Ausbildungsversicherungen für Enkel und wie es besser geht

Ein teurer Blödsinn: Ausbildungsversicherungen für Enkel und wie es besser geht

Fragt mich eine frisch gebackene Oma, wie sie mit kleinen monatlichen Beträgen den neuen Erdenankömmling unterstützen könnte, wenn der einmal Geld für den Führerschein oder für die Ausbildung braucht. Ein Bankberater hat ihr eine Ausbildungsversicherung empfohlen, und nun fragt sie mich, was ich davon halte.
In einem Wort zusammengefasst: Nichts. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Geldwerte und Nullzins – eine verhängnisvolle Kombination

Eine Versicherung ist grundsätzlich ein Geldwert, das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Und Geldwerte in Nullzinsphasen können selbst bei gutmütiger Betrachtung nichts abwerfen, ganz abgesehen davon, dass solche Anlagen so ziemlich allen Krisen unterworfen sind, die es gibt.
Eine Ausbildungsversicherung ähnelt in ihrem Garantiezins derzeit ganz normalen Kapitallebensversicherungen mit bescheidenen 0,9 % pro Jahr. Und das Garantiezinsen alles andere als garantiert sind, sehen viele Kapitallebensversicherungsinhaber in den letzten Jahren in ihren jährlichen Mitteilungen.

Die Kostenkrake oder: Wie sollen 0,9% Kosten von 25 % amortisieren?

Was die stolze Oma auch nicht bedenkt: Von den 100 €, die sie monatlich für den Enkel investieren würde, werden maximal 75 € verzinst. 25-30 % Kosten, die sich der Versicherer abgreift, sind eher die Regel als die Ausnahme. Wenn nun aber jeden Monat 25 % des Kapitals abgezogen werden, müssen sich 0,9 % Garantiezins schon arg mit vielen Zinseszins-Jahren bemühen, um überhaupt das eingezahlte Geld wieder herzustellen. Der finanzmathematische Taschenrechner sagt klar, dass dieses Konzept innerhalb von 18 Jahren nicht zu schaffen ist – mindestens 3,1 % wären dafür nötig, und dabei haben wir die Steuern noch außen vor gelassen.

ETF-Sparpläne oder Fondssparpläne? Besser, aber noch lange nicht gut genug.

Eine bessere Alternative sind Sparpläne in Fonds oder ETFs. Was aber, wenn wir genau in 15 oder 18 Jahren einen dicken Crash mit anschließender Rezession haben? Zählt da noch der tröstende Spruch „Haben Sie Geduld, die Börse ist keine Einbahnstraße“?

Alte Lösung immer wieder neu: Geld sparen in Wertschöpfungsketten mit linearem Wachstum

Die Oma, die unternehmerisch und gleichzeitig sicherheitsorientiert denkt, wendet sich am besten Sachwerten zu, die keinen marktpsychologischen Schwankungen unterliegen, sondern mit linearem Wachstum punkten. Lange Laufzeiten von 15 Jahren oder mehr sind in dem Fall sogar gewünscht, und glücklicherweise gibt es heutzutage milliardenschwere Emittenten, die auch Kleinanleger wie Omas an einem breit aufgestellten Portfolio mit hunderten verschiedenen Wertschöpfungsketten teilhaben lassen. Im Finanzseminar zeige ich, wie so etwas funktionieren kann: Stichwort „Topf-Strategie“ und „Wie Anleger die Zeit austricksen können“.

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