# 157 AVD startklar – Deutschland verliert

Dauer: 31:05

Der Wohlstandsbildner-Podcast, heute mit einer Nachricht, auf die manche von euch seit Monaten warten – und mit einem Vermögenszeugnis, bei dem wir Deutschen die Ohren anlegen müssen.

Die gute Nachricht zuerst: Das Altersvorsorgedepot kannst du bei uns ab sofort nicht nur anlegen. Du kannst es schon bestücken. Noch fließt kein Euro, aber du kannst heute festlegen, wie du dein AVD strategisch ausrichten kannst. Das Depot steht also nicht nur leer herum – es weiß schon, was es tun soll.

Und danach eine Zahl, die nicht nur mich irritiert: Deutschland ist bei den Millionären die Nummer vier der Welt. Und beim Vermögen der Mitte? Letzter. Letzter von dreißig. Beides steht im selben Bericht, und wie das zusammengeht, ist Teil dieser Folge.

Ganz am Ende verrate ich dir dann noch, wie du deinen mächtigsten Therapeuten mit einem einzigen Atemzug anwirfst. Der sitzt nämlich schon in dir und arbeitet kostenlos.

Fangen wir an mit dem, was ab heute möglich ist.

Shownotes:

Das Altersvorsorgedepot ab 2027 – und was wir Wohlstandsbildner daraus machen (gilt auch für alle Noch-Nicht-Wohlstandsbildner): www.wohlstandsbildner.de/avd

Jetzt kostenfrei und unverbindlich für das AVD vormerken lassen (Formular für alle ohne Liechtensteiner Topf): https://www.wohlstandsbildner.de/ezd-formular/avd.php

Bonbon für Noch-nicht-Wobis: vergünstigter Zugang zur Investorenausbildung bei AVD-Vormerkung: https://www.digistore24.com/product/515695?voucher=avd

UBS Global Wealth Report 2026, veröffentlicht am 30. Juni 2026 (Pressemitteilung mit Link zum Bericht): https://www.ubs.com/global/de/media/display-page-ndp/de-20260630-gwr-2026.html

Allianz Global Wealth Report 2026 „A double-edged code“, veröffentlicht am 29. September 2026 (Pressemitteilung): https://www.allianz.com/en/mediacenter/news/media-releases/260929-allianz-global-wealth-report-2026.html

Allianz Global Wealth Report 2026, Vollversion als PDF (Primärquelle, englisch): https://www.allianz.com/content/dam/onemarketing/azcom/Allianz_com/economic-research/publications/allianz-global-wealth-report/2026/allianz-global-wealth-report-2026.pdf

dpa-Faktencheck: Warum Deutschland im Median hinter Griechenland liegt, im Durchschnitt aber weit vorn: https://dpa-factchecking.com/germany/260707-99-990173/

Institut für konservative Wirtschaftspolitik zur realen Entwicklung des deutschen Medianvermögens seit 2020: https://institutkw.de/ubs-daten-reales-medianvermoegen-der-deutschen-seit-2020-um-knapp-20-prozent-gesunken

Altersvorsorgedepot ist startklar – mit Strategiebestimmung

Die Eckdaten zum neuen Altersvorsorgedepot, kurz AVD, stehen. Start ist der 01. Januar 2027, und ab sofort kannst du dich bei uns auf wohlstandsbildner.de/avd dafür registrieren.

Was du einzahlen darfst, ist wenig. Was du dafür bekommst, ist viel, nämlich geschenktes Geld vom Staat: Das sind bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr. Die volle Zulage gibt es für 150 Euro im Monat, also 1.800 Euro im Jahr. In drei Podcast-Folgen habe ich das Thema schon auseinandergenommen, die Kurzfassung findest du auf wohlstandsbildner.de/avd.

Was daraus werden kann, sollte man sich lieber ehrlich als zu vollmundig vorstellen, aber es ist dennoch beachtlich: 150 Euro im Monat plus Zulage, vierzig Jahre lang, ergeben bei fünf Prozent im Jahr rund 290.000 Euro, bei sieben Prozent etwa eine halbe Million. Natürlich ist das keine Zusage, nur eine Annahme. Aber sie zeigt, worauf es ankommt: Was am Ende bei rüberkommt, ist weniger die Höhe der Rate, sondern vor allem die Zahl der Jahre, in denen das AVD ununterbrochen läuft.

Nicht ob, sondern wohin: Warum das AVD über die Wohlstandsbildner?

Nun, diese Förderung bekommst du bei jeder Bank und bei jedem Neo-Broker, die mit viel Kundengeld schon Werbung machen. Die entscheidende Frage ist ohnehin nicht ob, sondern wohin das Geld fließt.

Ein Depot bei einer Direktbank liefert am Ende genau das, was alle bekommen: MSCI World und die anderen Sachen von der Stange, mutmaßlich von BlackRock und Vanguard. Für strategisch intelligenten Vermögensaufbau braucht es meiner Meinung nach aber mehr.

Wir haben deshalb eine feine Palette von Zielinvestitionen ausgewählt, nach den strengen Kriterien der Wohlstandsbildner-Strategie – das ist ein Prüfungskatalog mit mehr als 70 Einzelfaktoren. Und wir schauen uns – natürlich nur auf Wunsch – dein Profil an, deinen Zeithorizont, deine Lebensphase und was darin finanziell am meisten Sinn machen kann. Denn ein Depot für einen Siebenundzwanzigjährigen und eines für einen Achtundfünfzigjährigen sind zwei ganz verschiedene Vorhaben, auch wenn die Förderung dieselbe ist.

Dazu kommen drei Dinge, die für den maßgeschneiderten Wohlstandsbildner-Anzug sprechen:

  1. der Standort: Ich mag es, das Depot nicht in der Europäischen Union anzusiedeln, aber im Europäischen Wirtschaftsraum zu bleiben. Also raus aus dem deutschen Bankensystem – dafür gibt es ja mehrere triftige Gründe – und trotzdem drin im Rechtsraum mit europäischen Leitplanken. Genau das gefällt mir.
  2. die laufende Begleitung. Wenn es die Märkte erfordern oder sich deine Lebenssituation ändert, justieren wir gemeinsam nach. Wer mein Team kennt, weiß: Einen Support zu finden, der schneller antwortet als wir, ist schwer. Ob so etwas die großen, letztlich anonymen Anbieter auch so liefern, wage ich zu bezweifeln. Und
  3. die Einbettung in die Säulenstrategie. Das AVD wird nach dem Wohlstandsbildner-Konzept alle drei Säulen Infrastruktur, Value Add-Immobilien und ganz gewiss auch Agrikultur enthalten. In welcher Gewichtung entscheidest du als Investor oder Investorin, ebenso, ob du darin mehr auf die breit aufgestellten Kerninvestitionen baust oder mehr auf die lukrativen Satelliten, wie ich sie nenne.

Eine Einladung an alle Noch-nicht-Wohlstandsbildner: Wer nur das AVD über uns nutzen will, ohne die anderen Säulen, ohne Ausbildung, ist selbstverständlich willkommen. Eine Fußzehe in der Investorenwelt zu haben, ist doch auch ein guter Anfang. Und wenn daraus mal mehr werden soll, gibt es ein Bonbon: Wer sich über uns registriert, bekommt unbefristet vergünstigten Zugang zu unserer Investorenausbildung. Denn ein solides Fundament baut man nun mal am besten mit dem nötigen Wissen und einem klaren Gesamtfahrplan.

Anmelden, bestücken, zurücklehnen: So läuft die Vormerkung

Deine ab sofort mögliche AVD-Einrichtung ist übrigens kein Antrag und kein Vertrag. Sie ist kostenfrei, unverbindlich und sie stellt nur sicher, dass am ersten Januar alles unterschriftsreif hinterlegt ist. Wie ein angewärmter Mantel, in den nur noch deine Zielinvestitionen schlüpfen.

Zwei Wege führen dorthin: Hast du schon einen Topf aus unserer Säule-1-Topfstrategie, dann öffne deine Smartphone-App und wähle die Vormerkung fürs Altersvorsorgedepot. Wir sehen das dann im System und leiten alles Weitere in die Wege. Hast du noch keinen Topf oder bist neu bei uns: ein Klick auf wohlstandsbildner.de/avd, den Button kannst du nicht übersehen.

Danach bekommst du direkt von unserem Depotanbieter eine E-Mail, um deine Basisdaten zu hinterlegen, natürlich nach höchsten Sicherheitsstandards. Neben Stammdaten und Steuer-ID geht es da um die Frage, ob du Kinder mit Kindergeldbezug hast und ob du einen alten Riester-Vertrag als Joker-Soforteinlage mitbringst. Und du kannst einplanen, wie viel du monatlich investieren willst.

Meine Empfehlung: Schöpfe die 150 Euro voll aus, damit kein Cent der 540 Euro Zulage liegen bleibt. Wer schon Sparpläne laufen hat, zweigt die 150 Euro einfach dort ab. Das gilt auch eins zu eins für unsere bestehenden Topfinvestoren in der Investorengemeinschaft: Die ersten 150 Euro wandern ins AVD, alles darüber fließt wie gewohnt in den freien Topf. Genau dafür haben wir ja unser automatisiertes Split-Depot.

Und jetzt kommt das, was diese Woche neu dazugekommen ist: Wir können schon heute Zielinvestitionen für dich vormerken. Unser Depotanbieter braucht nämlich zum Start einen konkreten Platzhalter, damit dein Cockpit am ersten Januar sofort aktiviert werden kann.

Keine Sorge, du musst dich nicht durch Hunderte Produktblätter wühlen. Aus rund 400 zugelassenen Optionen filtern wir die Crème de la Crème heraus, handverlesen nach Track Record, Krisenfestigkeit, Volatilität, Diversifikation und Managementqualität. Diese Auswahl bündeln wir dann in diesen drei Profilen:

Konservativ heißt: ein massives Fundament aus robuster Infrastruktur und sogar Staatsanleihen, Säulen 2 und 3 gewichten wir unter 50 %. Das ist für sicherheitsorientierte Anleger oder für Sparer ab 55, die die maximal mögliche Einzahlungszeit bis 70 nutzen wollen. Spätestens mit 70 muss dann die Auszahlung beginnen. Das jährliche Entwicklungspotenzial setzen wir bei gut 5 % an.

Progressiv heißt: voller Fokus auf die dynamischen Wertschöpfungsketten unserer Säulen 2 und 3, bei dem Infrastruktur erst über die Jahre ein höheres Gewicht bekommt. Da streben wir ein Entwicklungspotenzial von gut 7,5 % an.

Und das Profil „Ausgeglichen“ ist die goldene Mitte mit einem Entwicklungspotenzial von mehr als 6 %.

Die Entscheidung liegt natürlich voll bei dir. Ein Sechzigjähriger darf auch progressiv wählen, ein Fünfundzwanzigjähriger konservativ. Wir liefern nur das Navigationssystem und beraten gern, aber du sitzt am Steuer. Und nichts davon ist in Stein gemeißelt: Auswahl und Gewichtung kannst du vor dem Januar und auch danach jederzeit ändern.

Bevor 2027 der erste Euro fließt, bekommst du sowieso die exakten Details zu jedem Zielinvestment auf den Tisch. Du prüfst in Ruhe, gibst deine Freigabe – und erst dann geht es los. Bis dahin halten wir dich über unseren AVD-Verteiler mit Updates, Produkt-Checks und Auswertungen auf dem Laufenden.

So viel zum Fundament, das der Staat jetzt für den privaten Vermögensaufbau anbietet. Und wo wir beim Fundament sind: Schauen wir uns an, wie es um das Vermögensfundament unseres ganzen Landes bestellt ist. Und da sieht es für uns Deutsche nicht so toll aus.

Der UBS Global Wealth Report 2026: Deutschland beim Medianvermögen nicht gut aufgestellt

Einmal im Jahr hält die Schweizer Großbank UBS uns und der Welt ein Vermögenszeugnis vor die Augen: den Global Wealth Report. Sie vergleicht darin das Vermögen der Menschen in 56 Ländern. Gezählt wird alles, was man so besitzt – Kontogelder, Wertpapiere, Immobilien –, davon werden die Schulden abgezogen, und was bleibt, geht in die Rechnung des Berichts ein. Das Ergebnis ist speziell für uns Deutsche spannend bis irritierend: Wir sind reich, und gleichzeitig sind wir erstaunlich arm. Beides stimmt.

Weltvermögen 2025: Plus 10,8 Prozent und eine Million neue Millionäre

Zuerst das übergeordnete Bild: Das weltweite Privatvermögen ist 2025 um 10,8 Prozent gestiegen, so stark wie seit 2017 nicht mehr. Rund eine Million Menschen sind als Dollar-Millionäre dazugekommen, das sind unglaubliche 2.600 neue Millionäre auf der Erde pro Tag. Man sollte also meinen, es sei gar nicht so schwer, in diese Riege aufzusteigen. Insgesamt zählt die UBS damit gut 57 Millionen Millionäre weltweit. Allein in Deutschland kommen immerhin 66 Millionäre pro Tag dazu.

Aber Vorsicht: Die UBS rechnet alles in Dollar. Und der Dollar hat letztes Jahr gegenüber Euro und Franken deutlich an Wert verloren. Wenn der Maßstab schrumpft, sieht alles, was man damit misst, größer aus, als es ist. Ein gar nicht so kleiner Teil des europäischen Vermögenswachstums ist daher auch das Ergebnis der Wechselkurse. Das bitte erinnern, wir brauchen es gleich noch.

347.000 Dollar im Schnitt: Deutschland auf Platz 4 bei den Millionären

Jetzt zu uns. Der durchschnittliche Deutsche besitzt laut UBS rund 347.000 Dollar, das sind etwa 300.000 Euro. Damit liegt Deutschland weltweit auf Platz 14, also im Mittelfeld der reichen Länder. Und bei der Zahl der Millionäre sind wir noch immer Weltspitze – trotz einer der höchsten Steuer- und Abgabenlasten unter den Industrieländern. Mit rund 2,6 Millionen Dollar-Millionären stehen wir auf Platz vier, hinter den USA, China und Japan.

Median statt Durchschnitt: Warum der Mittelwert beim Vermögen in die Irre führt

Das klingt doch erstmal gut. Aber du weißt aus früheren Folgen, dass der Durchschnitt oft ein schwer verzerrtes Bild liefert. Zur Veranschaulichung eine Anekdote aus meinem Leben:

Ich saß vor ein paar Jahren in dem schmucken Turm-Restaurant neben der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall, mit vielleicht 58 anderen Gästen. Wenig später kommt Reinhold Würth herein, der Firmenpatriarch der Schrauben-Würth-Gruppe. Er besitzt laut Forbes rund 43 Milliarden Dollar, gut 37 Milliarden Euro. Ganz genau weiß man es nicht, weil das Konzernvermögen in Familienstiftungen liegt.

Rechnen wir mal: 37 Milliarden, geteilt durch 60 Gäste, macht im Schnitt mehr als 600 Millionen Euro pro Restaurantbesucher. Ob jedem an dem Abend bewusst war, wie reich er durchschnittlich war? Wir sehen also: Der Durchschnitt liefert hier eine Information, die nicht nur falsch ist, sondern geradezu absurd.

Rechnen wir mal in einem größeren Maßstab: Unter 83 Millionen Deutschen leben nach der aktuellen Reichenliste des manager magazins 257 Milliardäre und Milliardärsfamilien, das ist Rekord. Allein die obersten hundert vereinen rund 784 Milliarden Euro auf sich. Alles Schätzungen natürlich, aber die Größenordnung stimmt. Wie sinnvoll ist es nun, fast 800 Milliarden Euro auf jeden deutschen Bürger zu verteilen, um eine Durchschnittszahl zu bekommen, mit der niemand etwas anfangen kann? Oder nimm dieses Gedankenspiel: Würde Elon Musk deutscher Staatsbürger werden wollen, wäre schlagartig jeder in diesem Land um durchschnittlich 9.000 Euro reicher. Ein ganzes Volk steigt auf, ohne dass ein einziger Mensch einen Cent mehr hat.

Deshalb gibt es den viel aussagekräftigeren Median: den Wert genau in der Mitte, der alles in zwei Hälften teilt: Die eine Hälfte hat mehr als die Mitte, die andere weniger. Und dieser Wert sollte uns Deutschen die Augen öffnen. Und er ist auch ein Grund, warum ich mit der Investorenausbildung tue, was ich tue.

Medianvermögen Deutschland – hinter Italien, Spanien und Griechenland

Das Medianvermögen in Deutschland liegt bei rund 53.500 Dollar, umgerechnet etwa 46.000 Euro. Damit landet Deutschland unter den 30 wohlhabendsten Ländern der Welt auf welchem Platz? Auf dem letzten. Deutlich hinter Spanien mit 112.000 Dollar, noch deutlicher hinter den hochverschuldeten Staaten Frankreich mit 122.000 und Italien mit 131.000 Dollar. Nochmal: Wir haben 53.500. An der Spitze der Liste steht Luxemburg mit 394.000 Dollar – dem Siebenfachen.

Ja, wir liegen sogar hinter Griechenland, das im Median auf rund 59.000 Dollar kommt. Ausgerechnet Griechenland, dem wir vor gut 15 Jahren noch Sparsamkeit beibringen wollten und das wir mit Milliardenkrediten gestützt haben.

Und jetzt kommt die Zahl, bei der es richtig wehtut: Beim Durchschnittsvermögen ist Griechenland mit rund 143.000 Dollar Letzter von dreißig. Wir auf Platz 14. Das im Schnitt ärmste Land der wohlhabenden Staaten schlägt uns in der Mitte. Deutlicher kann eine Statistik wohl nicht sagen, wie ungleich das Vermögen bei uns verteilt ist.

Und der Trend? Das Durchschnittsvermögen in Deutschland steigt, der Median hält nicht Schritt. Nach Berechnungen des Instituts für konservative Wirtschaftspolitik hat der deutsche Median zwischen 2020 und 2025 real, also nach Abzug der Inflation, knapp 20 Prozent verloren. Die Richtung ist eindeutig: Wo schon viel ist, wird es mehr. Wo wenig ist, wird es noch weniger.

Mieterland und schlafendes Geld: Warum die Mitte zurückfällt

Warum ist das so? Die UBS nennt vor allem zwei Gründe.

  1. Die Deutschen sind ein Volk der Mieter. Nur knapp die Hälfte lebt in den eigenen vier Wänden; wir sind das einzige Land der EU, in dem die Mieter die Mehrheit stellen. In Italien, Spanien oder Griechenland sind es 70 Prozent und mehr. Und wenn ich mir die aktuelle deutsche Steuer- und Wirtschaftspolitik anschaue, frage ich mich: Wird es für unsere Mitte künftig leichter, sich eine Immobilie zu kaufen – oder schwerer? Ich fürchte, jeder kennt die Antwort.
  2. , und da sind wir mitten im Thema finanzielle Bildung: Das Geld der Deutschen arbeitet nicht oder schlecht. Finanzanlagen machen bei uns nur rund 44 Prozent des Vermögens aus, in den USA rund 80. Und von unserem Geldvermögen liegt ein ganzes Drittel auf Spar- und Girokonten, wo es nach Abzug der Inflation bekanntlich nicht mehr wird, sondern weniger. Wir haben also nicht zu wenig Geld. Wir parken es nur an der falschen Stelle.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die UBS zählt Ansprüche aus der gesetzlichen Rente und aus Beamtenpensionen nicht mit. Und genau darauf verlassen sich ja bis heute viele Deutsche. Ein Teil unseres Wohlstands steht also nicht in dieser Tabelle, vielleicht, weil es ein Versprechen des Staates ist und die UBS selbst nicht weiß, wie viel dieses Versprechen wert sein wird.

Österreich und Schweiz: Was der Blick über die Grenze zeigt

Werfen wir einen Blick auf die Nachbarn. In Österreich besitzen die Menschen im Durchschnitt rund 280.000 Dollar, also etwa 238.000 Euro. Weltweit Platz 22, damit hinter uns. Beim Median dreht sich wieder das Bild: Der mittlere Österreicher hat rund 71.000 Dollar, gut 61.000 Euro, spürbar mehr als der mittlere Deutsche mit 46.000. Österreich ist im Schnitt ärmer als Deutschland, in der Mitte aber reicher. Bedeutet: Der Österreich-Kuchen ist kleiner, aber die Stücke sind gleichmäßiger geschnitten.

Und die Schweiz, wo ich vor wenigen Wochen am Flugplatz Birrfeld eine Zwischenlandung eingelegt und bereut habe: Achtzig Euro Zoll für Ein- und Ausflug, obwohl ich gar nichts zu verzollen hatte. Und der Espresso: 5,20 Franken, also rund 5,50 Euro für einen Schluck Kaffee. Also echt, da werde ich doch noch zum sparsamen Vollschwaben. Denn ich saß doch nicht auf dem Markusplatz in Venedig, sondern im Abgasstrahl einer kleinen Flugplatzpiste!

Solche Preise muss sich ein Land erstmal leisten können, und das tut es: Mit rund 910.000 Dollar im Schnitt pro Erwachsenem ist die Schweiz die Nummer eins der gesamten Welt. Rund 944.000 Schweizer, gut jeder achte Erwachsene, haben ein siebenstelliges Vermögen. Auch der Median ist mit 145.000 Dollar fast dreimal so hoch wie bei uns.

Aber – und hier wird es lehrreich – dieser Median ist gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent gefallen, von 182.000 auf 145.000 Dollar, und liegt heute etwa 15 Prozent unter dem Wert von 2000. Der durchschnittliche Schweizer ist in einem einzigen Jahr um 175.000 Franken reicher geworden, der mittlere um 32.000 Franken ärmer. Dieselbe Volkswirtschaft, dasselbe Jahr, überall derselbe Trend. Und schöner kann man die Vernebelung durch den Durchschnitt und die Klarsicht des Medians nicht belegen, oder?

Vermögensvergleich: Wo stehst du mit deinem Nettovermögen?

Warum erzähle ich dir das alles? Weil diese Zahlen eine Messlatte sind, an der du dich einordnen kannst. Sich zu vergleichen, gilt ja als beste Methode, unglücklich zu werden. In Vermögensdingen mache ich eine andere Erfahrung, und zwar mit dieser Haltung: Wenn ich die sehe, die weniger haben, bin ich dankbar. Wenn ich die sehe, die mehr haben, freue ich mich. Und wenn die, die mehr haben, obendrein ausstrahlen, dass sie ein wirklich gut gelauntes, freies Leben führen, dann frage ich mich, ob ich etwas von ihnen lernen kann.

Also, wenn du dich nun einordnen willst: Mit rund 46.000 Euro Nettovermögen – alles, was du besitzt, minus deiner Schulden – stehst du in Deutschland genau in der Mitte. Mit rund 300.000 Euro bist du beim Durchschnitt. Und ab rund 851.000 Euro zählst du in der UBS-Statistik zu den Dollar-Millionären. Erinnerst du dich an den schwachen Dollar von vorhin? Genau deshalb: Vor zwei Jahren hättest du für dieselbe Million über 900.000 Euro gebraucht. Der Weg in die Millionärsstatistik ist also kürzer geworden, allerdings nicht, weil du reicher wurdest, sondern weil der Maßstab geschrumpft wurde.

Fazit UBS Wealth Report: Prächtige Fassade, bröckelndes Fundament

Zusammenfassend und metaphorisch gesprochen zeigt der Report Deutschland als ein Haus mit prächtiger Fassade. Umrundet man es aber, sieht es an den Seiten und hinten ziemlich marode aus: Vorne glänzen die Millionäre, aber hinten in der Mitte fehlt es immer mehr an Substanz. Österreich ist insgesamt bescheidener, aber solider gebaut. Na ja, und die Schweiz bleibt noch immer der Palast der Welt, aber auch dort bröckelt es gehörig in der Mitte.

Und du? Wie sieht es bei dir aus als Bürger und Bürgerin dieser Länder? Warte bloß nicht, dass dir die Politik das Fundament repariert. So, wie die Weichen gestellt werden und es der Trend klar zeigt, geht die Schere noch schneller auseinander.

Deshalb meine Empfehlung, nicht nur danach zu streben, auf der wohlhabenden Seite des Medians zu stehen, sondern sich dort weiter mit Strategie und Freude hochzuarbeiten, einen Puffer aufzubauen, finanziell immer entspannter zu sein. Das ist kein Luxus, das wird immer mehr zur Notwendigkeit.

Allianz gegen UBS: Wie dasselbe Land gleichzeitig auf- und absteigt

Und jetzt vergleichen wir noch den Vergleich. Im September nämlich, knapp drei Monate nach der UBS, hat die Allianz ihren eigenen Vermögensreport vorgelegt. Der erzählt scheinbar die genau umgekehrte Geschichte. Die Überschrift dort lautet, sapperlot: Deutschland steigt auf. Platz zwölf weltweit beim Nettogeldvermögen pro Kopf, 91.780 Euro, ein Platz besser als im Vorjahr, fünf Plätze besser als 2005.

Wie passt das zusammen? Bei der UBS sind wir Letzter von dreißig, bei der Allianz stehen wir immer besser da. Dieselben Deutschen, derselbe Datenstand Ende 2025. Die Antwort ist eine statistische: Es kommt eben darauf an, was man zählt.

Die Allianz zählt nämlich nur das Geldvermögen, Immobilien bleiben außen vor. Damit fällt genau der Posten weg, der uns bei der UBS nach unten zieht: das fehlende Wohneigentum. Die Allianz rechnet außerdem in Euro, also fällt auch der schwache Dollar als Verzerrung weg. Und, das ist der entscheidende Punkt: Die Allianz veröffentlicht keinen Ländermedian, sondern nur Durchschnitte. Also genau die Kennzahl, von der ich dir am Würth-Tisch vorgerechnet habe, warum sie über die Lebenswirklichkeit am wenigsten aussagt.

Der Aufstieg auf Platz zwölf geht laut Bericht ohnehin vor allem auf eine Neubewertung durch die Bundesbank zurück. Wir sind also in der Statistik aufgestiegen, nicht im Leben.

Und wenn man in den Bericht hineinliest, statt nur die Überschrift zu lesen, dann bestätigt er doch alles, was die UBS angedeutet hat. Weltweit stammten vier von fünf neuen Vermögens-Euros aus Kursgewinnen. In Deutschland dagegen kamen 69 Prozent des Zuwachses aus frisch Gespartem, also aus dem laufenden Einkommen; global waren es nur 20 Prozent. Heißt übersetzt: Die Welt lässt ihr Kapital arbeiten, wir Sparweltmeister arbeiten lieber für Kapital.

Immerhin: Wertpapiere haben bei uns 2025 erstmals die Bankkonten sagenhaft knapp überholt, mit 37,1 Wertpapiere gegen 36,4 Prozent Bankguthaben. Weltweit liegt der Wertpapieranteil bei 46,9 Prozent, in Nordamerika bei sogar bei 60,7. Wir bewegen uns also – im Schneckentempo zwar, aber in die richtige Richtung.

Die Verteilung des Vermögens beschreibt die Allianz sogar schärfer und erschreckend beeindruckender als die UBS. Die reichsten 10 Prozent halten in Deutschland 53,7 Prozent des Nettovermögens. Weltweit hält das oberste Zehntel 85,4 Prozent des Nettogeldvermögens, und die untere Hälfte der Menschheit, fast drei Milliarden Menschen, hat praktisch nichts. Der globale Median? 2.490 Euro pro Person, bei einem Durchschnitt von 36.690. Faktor fünfzehn. Man sieht also, meine Restaurantanekdote in Schwäbisch Hall ist auf die ganze Welt übertragbar, nur eben mit acht Milliarden Gästen.

Genusselement: Auspusten mit dem inneren Heiler

Und jetzt zum Schluss etwas Genussvolles und enorm Nützliches – etwas, das ich in den letzten Wochen als beglückend und verblüffend wirksam erlebt habe. Ich hatte es dir am Anfang versprochen: Es geht um deinen mächtigsten Therapeuten, und der arbeitet jederzeit für dich umsonst.

Er heißt Vagus. Der längste unserer Hirnnerven, er zieht vom Hirnstamm hinunter zu Herz, Lunge und Darm und ist der Hauptschalter für Erholung, Ruhe, Verdauung und Heilung. Das Großartige: Diesen Schalter kannst du von außen bedienen. Kostenlos, jederzeit, in jeder Lebenslage – vor allem in den schwierigen – und zwar mit der Atmung.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Machst du deine Ausatmung deutlich länger als deine Einatmung, sagst du deinem Körper in seiner eigenen Sprache: Vagus, komm heraus und tu dein Werk, es ist gerade nichts zu befürchten. Vier Sekunden ein, acht oder mehr Sekunden aus, das reicht schon und der Vagus übernimmt seine segensreiche Kontrolle.

Und jetzt der Trick, der aus einem Ausatmen ein noch effektiveres Werkzeug macht: die Atembremse. Spitz die Lippen leicht, als wolltest du eine Kerze ausblasen. Durch diesen kleinen Widerstand wird die Ausatmung länger, gleichmäßiger und tiefer – und das verstärkt die Wirkung erfahrungsgemäß deutlich mehr, als wenn du einfach durch die Nase oder den offenen Mund ausatmest. Wer noch eins draufsetzen will, summt dabei: ein tiefes, entspanntes Brummen. Denn der Vagus versorgt auch den Kehlkopf, und wer summt, lässt den Nerv mitschwingen.

Wo ich das anwende? Hier ein paar Beispiele mit Sofortwirkgarantie:

  1. nach der Sauna im eiskalten Tauchbecken. Gehe ich mit normaler Atmung hinein, verschlägt mir die Kälte den Atem, die Muskeln verkrampfen, und nach fünfzehn Sekunden springe ich wieder raus. Gleite ich mit einer langen, gebremsten Ausatmung hinein, und behalte diese Atmung bei, dann bleibt der Kälteschock komplett aus. Ich beruhige zuerst mein Nervensystem, und danach beruhigen sich Herz, Haut und Muskeln von selbst. Für den Eissee im Winter gilt das noch mehr. Aber bitte: Wer Herzprobleme hat oder Blutdruckmittel nimmt, der klärt solche Experimente vorher mit seinem Arzt.
  2. und das geht ohne Arzt: in Prüfungs- und Stresssituationen. Du kennst das – die Gedanken drehen durch, der Kopf wird eng, und ausgerechnet das Wissen, das du vorher sicher hattest, ist weg. Drei lange Ausatmungen gegen geschürzte Lippen, und der Nebel im Kopf lichtet sich.
  3. nachts um drei, wenn das Gedankenkarussell anläuft. In dieser Stunde, zumindest bei mir, bekommt jedes Problem die doppelte Größe, und dagegen anzudenken funktioniert nicht – es beschleunigt das Karussell nur. Die verlängerte Ausatmung funktioniert, weil sie nicht über den Kopf geht, sondern über den Körper. Zähl die Ausatemzüge; meistens schlummerst du wieder vor dem zwanzigsten.
  4. vor dem Mikrofon oder auf der Bühne. Vor jeder Aufnahme, auch vor dieser hier, mache ich ein paar gesummte Ausatmungen. Das wärmt die Stimme auf und nimmt ihr das Gepresste. Zwei Fliegen mit einem Atemzug. Und
  5. der unspektakulärste und wahrscheinlich wertvollste Punkt: die Ausatmung als Dauerübung. Fünf Minuten am Tag, möglichst zur gleichen Zeit. Akut wirkt die verlängerte Ausatmung in Sekunden; über Monate geübt gilt sie als eines der wenigen Dinge, die man dem eigenen Nervensystem tatsächlich eintrainieren kann, so wie einen Muskel.

Was mich daran fasziniert, ist die Ökonomie der Sache. Für wirtschaftliche Absicherung brauchst du Jahrzehnte, Disziplin und Kapital. Für diese Absicherung gegen Stress brauchst du 60 Sekunden und eine Lippenbremse. Wer wie ich solche Tools auch als Rendite betrachten kann, der findet hier einen Goldschatz fürs Leben.

Probier es gleich aus, einmal, jetzt, während du noch zuhörst. Auf eins, zwei, drei, vier einatmen – und ganz lang hinaus.

Tschüss, ade und ein vagotones „Auf Wiederhören“ mit viel Leichtigkeit, das wünscht sich

Dein Andreas, der Wohlstandsbildner

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