Mikrobe und Milieu

Mikrobe und Milieu

Podcastreihe: Wohlstandsbildung in Zeiten einer Pandemie [3/4]

Der Wohlstandsbildner-Podcast als Fortsetzung der Reihe „Wohlstandsbildung in Krisenzeiten einer Pandemie“, heute Teil 3.0 mit Andreas Ogger und dem bekannten Satz „Der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles“, einem Zitat, das sich in dieser Episode nicht nur auf zwei Wundermittel für die Gesundheit bezieht, sondern auch auf die Plattform, die viele für die Quelle der bestmöglichen Geldvermehrung halten: die Börse.

 

 

Andreas Ogger hat 25 Jahre lang beruflich Musik und Medizin ausgeübt. Dann der Sprung in die Investorenwelt: Erst aus Notwendigkeit in einem kaputten, krisen- und virengeschüttelten Finanzsystem. Bis daraus pure Freude, Fülle und Leichtigkeit wurde. Denn Wohlstandsbildung ist weit mehr als nur mehr Geld und der Sprung in ein freieres Leben.

Le microbe n’est rien, le terrain c’est tout“, dieser Spruch ist nicht von Louis Pasteur, diesem französischen Mikrobiologen, dem wir pasteurisierte Milch und Desinfektionsmittel verdanken, nein, er ist von seinem Gegenspieler Claude Bernard. Wer sich mit ihm beschäftigt, dem drängt sich früher oder später eine beunruhigende Vermutung auf, nämlich, dass unsere gängige Auffassung von Infektionen durch Viren oder Bakterien einem großen Irrtum unterliegen könnte.

Mir als ehemaligem Therapeuten fällt jedenfalls in Coronazeiten auf: Alle Welt spricht von einem Impfstoff, der uns von der Virusplage befreit und in so manchem Auge auch leuchtende Dollarzeichen aufblitzen lässt, nicht nur in dem von Donald Trump. Und man spricht von Quarantäne, Abstand, Ausgangssperre, Mundschutz und Desinfektion, denn eins ist klar: Die Mikrobe ist der Feind. Wenn wir den vernichten, geht`s uns gut und alles kommt wieder ins Laufen.
Ganz ehrlich, in Anlehnung an die Erkenntnisse von Claude Bernard scheint mir das ein etwas unvollständiges, wenn nicht sogar ein antiquiertes Bild zu sein.

Der alte Chinesenführer Mao Zedong hat 1958 geglaubt, sein Land mit einem – Zitat – „Großen Sprung“ nach vorne bringen zu müssen und hat in Spatzen eine von vier Plagen ausgemacht, die ausgerottet werden muss. Alle Chinesen – und das waren damals schon viele – haben jetzt im Staatsauftrag also Spatzen gekillt, und nach wenigen Tagen gab es auch keine mehr. Pech nur, dass Spatzen wichtige Insektenjäger sind und mit Vorliebe Heuschrecken vertilgen. Einen Sommer später haben Heuschreckenplagen den Himmel Chinas in Nacht getaucht und entsetzliche Hungersnöte über das Land gebracht mit Millionen Toten, weil die Heuschrecken absolut alles gefressen haben, was Pflanze war. Und irgendwann musste sogar der ja sonst unfehlbare Mao zugeben, dass das mit der Spatzenausrottung vielleicht keine so gute Idee war.

Was die Fokussierung auf Vernichtung und Ausrottung angeht, sehe ich im Spatzen unserer Zeit das Coronavirus. Wir sind ja ständig von Viren umgeben, sie sind immer auf uns, in uns und um uns herum; doch dieses eine Virus ist jetzt zur Zielscheibe geworden. Und ja, vielleicht ist dieses Virus mutiert und für ein geschwächtes Immunsystem eine Gefahr, und da mag ein Impfstoff Sinn machen für Menschen ohne Abwehrkraft. Mir geht es nur darum: Worauf konzentrieren wir uns hauptsächlich? Auf die Bekämpfung des Virus oder auf der Stärkung des Milieus, also in dem Fall auf unser Immunsystem? Wenn angenommen ein Prozent aller Erkrankten sterben, überleben 99 % derzeit ohne Impfstoff, und die allermeisten davon ohne intensivmedizinische Behandlung.

Der am Ende alles entscheidende Faktor, mit dem Virus klarzukommen, ist also – ohne und auch mit Impfstoff: Kann unser Immunsystem das Virus abwehren? Schafft das unsere größte Schutzmacht in einer Welt, die ohne Keime gar nicht existieren würde?

Die Schulmedizin ist eine wahrlich oft im Dunkeln herumstochernde Disziplin, aber selbst in ihr gibt es anerkannte, hocheffiziente und gesunde Methoden, das Immunsystem zu stärken und aufzurüsten. Wir hätten auch die Mittel dafür im Land und die meisten wären sogar billig – aber der Großteil bevorzugt einen Impfstoff herbeizusehnen und in Talkshows wird über nichts anderes gesprochen. Denn das ist die in einer früheren Episode dieser Reihe erwähnten Methode „Materie erschafft Materie“, das Gute besiegt das Böse und ein Mann aus Amerika, der sich nur von Fastfood ernährt und wahrscheinlich nicht einmal weiß, was ein Immunsystem ist, der richtet begehrliche Augen auf einen Tübinger Impfstoffhersteller, denn wenn ein Impfstoff zugelassen wird, ist das das ganz große profitable Ding, quasi die 7-bändige Harry-Potter-Reihe der Pharmabranche.

Wie auch immer: Dem Milieu, dem ordnenden und schützenden Immunsystem, wird nicht die Bedeutung beigemessen, die es verdient hätte. Und weil ich weiß, dass dieser Podcast gerade eher wie eine Gesundheitsbildner-Sendung klingt, komme ich auch gleich zum Thema Börse, die mit größten Verlusten realisiert, dass sie mal wieder Milieu und Erreger verwechselt hat.

Doch man möge mir noch kurz die Reminiszenz an mein früheres Therapeutenleben nachsehen, ebenso meine Begeisterung für Wohlfühlbildung, die gewiss aus starken Finanzen, aber eben auch aus einer starken Gesundheit besteht. Denn alles Geld macht kein Spaß, wenn die körperliche Vitalität fehlt, um es mit Lebensfreude auszugeben. Deshalb will ich zwei Wundermittel für unser Immunsystem vorstellen: Eins davon ist eine Experten-Empfehlung, die ich aber für mich selbst noch nicht eingesetzt habe. Es handelt sich um ein Mittel, das man kaufen kann und dessen Tipp ich über einen Osteopathen-Kollegen bekommen habe.

Sein Sohn war nämlich zum Skifahren im mittlerweile legendären Ischgl in Tirol; kaum zu Hause angelangt haben ihn wohl wirklich schwere Grippesymptome niedergestreckt; auf den Corona-Virus wurde er jetzt nicht getestet, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es etwas damit zu tun haben könnte. In jedem Fall war sein Immunsystem in einen schweren Kampf verwickelt.
Der Osteopath gab ihm dann 3 x täglich 10 Tropfen einer Tinktur der Pflanze Artemisia annua, das ist der Einjährige Beifuß, ein Korbblütler. Der steht für die Beseitigung von Giftstoffen im Gewebe, soll Pilzen, Bakterien und Viren damit ihre Lebensgrundlage entziehen und schützt Grenzen. Kaum eingenommen, wurden die Symptome des Sohnemanns wohl stündlich besser und nach drei Tagen war er wieder komplett hergestellt.

Ich gebe diesen Hinweis nur nach Hören-Sagen weiter, weil ich den Osteopathen seit vielen Jahren als einen der besten Heilkundigen im Land kenne, der keine neuen Patienten mehr nimmt, weil er schon mit den Bestehenden, vor allem Kindern, ausreichend zu tun hat; mich also nach seinem Namen zu fragen ist zwecklos. Aber auf so eine Koryphäe zu hören hat mir noch nie geschadet und entsprechend habe ich mir die nicht ganz günstigen Tropfen im Internet für den Ernstfall besorgt. Wenn ich sie an mir oder an jemandem aus meiner Familie ausprobieren musste, werde ich es Euch wissen lassen. Bis dahin ist es jetzt nur ein Tipp, den ihr natürlich vor der Anwendung mit Eurem Arzt, Heilpraktiker und Apotheker besprecht.

Nun zu einem meiner vier oder fünf favorisierten Wundermittel, die ich selbst immer wieder kurweise einsetze. Es ist nicht nur ein heftiger Immunsystem-Booster, sondern reinigt auch unsere Gefäße, entspannt das Herz-Kreislauf-System, harmonisiert den Blutdruck, versorgt uns mit seltenen Nährstoffen, steigert die Leistungsfähigkeit und hat viele, viele andere segensreiche Wirkungen.
Es schmeckt zuerst ungewohnt, aber nach einiger Zeit richtig gut, die Herstellung kostet fast nichts außer Zeit, und die haben ja im Moment viele. Von Nebenwirkungen weiß ich nichts, aber ganz viel über positive Effekte. Aber natürlich ist auch dieses Wundermittel nur auf eigene Verantwortung einzunehmen, am besten in Absprache mit einem, der etwas von der Sache versteht, und bitte nicht überdosieren, denn viel hat noch selten viel geholfen.

Und das Ganze geht so:

Für rund einen Liter von diesem Wunderextrakt nehme man 30 Knoblauchzehen, sechs größere Zitronen aus biologischem Anbau, am besten Demeter, dazu 1 l Wasser, einen gehäuften Löffel Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, und ein Stück geschälten Ingwer in der Größe einer großzügigen Fingerspitze.
Die Zitronen werden mit etwas Spülmittel gut gewaschen und mitsamt der Schale geviertelt und kommen, zusammen mit den Knoblauchzehen, dem Ingwer und dem Kurkuma, in einen Mixer, der allerdings über eine gewisse Power verfügen sollte. Mit einem Zauberstab ist das nichts zu machen. Die Zitronen enthalten zwar viel Wasser, aber um dem Mixer die Arbeit zu erleichtern, würde ich von dem Liter Wasser ein gutes Glas dazu tun.
Jetzt wird alles gemixt, bis wir eine intensiv gelbliche, dickflüssige Substanz haben. Die kommt in einen Kochtopf und wird zusammen mit dem Wasser erhitzt, bis die Flüssigkeit so heiß ist, dass sie knapp vor dem Blubbern steht.
Dann alles abkühlen lassen; und jetzt braucht es etwas Geduld für das Abseihen, erst mit einem groben Sieb und danach mit einem feineren, bis immer noch ein sehr sämiger, aber schon deutlich dünnflüssigerer Saft übrigbleibt. Den in eine Flasche abfüllen und jeden Tag ein Schnapsglaserl davon trinken, Kinder etwas weniger; ich nehme es meist vor dem Mittagessen als Aperitif.

In der jetzigen Zeit, wo wir eh Abstand voneinander halten sollten, dürfte der leichte Knoblauch-Duft keine Rolle spielen, zumal er überhaupt nicht ausgeprägt ist, wahrscheinlich wegen der Verbindung mit den Zitronen. Ich würde einen Liter pro Person im Haushalt herstellen, der reicht dann für 14 Tage, und das ist eine heftige Aufrüstung unseres Immunsystems und versetzt unser gesamtes Milieu in einen Zustand, der vielleicht Mikroben aller Art weniger Kontaktfläche bietet.

Ok., jetzt zurück zur Wohlstandsbildung und zu einer Plattform, die ich vor vielen Jahren mit wehenden Fahnen verlassen habe – reden wir über die Börse:
Der normale, durchschnittliche Finanzberater von heute – dabei schließe ich auch alle Medien und Finanztippplattformen im Internet mit ein –, all die sind bis heute ziemlich ein- oder maximal zweidimensional geworden: Die eine Dimension ihrer Geldstrategie nennt sich Immobilie und die andere nennt sich Börse und Staatsanleihe; den konservativen, also sicherheitsorientierten Part spielen Immobilien und Anleihen, die Börse soll für die Renditen sorgen, ist aber schon mehr spekulativ, und um diesen spekulativen Charakter etwas zu reduzieren und vielleicht die eigene Ratlosigkeit, stürzt man sich jetzt auf ETFs, der Heilige Gral der Schutzsuchenden und Sicherheitsbedürftigen in einer aus den Fugen geratenen Welt. Potzblitz. Jetzt sind wir wieder beim Thema ETFs, dass ich eigentlich zu langweilig finde, um mich darauf einzuschließen. Aber alle Welt spricht mich drauf an oder hat es zumindest im Portfolio, und für die Masse der Anleger repräsentieren ETFs mittlerweile das gesamte Börsengeschehen. Und da heißt es dann vollmundig:

ETFs sind ja so breit gestreut und bilden ganze Märkte ab, da bist Du langfristig auf der ganz sicheren Seite, und ewiges Wachstum mit steigenden Kursen ist ja mehr oder weniger garantiert, wenn man es nur langfristig sieht.
…Ewiges Wachstum – an der Börse wünscht man sich das, was man auf der körperlich- zellulären Ebene Krebs nennen würde. Schon kurios: Der Krebs der Börse ist das Lebenselixier der von ihrer Riester-Rente Enttäuschten.

Nun denn, sie haben ja ihre Berechtigung, die ETFs. Einzelne Börsentitel im Portfolio sind schon eher was für Profis, da fährt der Massenanleger als Trittbrettfahrer ganzer Märkte besser, denn dann, suggeriert man ihm, ist er gewissermaßen an der ganzen Welt beteiligt, denn die Börse als Weltmarkt ist doch das wirtschaftliche Milieu, das uns umgibt und ausmacht. Ist das wirklich so?

Alle, die mit ETFs und anderen Börsenwerten unterwegs sind, wissen jetzt: Das ist eine Illusion, denn auch ein Weltmarkt ist nur der Teil eines größeren Ganzen.
Selbst ganze Indices mit hunderten von Unternehmen sind eben nicht das Milieu, sondern nur eine größere Mikrobe in vielfältiger Erscheinungsform. Das eigentliche Milieu heißt Finanzsystem und über dem Finanzsystem steht noch etwas Größeres: nämlich das Leben mit all seinen Unwägbarkeiten wie Zinsentscheidungen der Zentralbanken, Handels- und Zollkriege, ja Kriege und diplomatische Scharmützel sowieso, der Ölpreis, Regierungswechsel, Haushalts- und Arbeitsmarktbilanzen, die Höhe der Inflation, Anschläge von religiös Radikalen, die meistens irrwitzig sinnlosen und peinlichen Tweets amerikanischer Präsidenten, Massenpsychologie und -hysterie, und neuerdings sogar Pandemien, und dann noch durch Viren, für die es kein Heilmittel gibt – all das ist das Umfeld, von dem die Weltmärkte und Börsen jede Stunde beeinflusst und torpediert werden.

Und nun haben wir da ein zutiefst ausgehöhltes, von allen menschenfreundlichen Werten entfremdetes Finanzsystem und wir haben ein ganzes Leben drumherum; diese beiden Instanzen geben den Börsen der Welt ihre Existenzgrundlage. Jetzt mal ehrlich: Ist die Börse wirklich die Grundlage, Quelle und das einzig wahre Umfeld allen Geldes? Nein, die Börse mit ihren tausenden Firmentiteln und Milliarden aufgeblähter Wertpapiere ist ganz klein und hilflos, wenn ein grippeähnliches Virus daherkommt und in einen Ballon sticht, in dem ganz viel Luft und Psychologie drin ist und ganz wenig Substanz. Nur deshalb konnten innerhalb von Tagen sämtliche Kurse abstürzen in Deutschland, Amerika, Japan und am wenigsten noch China.

Amerika hat es ja besonders schlimm erwischt, und dazu hat es auch tapfer beigetragen, wenn es jetzt um Milliarden-Entwertungen großer Börsentitel geht. Dieses Land, das oft kaum mehr laufen kann vor Stolz und Patriotismus und Bessersein im ewigen knallharten Wettbewerb der Welt, dieses Land ist ja bei Fonds-Managern sehr beliebt mit den ETFs auf den Dow Jones, MSCI USA und S & P 500. Was der Kleinanleger nun nicht weiß, wenn er sein Geld in solche ETFs steckt: er investiert in durch und durch getürktes Wachstum, nennen wir es in Anlehnung an Donald Trumps Lieblingsvokabel „Fake Growth“. Warum das so ist, zeige ich manchmal im Finanzseminar anhand beeindruckender Charts.

Auf denen werden Firmen aufgelistet, die ganze Indices maßgeblich durch ihre schiere Kapitalkraft bewegen können. Apple zum Beispiel, das Unternehmern mit den schlauesten Schlawinern in der Führungseben. Apple ist Spitzenreiter im Aufkauf eigener Aktien, und das nicht einmal mit eigenem Geld, sondern mit geliehenem Geld, weil´s ja so billig ist. Ohne, dass auch nur ein Fingerbreit Wertschöpfung entsteht, wird der Kurs vom eigenen Unternehmen also nach oben manipuliert, denn in Amerika gilt nun mal „the winner takes it all“, man sieht sich gern an der Spitze der weltgrößten Unternehmen und durch eine höhere Börsenbewertung kommt man leichter an weiteres, noch billigeres Geld. Nun, seit Mitte Februar 2020 hat die Aktie ein Drittel ihres Wertes verloren, all die mit Luftgeld finanzierte Eitelkeit hat einen argen Dämpfer bekommen, das Jammern ist trotzdem groß.
Ist das der Marktplatz, an dem man sein Geld sicher aufgehoben weiß, wenn er nicht nur Spielball von Viren ist, von Zinsentscheidungen, von Trump-Irritationen, sondern zu schlimmer Letzt auch von der Eitelkeit einiger Unternehmensmanager? Da wird man auch ohne Virus von einer regelmäßigen Gesundschrumpfung ausgehen müssen, was den eigenen Vermögensaufbau das kostet, was am kostbarsten ist, weil man es unwiederbringlich verlieren kann.

Natürlich wird das Leben weitergehen und die Kurse werden auch wieder steigen, nur: Energie kann schlagartig entweichen, wird aber, wenn Materie Materie erschafft, nur langsam aufgebaut. Das haben sich natürlich die anders vorgestellt, die 15 Jahre in ihren börsennotierten Fonds eingezahlt haben und fünf Jahre in die verschiedensten ETFs, am besten noch allein von Computern gesteuert, um die Kosten niedrig zu halten. Ja, und irgendwann werden sie wieder da ankommen, wo sie mit ihren Vermögenswerten gestartet sind, vielleicht sogar inflationsbereinigt, was ja schon eine starke Leistung wäre. Sie haben dann nichts vermehrt, aber auch nichts verloren, oder? Doch: Sie haben einen der mächtigsten Renditefaktoren verloren, der – im Gegensatz zu finanziellen Verlusten – auch nicht mehr aufgeholt werden kann, nämlich: Zeit.

Was ich mit dem Ganzen sagen will und zu überdenken auffordere: Ohne Zweifel haben die Börsen ihre Berechtigung und spielen eine mächtige Rolle im Gefüge der Finanzwelt. Doch ich sehe in den letzten Jahrzehnten eine Tendenz, die mich stutzig macht, so stutzig wie der Umgang der Zentralbanken mit unserem Geld: Je mehr Sinn und Wert unseres Geldes ausgehöhlt wird, desto mehr muss davon produziert werden, damit Geld als Tauschmittel weiterhin funktioniert. Und je mehr Sinn und Wert der Börse als Handelsplattform für echte Werte ausgehöhlt wird, desto mehr ahnungslose Anleger werden ihr zugeführt, um das Spiel am Laufen zu halten. In wenigen Jahren ist deshalb das Geschäft mit ETFs von ein paar 100 Millionen auf ein paar 100 Milliarden $ angewachsen. Und wenn das Spiel weitergehen soll, müssen es bald Billionen sein.

Die ganz Großen der Finanzwelt spielen dieses Spiel seltsamerweise nicht mit, und wenn, dann mit weniger als einem Prozent ihres Kapitals. Das hat mir vor einigen Jahren zu denken gegeben. Wenn die Börse mit ihrem ewigen Wachstumspotential die einzige liquide und renditestarke Plattform unserer Welt ist, warum beteiligen sich die billionenschweren Anleger so gut wie nicht, um den Luftballon aufzublasen? Platz und Möglichkeit gäbe es genug, denn Amazon und Jeff Bezos verkraften auch einen Börsenwert von 2 oder 4 Billionen Dollar, und 4/5tel aller Unternehmen weltweit sind ja noch gar nicht an der Börse, was wäre da noch für ein Potenzial?

Und trotzdem: Welches Spiel spielen denn dann die ganz Großen in unserer Finanzwelt und in unserer Welt überhaupt? Wer sind die, denen auch in schwierigsten Zeiten der Ebbe die Badehose tadellos sitzt? Wer sind die, die den Unterschied zwischen Erreger und Milieu sehr gut kennen, ganz einfach, weil sie jeden Tag entscheiden, wie das Milieu aussieht? Und was ist nun meine Antwort auf die Frage, die mir per WhatsApp gestellt wurde, ich darf noch mal zitieren: „Andreas, die Märkte kotzen ab, haben wir plötzlich die große Depression? Wie geht es Dir im Moment mit den Sachen, die Du hast?“

Die Antwort auf diese Frage findet ihr im letzten Teil dieser Podcast-Reihe. Bis dahin!

 

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