ganz normale Struktur eines Privatmarkt-Fonds, dem über die Jahre Geld zufließt, das mit der Zeit seine Zielinvestitionen finden muss. Wer das anders erwartet, hat das Wesen von Long Term und Private Markets nicht verstanden.
Wie kann ein Management bei einer Beteiligungsform mit bis zu 50 Jahren Laufzeit wissen, was es in 15 Jahren kaufen kann? Blind Pool ist also eine negative Bezeichnung für einen ganz natürlichen Vorgang. Aber ich habe ein paar Vorschläge, wie man diesen Vorgang positiv und präziser ausdrücken kann:
All das wäre sehr zutreffend. Aber es heißt nun mal: Blind Pool-Risiko.
Damit du nicht in die Falle der fiesen Trittbrettfahrer tappst, die dir einen Unsinn-ELTIF andrehen wollen, gebe ich dir drei Fragen mit auf den Weg, die du jedem ELTIF-Anbieter stellen solltest:
Sind die Antworten zufriedenstellend, kannst du mit neugierigem Optimismus weiterschauen. Sind sie es nicht, dann lass besser die Finger davon – egal, wie schön die Broschüre aussieht.
Wer dann genauer hinguckt, stößt auf etwas, das ihm aus der Wertschöpfungslogik vertraut ist: ELTIFs sind illiquide. Dein Geld ist gebunden – oft mehrere Jahre, manchmal länger. Es gibt keine tägliche Rückgabemöglichkeit wie beim ETF.
Das klingt erst mal wie ein Nachteil. Ist aber, wenn man es richtig liest, das Gegenteil. Denn institutionelle Anleger wünschen sich sogar Illiquidität. Die Fachwelt nennt das die Illiquiditätsprämie. Der Grund ist einfach: Wer bereit ist, auf tägliche Verfügbarkeit zu verzichten, bekommt höhere Renditen.
Wer das verstanden hat, stellt sich also gar nicht mehr die Frage: „Komme ich morgen an mein Geld ran?“ Sondern: „Brauche ich dieses Geld in den nächsten sieben, zehn oder fünfzehn Jahren wirklich – oder ist es genau das Kapital, das ich solide arbeiten lassen kann?“
Wenn es nun um Kündigungsoptionen geht, dann ist der heutige Marktstandard für Privatanleger das sogenannte „semi-liquide“ Modell, auch Evergreen-Struktur genannt. Das bedeutet: Der Fonds läuft unbefristet, also nicht wundern, wenn dort 50 Jahre Laufzeit steht, aber man kann regulär kündigen, oft nach einer anfänglichen Haltephase von ein bis drei Jahren.
Wenn man also aussteigen möchte, geschieht dies in der Regel über Quartals- oder Halbjahresfenster mit einer Kündigungsfrist zwischen drei und zwölf Monaten. Warum wird das so gemacht? Da die zugrunde liegenden Sachwerte wie Infrastruktur oder Firmenbeteiligungen nicht über Nacht verkauft werden können, sorgt ein Liquiditätspuffer im Fonds für die nötige Flexibilität. Damit das System bei großen Marktschwankungen stabil bleibt, nutzen Emittenten zudem sogenannte „Gates“ – Rücknahmebeschränkungen, die verhindern, dass zu viel Kapital auf einmal abgezogen wird. Man kommt also schon planbar und regelmäßig an sein Geld, zumindest bei den wenigen Top-Emittenten, nur eben nicht auf Knopfdruck wie bei einer Aktie.
Es gibt noch eine zweite, weniger bekannte Tür, durch die man rauskommen kann: den Sekundärmarkt. Einzelne ELTIF-Anbieter und spezialisierte Plattformen ermöglichen es, ELTIF-Anteile vorzeitig an andere Anleger weiterzugeben. Das gelingt nicht immer, wenn sich kein Käufer findet, und der Preis liegt oft unter dem rechnerischen Anteilswert – aber für den Notfall ist es eine zusätzliche Option, die man kennen sollte.
➡️ „Liquidität ist nicht umsonst. Wer sie immer haben will, zahlt mit Rendite dafür. Jeden Tag.“
Wo wir schon bei der Abgrenzung sind zwischen ETF und ELTIF, die weit über die Frage der Verfügbarkeit hinausgeht, dann machen wir es hier richtig:
Ja, ein ETF ist günstig, liquide, einfach. Das sind ohne Frage Vorteile. Aber ein ETF bleibt immer abhängig von der Börse – und damit anfällig für deren Herdenbewegungen. Und – was ein immer größerer Nachteil wird – er muss immer in das investieren, was schon groß genug ist, um im Index zu landen.
Und damit sind wir bei der oft besungenen Streuung von ETFs. Schau dir mal die Zahlen in Deutschland an: 2007 gab es 761 börsennotierte Unternehmen. 2022 nur noch 429. Das Anlageuniversum der Börse hat sich also fast halbiert. Und ein wesentlicher Treiber dieser Schrumpfung ist ironischerweise der ETF-Boom selbst. Denn er investiert nur in das, was groß genug ist, und befeuert damit die Konzentration immer weiter.
Pensionskassen wissen das längst. Sie verschieben deshalb ihre Quoten in Richtung Private Assets. Mit dem ELTIF haben Privatanleger zum ersten Mal das Werkzeug, dieser Bewegung zu folgen. Und die führt hin zu kleineren Unternehmen, neuen Infrastrukturprojekten, Immobilienentwicklungen mit echter Wertschöpfung – all das findet im ETF nicht statt. In dem stecken nur ausfinanzierte Unternehmen, die ihre Wertschöpfung am Kleiderhaken des Börseneingangs abgegeben haben. Und am Ende sind es letztlich sieben oder acht Mega-Unternehmen, die den gesamten Markt ziehen – nach oben, oder nach unten.
In anderen Worten: Ein ELTIF ist illiquider, kostenintensiver, komplexer. Aber er investiert in Substanz statt in Aktiensymbole. Er erwirbt Anteile an der Realwirtschaft selbst, nicht Anteile eines Spiegelbildes dieser Realwirtschaft. Und diese Anteile erwirbt er oft früh genug, dass eine schöne Rendite drin ist – und spät genug, dass es nichts mit Venture Capital, also Wagniskapital, zu tun hat.
Und dann ist da noch der eher unsichtbare, aber großartige Vorteil, von dem in der ETF-Werbeprospekt-Welt selten die Rede ist: Inflation. Infrastruktur lebt von langfristigen Verträgen, in denen die Gebühren oft direkt an den Verbraucherpreisindex gekoppelt sind. Eine Mautstrecke, ein Stromnetz, eine Wasserleitung – alle gehen still und leise mit der Inflation mit. Das ist genau das, was ein klassischer Anleihe-ETF nicht kann und ein Börsen-ETF auch nicht einpreist, denn bei dem dominieren psychologische Aspekte.
➡️ „Der ETF kauft die Aktie. Der ELTIF kauft das Unternehmen.“
Ein Wort zur Nachhaltigkeit, die oft nur Schminke ist: Geschäftstüchtige Köpfe in der ELTIF-Anbieterschar hüllen sich gerne in grüne Mäntelchen: ESG steht dann auf der Titelseite, Solarparks zieren das Cover und in den Broschüren wimmelt es vor leuchtenden Sonnenblumen- und Getreidefeldern in der untergehenden Sonne. Ganz ehrlich, ich kann das nicht mehr sehen, dieses Klischee-Greenwashing 1.0, bei dem lediglich bestehende Alibi-Anlagen von links nach rechts geschoben werden. Denn wenn ein Fonds nur fertige Windparks kauft, die sowieso schon laufen, fließt kein einziger Cent in den Klimaschutz – das ist reiner Bestandsbesitz mit Öko-Sticker.
Echter ESG-Impact entsteht nur durch Addition, also wenn das Kapital dafür sorgt, dass etwas entsteht, das es vorher nicht gab. Ein neuer Solarpark in Chile, ein Windpark in Namibia, eine regenerative Agrarfläche in Indien. Nur wer neue Kapazitäten baut, der verändert die Welt mit ELTIFs vielleicht etwas zum Positiven. Alles andere ist bloßes Marketing-Recycling, von dem ich rate, die Hände wegzulassen.
Schauen wir uns drei Kennzahlen an, die bei ELTIFs besonders wichtig sind:
Beispiel: Wer sein gesamtes Kapital 2007 kurz vor der Finanzkrise investiert hat, erzielte in den ersten Jahren deutlich schlechtere Ergebnisse als jemand, der 2009 am Tiefpunkt der Märkte startete und die ganze Kletterei nach oben mitnehmen konnte. Da man aber nie genau weiß, wo man gerade steht – schon gar nicht in Trump-Zeiten –, würde ich rückwirkend gar nicht so sehr nach dem Einstiegszeitpunkt schauen, sondern einfach in regelmäßigen Abständen neue ELTIF-Beteiligungen eingehen, was ja dann auch eine Form von Diversifikation ist.
Zu den Steuern: ELTIFs werden heute wie ganz normale Investmentfonds behandelt. Das heißt: Es greift die Abgeltungssteuer plus Soli. Aber zum Glück ist das oft nur die halbe Wahrheit – im positiven Sinne:
Es gibt ein Geschenk des Gesetzgebers, das je nach ELTIF unterschiedlich groß ausfällt. Investiert dein ELTIF überwiegend in Aktien oder aktienähnliche Beteiligungen, bleiben 30 % der Erträge steuerfrei. Bei inländischen Immobilien sind es 60 %, bei ausländischen sogar 80 %. Reine Infrastruktur- oder Private-Debt-ELTIFs fallen dagegen oft durchs Raster und kommen ganz ohne Teilfreistellung daher. Lass dir also genau sagen, welche Quote für deinen ELTIF gilt, das kann sich lohnen.
Ein technisches Detail sollte man auch noch kennen: Wenn der Fonds die Gewinne nicht ausschüttet, sondern direkt wieder investiert, möchte das Finanzamt eine jährliche Abschlagszahlung sehen – die sogenannte Vorabpauschale. Das ist jetzt keine zusätzliche Steuerlast, sondern eine Vorauszahlung – sie wird beim späteren Verkauf gegen die fällige Abgeltungssteuer verrechnet. Trotzdem: Anfang Januar einen kleinen Puffer auf dem Verrechnungskonto liegen lassen, sonst ärgert sich die Bank, wenn sie nichts abbuchen kann.
Je verrückter die Zeit ist, in der wir leben, desto stärker wächst in mir das Bedürfnis nach einer Verbreiterung und Vertiefung der Säulenstrategie. Und genau da sehe ich bisher zwei ELTIFs, die wir unter den vielen als Perle der Perlen herausgepickt haben, als ideale Ergänzung zu unseren Club Deals in Säule II und als Verstärkung von Säule I.
Und wenn ich von Ergänzung spreche, dann wissen eingeführte Wohlstandsbildner, dass das bei mir bedeutet, dass dem Portfolio weitere Kontraste einverleibt werden, um noch resilienter, breiter, ruhiger und in allen Marktphasen lukrativer zu werden. Beispiele dafür:
Unsere Club Deals gehen in die Tiefe. Da geht es um ein konkretes Projekt, einen Standort, eine Geschichte. Das ist sehr rentabel – aber schmal in der Breite. Daher 4 Vorteile des Kontrastreichtums, der mit ELTIFs entsteht:
➡️ „Der Club Deal ist die Tiefenbohrung. Der ELTIF ist das Fundament. Beides zusammen ist eine Burg.“
Was die EU mit der ELTIF 2.0-Option geschaffen hat, ist mal wirklich zukunftsweisend. Das ist keine laute, marketinggetriebene Erweiterung der Finanzwelt, sondern einfach jetzt eine zeitgemäße und sinnvoll-zwingende Wahlmöglichkeit angesichts des billionenschweren Finanzbedarfs von Infrastruktur.
Wir haben jetzt eine Anlageklasse, die jahrzehntelang nur den Großen offenstand; die ist plötzlich vielen zugänglich. Aber Demokratisierung heißt jetzt nicht, dass jeder ELTIF gut ist, so wie in unserem demokratischen Parteiensystem auch nicht jede Partei rechtschaffen unterwegs sein muss. Demokratisierung heißt hier nur, dass die Tür nahezu jedem offensteht. Doch wer durchgeht, sollte schon wissen, wohin er gehen will und was ihn in etwa erwartet. Deshalb gibt es ja die Investorenausbildung für Wohlstandsbildner.
Und weil dieser Podcast eh schon über Gebühr lang geworden ist und in sich doch sehr positiv gestimmt daherkommt mit diesen genussvollen neuen Anlagemöglichkeiten, verzichte ich heute aufs Genusselement und sage Tschüss, ade, ein zuversichtliches Wiederhören wünscht euch
Euer Andreas, der Wohlstandsbildner