Agrikultur zum Abgewöhnen und Genießen. Teil 2.

Das Wohlstandsbildner-Blitzlicht für gelingenden Vermögensaufbau und überhaupt ein gutes Leben

Blitzlicht 14: Agrikultur zum Abgewöhnen und Genießen. Teil 2.

Agrikultur ist eine Wissenschaft. Es gibt nur wenige auf der Welt, die sie wirklich verstehen. Das sind dann die, die weise und schonend mit dem Land umgehen und trotzdem so hochprofitabel arbeiten, dass Investoren jauchzen vor Freude.

 

Wie aus Pampa eine Kulturlandschaft wird

Andreas Ogger hat 25 Jahre lang beruflich Musik und Medizin ausgeübt. Dann der Sprung in die Investorenwelt: Erst aus Notwendigkeit in einem kaputten, krisen- und virengeschüttelten Finanzsystem. Bis daraus pure Freude, Fülle und Leichtigkeit wurde. Denn Wohlstandsbildung ist weit mehr als nur mehr Geld und der Sprung in ein freieres Leben.

Das WB-Blitzlicht für gelingenden Vermögensaufbau und überhaupt ein gutes Leben. Heute der zweite Teil zum Thema „Agrikultur zum Abgewöhnen und Genießen – Wie aus Pampa eine Kulturlandschaft wird.

Richten wir also den Blick auf den Genussanteil, den die 3. Säule eines Wohlstandsbildner-Portfolios mit sich bringt. Dazu möchte ich euch einmal beschreiben, welche Schritte durchlaufen werden müssen für den kommerziell dauerhaft nutzbaren Anbau von Lebensmitteln. Dafür gehe ich jetzt tiefer ins Detail als üblich, denn von oben betrachtet, wo die Feinheiten unsichtbar bleiben, da sieht vieles leicht und selbstverständlich aus – so leicht, dass viele meinen, es selbst machen zu können. Das entspräche bei Agrikultur der Betrachtungsweise: „Ich besorge mir einen Setzling, den stopfe ich in ein Stück Erde, dann gieße ich den ein paar Mal und wenn es Früchte gibt, verkaufe ich die auf dem Großmarkt und mache einen schönen Gewinn. Wo ist das Problem?“

Genau, wo ist das Problem? Wenn es so einfach wäre, dann würden es doch alle machen. Und probiert man es dann tatsächlich selbst, erschließen sich einem die Herausforderungen ganz schnell, und zwar in jedem einzelnen Produktionsschritt – bis zum Verkauf im Großhandel, wo auch noch genug Fallen auf den lauern, der sich dort nicht auskennt. Landwirtschaft in großem Stil, von der viele Beteiligte etwas haben, benötigt Expertise, und zwar richtig viel davon. Wer das begreift, der bekommt vielleicht auch etwas mehr Achtung vor einem so langjährigen Studium, das Agroingenieure absolvieren müssen. Ich nenne mal ein paar Fächer, in denen Agroingenieure geprüft werden:

  • Agrarwissenschaften und Agrarökologie,
  • Ernährungssysteme,
  • Nachhaltigkeit und Biodiversität,
  • Ökotechnologie und Erneuerbare Energien,
  • Digitalisierung im Agrarmanagement im Sinne vom sog. Precision and Smart Farming,
  • Betriebswirtschaftslehre, Statistik und Wirtschaftsmathematik,
  • Personal- und Unternehmensführung,
  • Pflanzenschutz, Pflanzenernährung und Bodenkunde,
  • dann das riesige Gebiet der Meteorologie,
  • Agrar- und Umweltpolitik,
  • Agrar- und Umweltrecht,
  • Produktionsökonomie in der Landwirtschaft,
  • und oh ja, auch sowas wie Marketing, Kosten- und Leistungsrechnung ist auch noch drin und mit Förderpolitik und Steuern sollte man sich als Agroingenieur auch ein bisschen auskennen.

Und diese Liste ist nicht vollständig. Doch sie zeigt: da ist vom Setzling bis zum Verkauf eine Menge, Menge zu tun. Ihr seht, ich gehe also wirklich ins Detail, denn nicht nur die rote Lady vom letzten Blitzlicht kalauert ein bisschen vorschnell über Macht, Geldgier und Naivität, sondern die allermeisten von uns – mich eingeschlossen – kaufen sich ihre Tomaten im Supermarkt und wissen meist nicht ausreichend zu schätzen, was da dahintersteckt.

Gehen wir es also an, von der Idee bis zur Ernte. Und dabei beziehe ich mich jetzt nicht auf ein bestimmtes Agrargut, sondern versuche eher die Details in den grundsätzlichen Anforderungen zu beschreiben. Ob ich mich dann auf Paranüsse, Papaya, Pampelmuse oder Paprika spezialisiere, ist natürlich ein großer Unterschied. Aber ich will es auch nicht übertreiben mit den Details, zumal ich mich nur mit dem besser auskenne, was ich anbauen lasse an Obst und Gemüse, und das habe ich jetzt vorrangig im Hinterkopf.

1. Frage: Wo anbauen?
Bevor ich darüber nachdenke, überhaupt eine Pflanze im Boden wachsen zu lassen, sollte ich wissen, welche klimatischen Bedingungen die bestmöglichen sind. Temperatur und Feuchtigkeit – das sind dabei die alles entscheidenden Parameter. Und natürlich sind viele Dinge möglich in Italien, Spanien und Griechenland mit ihren vielleicht 22 bis 23 Grad Durchschnittstemperatur, aber im Vergleich zu dem, was möglich ist, ist das ziemlich kalt, und vor allem ist es in diesen Ländern viel zu trocken.

28 Grad im Durchschnitt und die Regenmengen in tropischen und gemäßigten tropischen Gegenden, das ist eine völlig andere Liga, die im Obst- und Gemüseanbau auf ganz unerzwungene Weise viel ertragreicher ist als in Europa. Wir hier sind einfach viel zu weit weg vom Äquator. Allein die Länge der kühleren Monate von Herbst bis Frühjahr und die hohen Lohnkosten machen Europa für mich uninteressant für Agrikultur. Es bleibt genug Auswahl, denn der subtropische Gürtel, der sich um die Erde zieht, umfasst gewaltige Landflächen, von denen die meisten nicht genutzt werden.

2. Frage: Wem gehört das Land?
Und dann brauche ich erstmal diese Landflächen, egal, ob ich Indoorfarming betreibe mit Gewächshäusern, die auf 5000 m2 stehen, oder Outdoorfarming mit Plantagen. Woher bekomme ich das Land? Bei meiner streitbaren roten Lady ließ sich ja heraushören, dass Land ein Allgemeingut ist oder zumindest sein müsste und es eigentlich Landraub an der Bevölkerung ist, wenn man Land kauft und besitzt. Nun, wenn sie weiterträumen will in ideologischer Verklärung, dann wird das zumindest schwierig mit der eigenen Tomate auf dem Teller, denn in der Wirklichkeit sieht es so aus:

Es gibt kaum mehr flaches Land auf der Erde, ob bearbeitet oder unbearbeitet, das nicht irgendjemandem gehört. Die Menschen betreiben schließlich schon ein paar 1000 Jahre Landwirtschaft, und das ging schon sehr früh mit Landbesitz einher, weil es dem Bauer die Sicherheit gab, dass ihm sein Land und die Pflanzen darauf nicht jederzeit weggenommen werden können. Bei den notariellen Vertragsverhandlungen der Gegenwart, bei denen ich anwesend sein durfte, da waren es immer Großgrundbesitzer, die im Rahmen familiärer Dynastien ihre tausende Hektar Land immer weitervererbt und vergrößert haben im Rahmen von Eroberungskriegen, Landreformen oder politischen Spielchen, wo man jemandem zu mehr Macht verhilft und dafür bekommt man halt mal eine Fläche in der Größe vom Saarland, weil die bisher Staatsbesitz war.

Mit diesen Flächen passierte und passiert bis heute in den subtropischen Gegenden meistens gar nichts. Da ist es schön grün und buschig, ein paar landestypische Bäume verirren sich da, aber eigentlich ist das nur wilde Pampa. Entsprechend günstig kann ein Entwickler dieses Land den oft nicht sehr unternehmerisch denkenden Großgrundbesitzern abkaufen. Leider ist das nur am Anfang günstig, da bekommt man den Quadratmeter noch für wenige Cent; aber nur wenige Jahre später, wenn aus Pampa eine Kulturlandschaft geworden ist, mit kleinen Besiedelungen für die Arbeiter, Sträßchen und Einkehrmöglichkeiten, dann kommen auch die tumben unter den Großgrundbesitzern auf den Gedanken „hm, das hätte mir ja auch einfallen können.“ Tut es aber nicht, und selbst wenn, dann ist es mit der Idee ja noch lange nicht getan. Ein Landentwickler, der meistens so 300-400 ha-weise Landflächen kauft, zahlt mittlerweile mehrere Dollar für den Quadratmeter, aber die Teuerung geht dann doch langsam genug voran, dass es sich noch die nächsten 20 Jahre lohnen wird, Land zu kaufen. 8-10% Preissteigerung pro Jahr, allein für wildes, nicht bearbeitetes Land, waren die letzten 40 Jahre normal, und so geht es munter weiter. Allein das wäre schon für viele ein gutes Sachwertgeschäft.

3. Frage: Für wen macht das ein Landentwickler, wenn er ein Emittent wird?
Dass nun 400 ha von einem Großgrundmuffti zum anderen wandern und sonst nichts tun, das wäre für mich jetzt unbefriedigend, und das ist auch kein Ansatz, den ein gewinnorientierter Landentwickler verfolgen würde. Nein, wenn ein Landentwickler nun in die Rolle eines Emittenten schlüpft, dann teilt er diese 300-400 ha große zukünftige Plantage auf in kleine, in etwa gleich große Einheiten von 2000-5000 qm. Wonach diese Aufteilung vollzogen wird, das schauen wir uns etwas später genau an. Diese Einheiten nennt man jedenfalls dann Parzellen, und die können von Kleininvestoren gekauft werden.

Kleiner Einschub: Warum verkauft ein Emittent überhaupt das Land an kleine Investoren, wenn Agrikultur doch so lukrativ sein soll und er alles allein machen und den Gewinn komplett einheimsen könnte? 1. Weil er eine durchaus attraktive Gewinnmarge beim Verkauf selbstverständlich einpreist. 2. Weil er damit seine Eigenkapitalquote hochhält, um neue Projekte anzuschieben. 3. Weil es viele Gründe gibt, mit vielen anderen mehrere Projekte zu gestalten, als alles allein zu machen im Rahmen weniger Projekte. Im Videoseminar habe ich dem ein ganzes Kapitel gewidmet unter dem Titel „Warum ein Emittent Kleinanleger aufnimmt“, das sei an dieser Stelle empfohlen zu gründlichen Studium.

Was passiert nun beim Verkauf von so einer Parzelle? Im Parzellenpreis ist praktischerweise die notarielle Übertragung des Landbesitzes vom Emittenten auf den Investor inbegriffen, ebenso die Gewinnmarge für den Entwickler und sämtliche Kosten für die Bewirtschaftung des Landes inkl. der Kosten für Setzlinge, Nährstoffe, die Arbeiter und die Pflege und Ernte der Parzelle für den Rest der Zeit, in der die Pflanzen Erträge bringen. Das können 25 Jahre oder erheblich mehr sein. Ein Preis, und dann ist alles erledigt und man ist direkter Besitzer mit Landtitel des kleinen Stück Ackerlandes, was ein unkaputtbarer, im Wert stetig steigender Sachwert ist. Am Ende kann es also sein, dass sich eine Plantage auf rund 500-700 Investorinnen und Investoren verteilt, und der Emittent behält normalerweise ein paar Parzellen. Die Bewirtschaftung all dieser Parzellen wird dann von einem Team aus Agroingenieuren und Arbeitern organisiert, die – ganz wichtig – auch zu einem kleinen Teil am Gewinn aus allen Ernten beteiligt werden.

Beim Lohnniveau der dortigen Bevölkerung ist dieser kleine Teil oft ganz schön viel Geld; und so wird diese dauerhafte Beteiligung an Ernteerlösen zu einem mächtigen Motivator, dass jeder Arbeiter die Parzellen pflegt, als wären sie seine eigene. Selbst besitzen wollen die Einheimischen das Land übrigens in den meisten Fällen nicht, selbst, wenn sie das Geld hätten – und nicht wenige hätten es tatsächlich. Nein, was Investitionen und unternehmerisches Denken angeht, da tickt die überwiegende Landbevölkerung in den tropischen Gegenden ganz anders als wir, und von 20-25% Rendite sind die noch nicht mal sonderlich begeistert. Das ist auch kein Wunder, wenn die Banken vor Ort zwischen 15 und 20% für einen Kredit verlangen und oft mehr, denn das ist das Zinsniveau dort.

Es ist einfach in vielem eine andere Welt, und jeder ist gut beraten, seine in Europa geprägten Glaubenssätze nicht blind auf andere Kontinente zu übertragen, denn dann wird er Schiffbruch erleiden. Man muss schon mit den Leuten vor Ort reden, um sie zu verstehen, und dann freut man sich als ausländischer Investor vielleicht, dass man hochwillkommen ist mit dem Geld, das wir in Land mit viel Entwicklungspotential stecken.

4. Frage: Wie wird aus „wild“ nun „kultiviert“?
Wir Kleininvestoren haben jetzt also wildes, noch nie bearbeitetes Land gekauft, das sicher aus guter Erde besteht, aber das ist Erde, die schlummert. Diese Erde nun aufzuwecken, die Kultivierung von Pampa zu Agrarboden zu vollziehen, das ist die erste beeindruckende Verwandlung in der landwirtschaftlichen Alchemie. Und das braucht nicht nur die richtigen Maschinen und gekonnt eingesetzte Manneskraft, sondern schon jetzt den Expertenblick eines Agroingenieurs, wo sich welche Bearbeitung der Erde lohnt: Das hat zu tun mit dem Nährstoff- und Feuchtigkeitsgehalt im Boden, mit dem Zugang zum Grundwasser und woraus sich das Grundwasser speist, aber auch mit dem Verlauf der Sonne, wo sie wann am stärksten draufscheint, und oft kann ein wissendes Auge schon während des Rodungsprozesses grob festlegen, wo eher Gewächshäuser und Maschinenhallen stehen werden, weil das Land nur schwer bepflanzbar sein wird wegen zu viel Steinen oder Feuchtigkeit im Boden und wo dann wirklich Ackerbau betrieben werden kann.

Oft wird diese Verwandlung von roh zu kultiviert unterstützt durch Zugaben von natürlichen Mineralien und anderen Nährstoffen, Pflanzenmaterialien, Mikroorganismen und durch eine vorübergehende Bepflanzung von stickstoffreichen Bedeckungen, bis ein Boden bereit ist, Setzlinge aufzunehmen. Bei entsprechender Pflege wird er dann allezeit nutzbar sein, auch für die nächsten Generationen. Wer das am Anfang nicht beachtet und nicht schonend mit dem ja sprichwörtlich jungfräulichen Boden umgeht, der kriegt ein paar Jahre Ernten da rauszugezogen, aber dann verhärtet die Erde, vergröbert, vertrocknet, als würde sie sich wehren gegen eine Behandlung, die auf Teufel und Gift komm raus auf Profit angelegt ist und dafür Kunstdünger und Pestizide einsetzt, dass es knallt. Wie kaputt überall der Boden schon ist, können wir alle anhand des Ukraine-Krieges studieren: Die Ukraine ist einer der wichtigsten Kunstdünger-Produzenten der Welt. Jetzt kommen global die Bauern in Schwierigkeiten und Ökonomen malen schon Hungersnöte an die Wand, weil ohne Dünger nicht mehr genug aus dem Boden rauskommt. Wir sehen hier schon den Anfang vom Ende – das ist dann kein Tanz mit der Erde, sondern ein Kampf gegen die Erde, wie man es leider auch im Weinbau so oft beobachten kann. Dabei kann das ganz anders laufen: eine gut gelaunte, weil gut gepflegte Erde beschenkt einen übermäßig mit Ertrag.

Hier unterbrechen wir, um das Blitzlicht nicht zu einem Dauerstrahler zu machen, und fahren im dritten und letzten Teil dieser Agrikulturreihe fort mit der Frage, was wir denn nun anbauen, wenn wir fruchtbaren Boden entwickelt haben, wie viel Hightech dafür nötig ist und was es sonst noch alles braucht, um lange Freude an einem Agrarinvestment zu haben.

Eine frohe Woche uns allen bis dahin, natürlich im Rahmen eines Lebens in Fülle,
Euer Andreas

 

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