Ratgeber- Interview:

Wie lege ich Geld sicher und gewinnbringend an?

Das Thema Geldanlage ist den meisten Menschen wichtig, aber viele tun sich schwer damit, weil sie nicht wissen, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Da müsste doch ein Unternehmen wie das der Wohlstandsbildner viel zu tun haben, oder?

Grundsätzlich stimmt es schon, ja, wir können uns über Anfragen und Arbeit nicht beklagen. Viele Anleger in Deutschland haben etwas die Orientierung verloren in gleichem Maß, wie sie das Vertrauen in Banken, Versicherungen und in die Finanzwirtschaft allgemein verloren haben. Und ich finde das völlig berechtigt, hat doch die Finanzbranche eine Menge dafür getan, sich den schlechten Ruf zu erarbeiten, den sie heute hat.

Ist da auch die Finanzkrise von 2007 und die Nullzinsphase schuld? Denn scheinbar sichere Geldanlagen bringen fast keine Rendite, und hohen Renditen misstraut man wegen des Risikos.

Ich beobachte und wundere mich auch etwas, dass diese Finanzkrise – immerhin eine der schwersten in den letzten 70 Jahren – aus dem Fokus der Allgemeinheit geraten ist. Auch ihre Nachbeben, die sich ja in der Nullzins-Politik der EZB niederschlagen, werden nicht mehr wirklich wahrgenommen. Die Leute trauen eben auch ihren eigenen Glaubenssätzen nicht mehr, gerade was staatliche mehr oder weniger geförderte und propagierte Produkte angeht wie Lebensversicherungen, Bausparverträge – das alles mag vor zehn Jahren noch seine Berechtigung gehabt haben, aber jetzt ist damit nichts mehr zu holen. Dagegen verschließen sich nicht einmal mehr die Medien, die sonst eher den großen Geldströmen folgen.

Aber Vermögensaufbau als Vorsorge ist wichtiger denn je, denn mit der Rente sieht es ja auch nicht so gut aus…

Die Rente ist tatsächlich alles andere als sicher, wie der famose Norbert Blüm damals proklamiert hat. Ich glaube ihm das, er hat wirklich an seinen eigenen Satz geglaubt, aber de facto sind die Rentenkassen heute leer bzw. sogar überschuldet; das Geld für die heutigen Renten wird ja überwiegend ganz anderen Quellen entnommen als der Rentenkasse, in der schlichtweg kein Geld mehr drin ist, wie viele annehmen.

Hat der Geldanleger von heute dann überhaupt eine Chance?

Was die Gegenwart angeht, können wir uns ja wirklich nicht beklagen. Der Export läuft, das Bruttoinlandsprodukt ist auch ordentlich, die Leute konsumieren fleißig, es ist also Jammern auf hohem Niveau. Aber jemand, der für die nächsten 25 Jahre wirklich Vermögen aufbauen will, um von der Rentenkasse nicht abhängig zu sein, muss sich wirklich etwas einfallen lassen, denn die althergebrachten Wege funktionieren nicht mehr. Es gibt ernst zu nehmende Berechnungen, die für das Jahr 2030 ein Rentenniveau von rund 40% des heutigen Nettogehalts prophezeihen. Eigenverantwortlicher Vermögensaufbau ist also kein Luxus mehr, sondern schlicht bittere Notwendigkeit. Aber Lösungen gab es immer, gerade auch in Krisenzeiten, und so ist das auch heute.

Welche Lösungen haben Sie, wenn Anleger zu Ihnen in die Beratung kommen?

Standardlösungen gibt es auf jeden Fall keine, denn die Bedürfnisse, gerade was die finanzielle Ausgangssituation angeht, der Zeithorizont, die Inkaufnahme von Risiken – das alles unterscheidet sich schon sehr von Anleger zu Anleger und muss individuell geprüft werden.

Es gibt aber Standardkonzepte, die den allermeisten Anlegern helfen. Denn diese Konzepte sind Hunderte von Jahren alt, haben also viele Finanzkrisen und Nullzinsphasen überstanden, und das werden sie mutmaßlich auch in den nächsten 100 Jahren schaffen.

Wie sehen solche Standardkonzepte aus? Das müsste ja dann den Großteil der Kleinanleger enorm interessieren und es müsste als Überschrift in den Zeitungen erscheinen.

Dass genau dem nicht so ist, ist Teil des Problems. Weder im Internet noch in den Zeitungen steht ja selten freiwillig das, was eine Masse von Menschen wirklich helfen, weil freier machen würde. Wenn für bestimmte Geldanlage geworben wird, muss derjenige, der dafür wirbt, ein eigennütziges Interesse haben, um soviel Geld für Werbung in die Hand zu nehmen. Einer, der durch indirekte Werbung die Geldströme in diesem Land maßgeblich beeinflusst, ist der Staat, indem er bei bestimmten Geldanlagen mit Zuschüssen und Steuererleichterungen kommt. Da muss man sich schon fragen: Warum macht er das? Geschieht das völlig uneigennützig?

Also Sie meinen jetzt solche Produkte wie Riester-Rente oder Rürup-Rente?

Ja, das sind Beispiele dafür. Für die meisten Anleger rentieren sich solche Geldanlagen einfach nicht, dafür gibt es nun mittlerweile ausreichend Belege, Videos und Artikel in allen möglichen Medien. Der größte Nutznießer ist hier die Banken- und Versicherungswirtschaft sowie der Staat, der sich auf Kosten der Anleger elegant finanziert und entschuldet. 
Denn ein Großteil des eingesammelten Geldes stecken die Versicherungen in deutsche Staatsanleihen, und wer die zu dem derzeitigen Minus-bis Nullzins kauft, hilft dem Staat, um zum Beispiel die besagten Renten von heute zu finanzieren.

Was können die Anleger aber dann machen?

Meine dringlichste Aufforderung, mein bester Rat auch in den Finanzseminaren, die ich zwar selten, aber mit Begeisterung gebe: Wagt unternehmerisch zu denken! Jede Geldanlage als kleine Unternehmung zu betrachten ist eine sehr gute Grundlage, um ganz neue Wege in dieser vertrackten Situation zu finden. Und Unternehmen müssen Gewinn erwirtschaften! Zinsen können nicht erwirtschaftet werden, die werden einem versprochen und im Computer einer Bank oder einer Versicherung generiert. Aber Kapitalanlagen zu suchen, die sich auf Gewinne fokussieren, das ist schon mal ein guter Weg.

Wenn ich Gewinne höre, dann fallen mir sofort geschlossene Fonds ein, die vielen Anlegern viel Geld gekostet haben.

Auch ich habe viel Lehrgeld bezahlt mit so manchem geschlossenen Fonds, dessen Konstruktion eigentlich richtig gut war, aber entweder es haperte am Management oder an der Gesetzgebung, die einen Erfolg zu verhindern wusste. 
Verluste bei Geldanlagen sind für mich aber immer Aufforderung, weiter zu suchen und daraus zu lernen, denn den Kopf in den Sand zu stecken hilft nicht, die Verluste auszugleichen. Schlechte Geldanlagen können nur durch gute kompensiert werden, deshalb muss man immer weitermachen, dann klappt es auch mit dem Vermögensaufbau. Das ist einer der wichtigsten Lehrsätze meiner Mentoren: Nicht alle Geldanlagen gehen auf wie gewünscht, aber Verluste lassen sich meistens und am besten nur mit Gewinnen aus besser aufgestellten Geldanlagen kompensieren.

Was ist es nun, das funktioniert?

Es kommt weniger auf das einzelne Produkt, den einzelnen Fonds an, sondern vielmehr auf die generelle Ausrichtung des Investments. Das entscheidende Stichwort für eine gute Unternehmung ist Produktivkapital oder Produktivsachwert - das sind Geldanlagen, die versuchen, Teil einer Wertschöpfungskette zu werden und dauerhaft Rendite zu erwirtschaften, wie ich es zum Beispiel durch Vermietung und Verpachtung in meinem eigenen Portfolio erleben kann und durch Einnahmen aus Land- und Forstwirtschaft. 

Hier gibt es mittlerweile noch gar nicht so alte Fondskonstruktionen, die sich auf die Investition weltweit in Sachwerte konzentrieren, um echte Werte in kurzer Zeit zu schaffen - und das nicht als Startup, sondern als Mitfinanzierer oder weniger charmant gesagt: als Trittbrettfahrer im Windschatten institutioneller Investoren von großen Projekten, die eigentlich nur und schon immer von institutionellen Anlegern gestemmt werden. Die Möglichkeit wahrzunehmen und auf diesen Zug aufzuspringen lässt erstaunliche Ergebnisse und überdurchschnittliche Renditen zu.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Es geht um die Investition in das, was unsere Gesellschaft am meisten ausmacht: Infrastruktur, Entwicklungsimmobilien und die Wertschöpfungskette von Nahrungsmitteln in Verbindung mit dem Besitz von Land. Was sich jetzt so einfach anhört, macht aufgrund seines Gewichts in der globalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts allein drei Säulen aus innerhalb eines Anlagekonzepts, das insgesamt vier Säulen hat und in dem wiederum jede einzelne Säule in Unterkategorien aufzugliedern ist im Sinne einer am Schluss enormen Streuung.

Selbst für Kleinanleger mit monatlichen Raten gibt es hier hervorragende Möglichkeiten, ohne größeren Aufwand das eigene Geld in Produktivkapital umzuwandeln. Das alles ist sehr konservativ gestaltbar, und in unserer durchregulierten Finanzwelt gibt es mittlerweile auch sehr erfahrene Managements, die damit seit Jahrzehnten hohe Renditen erwirtschaften – trotz der vielen Abzüge durch Kosten, wie sie die verschiedenen vom Gesetzgeber vorgesehenen Kontrollinstanzen verursachen in Deutschland.

Das ist ein Thema, über das man noch lange sprechen kann. Wem das Gespräch hier als Anregung dient, wo kann der weitere Informationen zu dem Thema finden?

Allein unter dem Keyword "Infrastruktur als Geldanlage" oder "Produktivsachwerte" ist schon viel im Netz zu finden. Allerdings sollte man über die Grenzen von Deutschland hinausgehen mit Hilfe des Internets und weltweit suchen, denn in Deutschland allein gibt es nicht viele gute Möglichkeiten.

So ganz blauäugig sollte man sich auf keine Geldanlage einlassen, und wenn sie noch so professionell beworben wird. Einige Auswahlfaktoren sind z. B.:

  • Ist ein Management weltweit aufgestellt und investiert auch weltweit über verschiedene Länder, Branchen und Währungszonen hinweg?
  • Hat das Management ordentliche Leistungsbilanzen vorzuweisen?
  • Wird ausschließlich mit Eigenkapital gearbeitet oder auch mit Hebelwirkungen, die das Risiko größerer Verluste vervielfachen könnten?
  • Werden konsequent Minderheitsbeteiligungen eingegangen, um parallel größeren Mitinvestoren die größere Verantwortung zu übertragen?
  • Wie erfolgt die Gewinnverteilung aufgrund welcher steuerlicher Grundlage?
  • Gibt es Nachschussszenarien, wie steht es mit Ausstiegsklauseln?
  • Wie wird Streuung erzeugt? Über Dachfondskonstruktionen oder über viele kleine Einzelinvestments?
  • Wie hoch ist die Kostenquote und kann plausibel dargestellt werden, dass die Kosten über die Steigerung des Nettoinventarwerts in absehbarer Zeit eingespielt werden können?
  • Ist die Laufzeit der heutigen Zeit angemessen? Bin ich flexibel genug, um mich dem Wandel der Finanzwelt mit der Geldanlage anzupassen?
  • Was für Ansprechpartner habe ich? Gibt es eine unabhängige Verwaltung, die dauerhaft erreichbar ist?
  • Sind sämtliche BaFin-Regulierungen im Prospekt berücksichtigt, damit die Geldanlage auch wirklich zum weißen Kapitalmarkt gezählt werden kann?

Das sind jetzt neu einige Fragen, für deren Beantwortung man nichts studiert haben muss, aber schon etwas recherchiert haben sollte, um zu wissen, worin man investiert.
Oder man sucht das direkte Gespräch mit jemandem, der sich schon seit langem damit beschäftigt und am besten selbst in dem investiert ist, was er empfihelt, zum Beispiel mit einem Wohlstandsbildner. Das ist dann quasi die Abkürzung.

 

 

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