Ratgeber- Interview:

Wie investiere ich sicher in Infrastruktur?

Beim Thema Geldanlage dürfte bei vielen Anlegern das Stichwort Infrastruktur nicht als erstes kommen. Wie kamen Sie darauf?

Dass sich die Beteiligung an Infrastruktur als Investitionsmöglichkeit nicht als erster Gedanke aufdrängt, mag daran liegen, dass viele Kleinanleger denken, sie wäre ihnen nicht zugänglich. Gerade über Fondslösungen ist das seit einigen Jahren aber anders. Mich begeistert der Sicherheitsaspekt, der hinter Infrastruktur steht, weil die Größe der Projekte viele Finanzpartner braucht – was Streuung bedeutet – und der Erfolg unverzichtbar ist für die Allgemeinheit.

Infrastruktur ist eines der wenigen Dinge, die man wahrheitsgemäß als alternativlos bezeichnen kann.

Sicherheit spielt bei den meisten Anlegern eine große, wenn nicht sogar entscheidende Rolle bei ihren Anlageentscheidungen. Was meinen Sie also genau damit, woher beziehen Sie den Wert oder die Bedeutung?

Infrastruktur ist alles, was eine moderne Gesellschaft braucht, um zu funktionieren und um zu wachsen. Sie vor allem prägt das Bild, das wir von der Welt haben, sie prägt im Ganzen das Bild, wer wir sind und wer wir sein wollen, was wir haben und was wir erreichen wollen. Ihr Wert wird einem wie bei so vielem oft erst dann klar, wenn etwas nicht mehr funktioniert:

  • Da genügt die 2-tägige Sperrung eines 500m langen Abschnitts einer zentralen Autobahn wie bei mir in der Nähe von Stuttgart die A8 - das ist im Vergleich nur ein winziges Stück Infrastruktur, bringt aber Probleme für Hunderttausende mit sich.
  • Oder denken wir daran, als in Neapel und Athen für Wochen die Müllabfuhr nicht funktionierte, das war sofort ein himmelschreiendes des Chaos und die komplette Gesellschaft fungierte nicht mehr.
  • Oder in den USA, als ganze Landstriche von der Stromversorgung abgeschnitten waren - da kommt das produktive Leben komplett zum Stillstand.

Deshalb ist es für Länder und Gemeinden von oberster Priorität, dass ihre Infrastruktur uns das tägliche Leben und Arbeiten ermöglicht. Geld spielt keine Rolle mehr, sollte einmal die medizinische Versorgung oder die für Trinkwasser zusammenbrechen, das steht dann wie aus Wunderhand immer zur Verfügung, selbst wenn der Staat eigentlich hoch verschuldet und überhaupt gar kein Geld mehr haben sollte. Ihren Wert beziehe ich also aus ihrer überragenden Wichtigkeit. Was derart unverzichtbar ist, ist auch so sicher.

Was können wir uns sonst noch unter Infrastruktur vorstellen?

Um bei der Größe des Ganzen den Überblick zu behalten, hat sich die Einteilung in soziale und ökonomische Infrastruktur sehr bewährt:

  1. Die soziale Infrastruktur betrifft in erster Linie die komplette medizinische Versorgung, sämtliche Bildungseinrichtungen und der gesamte kulturelle Apparat.

  2. Die ökonomische Infrastruktur lässt sich in drei Bereiche gliedern, nämlich Mobilität - das sind also Autobahnen, Brücken, Tunnel, Häfen, Flughäfen, Fährverbindungen, Eisenbahn, U-Bahn Netze.
    Dann Kommunikation wie Internet, alles rund ums Telefon - heutzutage vor allem das mobile Telefon - und die nicht mehr wegzudenkende Satellitenkommunikation wie zum Beispiel beim GPS auf der Straße, auf See oder in der Luftfahrt. Ich als Privatpilot käme in große Schwierigkeiten, wenn diese Art Kommunikation nicht mehr funktionieren würde. In der allgemeinen Luftfahrt wären mit dem Zusammenbruch dieser Infrastruktur sofort zehntausende Menschen lebensgefährdet.

  3. Den dritten Bereich nenne ich den energetischen Kreislauf einer Gesellschaft mit seinen Zu- und Abflüssen von Energie im allerweitesten Sinn. Das ist alles rund um Strom, Gas, Wärme, Kühlung - die im Internetzeitalter der Großrechner enorm an Bedeutung gewonnen hat - und da ist noch das alles überragende Thema Wasser und Abwasser, und die gesamte Wertschöpfungskette um die Versorgung mit Nahrungsmittel würde ich auch dazu zählen.

Oft ist Infrastruktur ja auch eine Aufgabe vom Staat und der Länder. Warum und wie kommen hier private Investoren ins Spiel?

Mit der allgemein üblichen Überschuldung von Staaten beginnt in deren Finanzhaushalt das Gefeilsche, wie das immer knapper werdende Geld verteilt werden soll. Die Herausforderung bei Infrastruktur: Sie muss bedingungslos funktionieren, ist aber sehr teuer. Deshalb gibt es zwei Tendenzen, und beide finde ich sehr bedenklich:
Entweder, ein Infrastrukturprojekt wird gleich komplett privatisiert wie wir es schon bei Autobahnabschnitten, Flughäfen, beim Trinkwasser oder bei der Stromversorgung erlebt haben.
Oder völlig marode Infrastruktursysteme wie die Trinkwasserversorgung in London - wo täglich 3 Milliarden Liter Wasser im Boden versickern aufgrund der völlig veralteten Leitungen -  oder das komplette Stromnetz in Amerika werden mit Flickschusterei ständig irgendwo repariert, anstatt ein Mal Milliarden in die Hand genommen werden, um zu modernisieren.

Und diese Milliarden sind dann nicht da und es geht ohne private Investoren gar nicht. Die OECD hat einen Kapitalbedarf von 65 Billionen $ - oder besser vorstellbar 65.000 Milliarden Dollar bis 2030 errechnet nur für die wichtigsten Infrastruktursysteme weltweit. Das sind tausende Milliarden Dollar jedes Jahr, was zeigt, dass wir in diesem Bereich schon lange im Hintertreffen sind. Genau das ist die Chance für institutionelle Anleger, aber eben auch für Kleinanleger. Schon alles, was wir bis dahin gesagt haben, könnte jedem Kleinanleger einleuchten, dass Infrastruktur ziemlich viel mit Rendite, aber noch mehr mit Sicherheit für das eigene Geld zu tun hat.

Aber sind Privatisierungen nicht bedenklich? Wenn der Besitzer eines Projekts Profit machen will, bezahlt die am Ende unweigerlich der Bürger, der auf Infrastruktur angewiesen ist.

Ich bin sehr dafür, dass unverzichtbare öffentliche Strukturen in öffentlicher Hand bleiben und das Bedürfnis, Profit zu machen, hier hinten ansteht. Private Investoren als Zwischenfinanzierer bei kapitalintensiven Projekten bringen aber Vorteile für alle mit sich:

Relativ unbürokratisch und schnell stehen große Geldmengen zu Verfügung, und das ohne Zinsdruck und einer Bank im Nacken. Die Investoren bekommen dafür Anteile am Projekt und sind nun mitverantwortlich, dass das Projekt im Wert steigt und damit natürlich auch ihre Anteile im Wert steigen. Diese Anteile können sie dann nach einer meist schon im Vorfeld abgesteckten Zeit von 5-15 Jahren an einen Spätfinanzierer verkaufen. Das sind dann wiederum oft Fonds oder Institutionen, die Rentengeld irgendwie an den Kapitalmärkten unterbringen müssen zur Sicherung und damit eine halbwegs gute Renditeverweis herausspringt. Infrastruktur liegt da sehr nahe, wie  sich auch in den Geschäftsberichten der großen institutionellen Anleger eindrücklich herauslesen lässt. Übrig bleibt ein fairer Gewinn mit der Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis nach einigen Jahren der Wertschöpfung.

Für die öffentliche Hand also für Bund, Länder und Kommunen ist dieses Vorgehen eine enorme finanzielle Entlastung, und sie bekommen Unterstützung durch die Netzwerke, die ja wiederum Investoren mit sich bringen - denn es ist ja im Sinne aller, dass das Projekt schnell und gut über die Bühne geht mit so viel verantwortungsbewussten Beteiligten als möglich.

Wie kann sich aber ein Kleinanleger mit seinem Portfolio an so großen Projekten beteiligen?

Das geht ganz prima und schon viele Jahrzehnte über das, was ich Kapitalsammelbecken oder – mindestens genauso zutreffend – Kapitalgemeinschaften nenne: Wenn sich mehrere 10.000 Leute mit jeweils 10.000 € zusammen tun, können sie mithilfe eines Managements auch wie ein großer Anleger auftreten, denn mit 100 Millionen kann man auch in hochpreisige Infrastruktur als Minderheitsbeteiligter ein gewaltiges Portfolio aufbauen. Gute Fondsmanager streuen über Minderheitsbeteiligungen das Geld dann in hunderte Projekte, was das Geld vor Verlusten enorm schützt.

Kurios ist: Der Gesetzgeber verlangt, dass sich jeder Beteiligte des Risikos eines Totalverlust bewusst gemacht haben muss, belegt durch seine Unterschrift auf dem Zeichnungsschein. Aber wie könnte ein Totalverlust denkbar sein bei hunderten von Projekten, auf die die Gesellschaft nicht verzichten kann? Aber kommen wir einmal zu ein paar konkreten Beispielen, wie solche Infrastruktur-Beteiligungen aussehen können:

Beispiele aus meinem eigenen Portfolio sind Beteiligungen an Parkhauskonsortien, Autobahn- und Tankstellentrusts, riesige Studentenwohnheime, Steuerelemente für Bankenkommunikation oder die Beteiligung an großen Sportzentren.

Und hier nochmal zum Thema Sicherheit: der Gesetzgeber verlangt von uns Vermittlern in der Beratungsarbeit, dass wir bei jeder Art Beteiligung auf das Totalverlustrisiko aufmerksam machen. Dass er das weiß, muss jeder Anleger auch unterschreiben. Aber wie wahrscheinlich ist der Totalverlust eines Projekts, für das alle Beteiligten - einschließlich die öffentlichen Hand -  absolut alles geben würden, weil es ein Erfolg werden muss?

Haben Sie schon einmal Verluste damit erlitten?

In den Fondskonstruktionen, die ich für mich ausgesucht habe und die ich meinen Mandanten empfehle, wurden in den letzten 10-12 Jahren keinerlei Verluste gemacht. Ehrlich gestanden wäre ich froh, wenn mal das eine oder andere Projekt nicht aufgehen würde, dann könnte ich zeigen, dass dem Geld nichts passiert.

Und wie sind die Renditeaussichten?

Wenn ein erfahrenes, seriöses, breit aufgestelltes und weltweit investierendes Managements am Ruder ist, sind Nettorenditen von 6-7 % eine Grundlage. Oft ist es deutlich mehr, und das mit einer überschaubaren Laufzeit von zwölf bis vielleicht 17 Jahren. Im Vergleich zu einer Lebensversicherung ist das viel Rendite in kurzer Zeit. Andere Konstruktionen liefern schon nach sehr kurzer Zeit Vorabausschüttungen pro Quartal, weil Infrastruktur ja schnell Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung generiert. Das ist dann vor allem für Anleger mit großen Geldmengen spannend, die ihr Geld sichern wollen.

Wenn ich mein eigenes Portfolio jetzt breiter aufstellen will mit Infrastruktur, wie komme ich dann an so einen Fonds ran?

In Deutschland sind wir dann nicht gut versorgt, da muss man schon über den Tellerrand schauen, was mit dem Internet ja jedem möglich ist. Es gibt weltweit rund 80 Fondsgesellschaften, die Infrastruktur für Kleinanleger anbieten; 20 davon würde ich nach meinen Kriterien für gut einstufen.

Und da der Gesetzgeber zumindest in Deutschland verlangt, dass aus Haftungsgründen ein Vermittler hinzugezogen werden muss, bietet es sich für Kleinanleger an, sich einen guten Vermittler zu suchen. In dem Fall einen Wohlstandsbildner an seiner Seite zu haben, der schon Jahre selbst in Infrastruktur investiert ist, kann ich nur empfehlen. Wen das interessiert, an sich gerne unter dem Kontaktformular der Wohlstandsbildner melden.

 

Das komplette Interview auf YouTube unter Wie investiere ich sicher in Infrastruktur?

 

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