Avocado-Plantagen als Agrikultur-Investment

Avocado-Plantagen als Agrikultur-InvestmentWer genau hinschaut, nimmt Abstand.

Agrikultur ist die dritte Säule eines ausgewogenen Portfolios für Wohlstandsbildner. Kaum eine andere Assetklasse hat ein derart vorteilhaftes Sicherheit-Rendite-Verhältnis: Der Land- und Grundbesitz sorgt für die Sicherheit, die Renditen kommen von teils mehrmaligen Ernteerträgen pro Jahr in einer der wertvollsten, weil unverzichtbaren Wertschöpfungsketten unserer Welt – Nahrungsmittel.

Deshalb kenne ich keinen privaten Großinvestor und institutionellen Anleger von Rang und Namen (in deren Portfolien ich Einblick nehmen durfte, bei letzteren durch Jahresberichte), der auf diese Anlageklasse verzichten würde. Kleinanleger können sich heute schon mit Mindestsummen von 20.000-40.000 € an dieser fundamental krisensicheren Geldanlage beteiligen.

Avocado Investment – Wer genau hinschaut, nimmt Abstand

Doch Sicherheit im Sinne eines Schutzes vor Totalverlust ist für einen Wohlstandsbildner nicht alles. Zur Sicherheit einer Investition gehört auch die Umwelt- und Bevölkerungsverträglichkeit nach dem Grundsatz: „Je mehr Beteiligte einer Investition Interesse daran haben, dass sie funktioniert, desto sicherer ist sie“; und der Planet Erde sowie eine Vielzahl von Menschen sind grundsätzlich an einer Investition beteiligt für den, der genauer hinschaut.

Immer auf der Suche nach Gelegenheiten für meine ohnehin schon breit aufgestellte Agrikultur-Säule wurde ich vor kurzem von einem Avocado-Emittenten aus Mittelamerika angesprochen; er wollte mich als Investor gewinnen und zeigte mir stolz die Kennzahlen der letzten zwei Jahrzehnte für seine riesige Plantage. Die Rendite im ordentlich zweistelligen Bereich, die wichtigsten Sicherheitsaspekte vorhanden – alles sah gut aus auf den ersten Blick. Bis ich mich näher mit dem Land, seiner Infrastruktur und den Wetterverhältnissen beschäftigte; danach hat sich das Investment für mich erledigt.

Die betreffende Region Mittelamerikas ähnelt, die Niederschläge betreffend, einem anderen großen Avocado-Produzenten, nämlich Israel, d. h.: In einem Großteil des Landes fällt zu wenig Regen für den extrem durstigen Avocado-Baum. Der Trockenheit wird mit exzessiver künstlicher Bewässerung begegnet, was meist zulasten des Grundwasserspiegels geht, denn entweder kommt das Wasser von Wolken oder aus dem Boden.
Für Israel und zwei bekannte Anbaugebiete in Mittel- und Südamerika habe ich nun Recherchen angestellt zu diesem Problem, und siehe da: Bei der dortigen Bevölkerung sind die Avocado-Plantagenbesitzer reichlich unbeliebt, weil die Wasserversorgung für ärmere Schichten mit eigenem Brunnen immer schwieriger wird.

Für einen Investor ist das ein nicht unerhebliches Risiko, denn hier verbirgt sich politischer und sozialer Sprengstoff, der heute schon öfter in Rangeleien, Sabotagen und Debatten zu Tage tritt – ganz abgesehen vom ethischen Standpunkt, Zehntausenden im Umfeld einer Plantage sukzessiv das Wasser abzugraben, damit die eigene Rendite stimmt. Dabei ist es unerheblich, ob wir nun über Chile, Israel, Kalifornien, Peru, Australien, Südafrika oder Mexiko reden – die Anbaubedingungen und Transportwege stellen den weltweit zunehmenden Genuss der Frucht in ein bedenkliches Licht (den naturbewussteren, organischen Anbau hier ausgenommen).
Etwas martialisch, aber durchaus zutreffend nennt daher der irische Gourmetkoch John Paul McMahon im SPIEGEL-Interview vom 28.12.2018 Avocados „die Blutdiamanten Mexikos“.

Für mich ist das ein Ausschlusskriterium erster Güte, denn das Schöne für einen Wohlstandsbildner – immer mit der Investoren-Brille auf der Nase – ist: Die Welt ist voller großartiger Investitionsmöglichkeiten. 4 % davon, also die Besten der Besten, sind auch ethisch weitgehend beanstandungsfrei. Das Problem ist nicht der Mangel an lukrativen Anlagemöglichkeiten; das Problem ist der Mangel an Kapital verantwortungsbewusster Investoren.

Mein Beitrag, diesen bedauerlichen Umstand etwas zu mildern:
Finanzseminare für Menschen mit Investoren-Gesinnung, die das Kapital für
diese ertragreichen, köstlichen 4 % aufbauen möchten.

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