#105 KI-Tool für Wohlstandsbildner

Podcast-Dauer: 28:28

Wie eine KfW-Studie über Deutschland für Erkenntnisgewinn und eine kostbare Checkliste sorgt

Shownotes:

Die ausführliche KfW-Studie in der Besprechung des Handelsblatts (hinter der Bezahlschranke)
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Der derzeit leistungsfähigste Chatbot Claude von Anthropic
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KI-Tool für Wohlstandsbildner

KI-Prompt für Wohlstandsbildner

Heute gibt es nur ein Kapitel, ein Thema, aber das hat es in sich: Ich stelle euch die aktuelle KfW-Studie zum Standort Deutschland vor, von der ich begeistert, aber auch irritiert bin wegen einiger Einschätzungen, die man nur mit Sarkasmus ertragen kann. Den eigentlichen Schatz, den es in dieser Studie für Investoren zu heben gibt, den habe ich erst bemerkt, als ich die Studie für diesen Podcast aufbereitet habe. Das Ergebnis ist ein heftig leistungsfähiges Analyse-Tool für Investoren, das ich allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung stelle. Legen wir los mit einer

KfW-Studie zum Standort Deutschland: Viel Schatten und wenig Licht – mit einem Analysetool für Wohlstandsbildner

Endlich gibt es mal wieder eine glaubwürdige Studie, die sich nicht nur auf das fokussiert, was bei uns im Land schlecht läuft, sondern auch so manches Lichtlein erkennen lässt am aktuell dunklen Firmament unserer Wirtschaft. Und diese Studie kommt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der KfW.

Hinter diesem Kürzel verbirgt sich Deutschlands größte Förderbank, die ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main hat. Und diese ist mit ihrem Einfluss und vor allem mit ihren zinsgünstigen Krediten von zentraler Bedeutung für Entwicklungsprojekte aller Art im In- und Ausland.

Die KfW muss also wissen, woran es hakt in Deutschland, denn von dort, wo es hakt, wird sie oft gebeten finanziell zu helfen; und sie muss auch wissen, was einigermaßen gut läuft, denn dort hat sie vielleicht schon geholfen oder sie weiß, dass gar keine Unterstützung nötig ist.

Die wichtigsten positiven und negativen Tendenzen der deutschen Wettbewerbsfähigkeit hat die KfW jetzt in einer aktuellen Studie zusammengefasst, und zwar unterteilt in 22 Indikatoren. Und diese Indikatoren werden nicht nur in diesem Podcast eine große Rolle spielen.

Die Kriterien, die diese Studie am Beispiel der deutschen Wirtschaft untersucht hat, haben mich nämlich begeistert. Es wurden sechs übergeordnete Kapitel aufgestellt, die da heißen:

  • Arbeitsmarkt
  • Energieversorgung
  • •Innovationsfähigkeit
  • internationale Abhängigkeiten
  • staatliche Rahmenbedingungen und
  • Kapital.

Das alles sind für einen Investor wichtige Themen, zu denen er sicher nicht alles wissen muss, aber wenigstens einen Überblick haben sollte, der alles Wesentliche abdeckt – und genau das tun diese sechs Überschriften.

Diese sechs Themengebiete wurden nun untergliedert in je 2-5 Indikatoren. In Summe sind das 22 Indikatoren, die ich euch hier alle gleich erwähnen werde. Und was mir erst bei der Arbeit für diesen Podcast aufgefallen ist: Diese Struktur – 6 Hauptkapitel mit 22 Unterkapitel – ist ja goldwert für eine Vorlage zu einer Art Due Diligence auf Länderebene!

Heißt: Wenn ihr euch ein Land, in dem ein spannendes Investment angeboten wird, in allen wesentlichen wirtschaftlichen Faktoren aus Investorensicht anschauen wollt, bieten diese 22 Indikatoren eine hervorragende Checkliste, mit deren Hilfe ihr dann Chatbots, Wirtschaftsprüfer oder euch selbst beschäftigen könnt. 22 Indikatoren als Vorlage, um in kurzer Zeit – für welche Projekte auch immer – einen brillanten Überblick über ein ganzes Land zu bekommen.

Vorlagen für den Prüfungsprozess einer Due Diligence auf Investitionsebene habe ich schon lange; die Checkliste einer Due Diligence auf Länderebene hat mir noch gefehlt, und die KfW-Bank hat mir nun mit ihrer klugen Arbeit diese Lücke gefüllt. Und nicht nur mir, denn:

Es bietet sich nun natürlich an, diese Checkliste mit ein paar schlauen ergänzenden Anweisungen den leistungsfähigsten KI-Chatbots einzugeben, um in Sekundenschnelle eine Analyse zu jedem Land der Erde auf dem Tisch zu haben, deren Qualität der KfW-Analyse zu Deutschland nahezu ebenbürtig ist.

Und das ist jetzt mein Geschenk für Podcasthörer, die ein wenig tiefer schauen wollen, bevor sie sich für eine Investition entscheiden: Ich stelle euch meine Prompt-Vorlage als Word-Dokument zu Verfügung, die ich mir für eine detaillierte Länder-Due-Diligence angefertigt habe – mit ergänzenden Analyseanweisungen, Benchmarking, Ländervergleichen, Fallstudien, Risiken und Chancen für Investoren und einer Einschätzung der KI aufgrund der aktuellen Daten, wie positiv oder negativ jeder Indikator für einen Investor zu bewerten sein könnte.

Was mit dieser Texteingabe mit dem derzeit leistungsfähigsten Chatbot Claude 3.5 Sonnet von Anthropic herauskommt, habe ich mit Deutschland als Beispiel auch dem Dokument beigefügt. Das ist wirklich begeisternd und eine enorme Hilfe für Investoren. Claude ist ChatGPT im Moment weit überlegen, was solche Analysen angeht; jeder kann die KI nach seiner Anmeldung dort ausprobieren, Link siehe Shownotes, probiert es mit meinem reichhaltigen Prompt aus mit einem Land eurer Wahl – ihr werdet staunen.

Ich habe den Prompt auch gleich für einen eigenen Ernstfall testen können, nämlich für die Analyse eines Landes, in dem ich ein neues Agrikultur-Investment gefunden habe und das ich vielleicht noch dieses Jahr besuche – wenn sich die Dinge als vielversprechend erweisen, werde ich euch berichten.

Die Analyse lässt schon mal erfreuliche Aussichten zu, denn dieses Land, weit, weit im Osten von uns aus gesehen, hat in fast allen Indikatoren eine KI-Einschätzung von + bis +++ bekommen, während es in der Deutschland-Analyse nur ein einziges +++ gibt, bei den Erneuerbaren Energien, und der gesamte Rest ist mit vielen Minus höchst durchwachsen, wie wir ja gleich noch genauer sehen werden.

Wo findet ihr nun den Link zur Website, auf der ihr euch das Word-Dokument herunterladen könnt? Natürlich in der Podcast-Beschreibung oder ihr geht direkt ins Podcast-Archiv der Wohlstandsbildner-Seite – dort steht das Dokument bis auf Weiteres zum kostenfreien Download zu Verfügung.

Steigen wir nun ein in die KfW-Studie mit ein paar Bemerkungen zum einen oder anderen meinerseits. Legen wir los mit dem

Kapital,

das in 6 Kategorien unterteilt wurde:

1. Ausbau der Wirtschaft:

Tendenz positiv: Im internationalen Ländervergleich scheint Deutschland gut ausgestattet sein mit den Elementen, die für jede Art von Produktion wichtig ist – also so etwas wie Anlagen, Maschinen und Gebäude. Teilt man deren Gesamtwert durch die Einwohner, so kommen wir auf 235.000 $. China ist mit 69.000 $ weit abgeschlagen, was mich bei der Anzahl Menschen jetzt aber auch nicht wundert. Überraschend ist auf Platz eins ein Land, dass man sonst selten irgendwo vorne findet, nämlich Italien mit 284.000 $ Wert an Wirtschaftsproduktionsgütern pro Kopf

2. Unternehmensinvestitionen

Tendenz negativ: Das wird jetzt niemanden von uns überraschen, dass Unternehmen mit Sitz in Deutschland im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gerade wenig im eigenen Land investieren: 12 % beträgt die Quote, 25 % dagegen in China zum Vergleich. Und für diese 12 % bei uns ist jetzt nicht mehr nur die Merkel- und EZB-Politik schuld, sondern noch gewichtiger die aktuelle Grünen- und SPD-Politik.

Und jetzt mischt sich noch unser Bundeskanzler dort ein, wo er sich per Gesetz eigentlich gar nicht einmischen darf, nämlich bei der Mindestlohn-Diskussion. Und sollte der Mindestlohn tatsächlich auf 14-15 € steigen, dann wird das die Investitionsquote unserer Unternehmen nochmals deutlich reduzieren. Dann haben genau die keinen Arbeitsplatz, von denen sich der Bundeskanzler wünscht gewählt zu werden, nämlich die armen und mittelarmen Bevölkerungsgruppen, die sich mit finanzieller Bildung genauso viel beschäftigen wie unser Bundeskanzler – also gar nicht

3. Staatliche Investitionen

Tendenz negativ: Mit 2,6 % vom Bruttoinlandsprodukt liegt unser Staat mit seinen Investitionen auf dem vorletzten Platz. Auf Platz eins ist Schweden mit 4,8 % der Quote öffentlicher Investitionen. Das Problem ist: Wenn der Staat mit seinen Investitionen keine Anreize setzt, fließt auch kein privates Kapital hinterher. Im Gegenteil, es fließt ab ins Ausland. Das besorgt viele Unternehmer, nur unseren Bundeskanzler nicht.

4. Steuerbelastung

Tendenz – na welche wohl – negativ: Es gibt nur ein Land auf der Welt, das in Summe höhere Unternehmenssteuern hat als wir, und das ist laut der KfW-Studie Japan mit 28,4 %. Wir liegen bei 26,6 %. Zum Vergleich – und da erinnere ich gern an den aktuellen Club Deal im Vereinigten Königreich –, denn dort beträgt die Steuerlast für Unternehmen gerade mal 12,6 %.

Doch nach drei Negativ-Indikatoren kommen jetzt glücklicherweise noch zwei positive:

5. Infrastruktur

Tendenz positiv: Das ist jetzt überraschend, oder? Wo bei uns doch immer über den Investitionsstau gesprochen wird, ob es nun Brücken, Autobahnen, Bahnhöfe oder Flughäfen betrifft. Die Weltbank sagt, dass die deutsche Infrastruktur im Ranking von 139 Ländern auf Platz drei liegt, weil die Grundlage an Straßen, Schienen, Wasserwegen und sogar Brücken noch ganz gut sein soll.

Wenn es aber so weitergeht wie jetzt – Stichwort: Mangel an staatliche Investitionen –, dann wird sich dieser Bereich bald ins Negative bewegen, denn 2018 lagen wir da noch auf Platz eins des Rankings. Wir fallen also eh schon ab. Die große Frage ist also, welchen Platz belegen wir 2030? Darüber können alle abstimmen, nächstes Jahr bei der Bundestagswahl.

6. Finanzierungszugang

Tendenz positiv: Der soll sogar ausgezeichnet sein, denn Großunternehmen kommen bei uns im Land recht schnell an Geld für Investitionen; und sogar der Mittelstand mit den vielen kleinen und mittleren Unternehmen soll es im weltweiten Vergleich dank unserer Förder- und Geschäftsbanken recht leicht haben, an Finanzierungskapital zu kommen. In einer Umfrage des World Economic Forum liegt Deutschland hier auf Platz zwei.

Nun, meine Seminarteilnehmer wissen, wie ich zum WEF und der Person Klaus Schwab stehe. Und alle kleinen und größeren Unternehmer, mit denen ich zu tun habe, würden auch abstreiten, dass sie leicht an Fremdkapital kommen. Ich würde mich ja freuen, wenn die KfW in dieser Hinsicht recht hätte. Doch selbst, wenn die Leitzinsen sinken und deutsche Unternehmen sich tatsächlich leicht finanzieren können sollten bei uns, bleibt die Frage: Was bringt das, wenn das hier aufgenommene Kapital nicht im eigenen Land bleibt?

So viel zum Kapitel Kapital. Dann schaut sich die KfW den deutschen

Arbeitsmarkt

an. Der schneidet in drei von vier Kategorien negativ ab:

1. Bildung

Tendenz negativ: Im Vergleich mit acht Ländern sind bildungstechnisch nur noch Frankreich und Italien schlechter. Will man auch die Ergebnisse der letzten Pisa- Studien heranziehen, dürfte das nicht für bessere Laune sorgen. Hier muss eine Menge getan werden; aber ich sehe unser Bildungssystem als so verkrustet an, die Politiker als so zerstritten und unentschlossen, und einen zu großen Teil aller Lehrer, Ausbilder und Professoren als so inkompetent und hinterherhinkend, wenn es um den Unterricht mit Computern und Künstlicher Intelligenz geht, dass ich mir dafür die aktuelle und für die nächste Generation nicht so viel Hoffnungen mache.

Heißt: Wie bei den Finanzen, ist hier Eigeninitiative und Eigenverantwortung gefragt. Am Anfang liegen die bei den Eltern, und ab dem 13. Lebensjahr darf jemand lernen, sich selbst hineinzufuchsen. Und da wiederum bin ich recht zuversichtlich; denn wenn Jugendlichen etwas zugetraut wird, und die Eltern und Schule die unternehmerischen Anlagen in den meisten Kindern nicht kaputttreten, dann sind die Möglichkeiten für alle mithilfe der neuen, großen Medien gewaltig. Nun aber hat mich die KfW-Studie überrascht in der Fortführung des Aspekts Bildung, nämlich

2. Ausbildung

Tendenz positiv: Ja, tatsächlich, hier soll Deutschland den Spitzenplatz innehaben. Und ein entscheidender Faktor dafür soll sein die Länge der Schul- und Ausbildungsjahre in der Bevölkerung! Die beträgt in Deutschland durchschnittlich 14,3 Jahre. Kanada, die USA und Großbritannien belegen die dahinterliegenden Plätze. China hat eine durchschnittliche Ausbildungszeit von 6,7 Jahren, wenngleich in dieser Zeit per Drill wahrscheinlich das Doppelte in die Köpfe geprügelt wird, als bei uns. Was das mit den Menschen und entsprechend mit dem Wirtschaftswachstum macht, wird man auf Dauer sehen.

3. Erwerbsbevölkerung

Tendenz negativ: Hier, das ist weithin bekannt, haben wir durch die demographische Entwicklung und den Arbeitskräftemangel bei Menschen zwischen 15 und 64 Jahren gewaltige Probleme. Noch größere Probleme hat nur Italien. Mit dem letzten Indikator entlässt einen das Kapitel Arbeitsmarkt nun vollends frustriert, und das betrifft die

4. Arbeitskosten

Tendenz negativ: Jeder Arbeitsplatz bringt Geld, kostet aber auch Geld, und in Deutschland sind die Lohnkosten, eingerechnet aller Steuern und Sozialbeiträge, einfach eine für Unternehmen riesige Belastung. Diese Belastung drückt die Produktivität, und überhaupt jede gute Laune und die Lust auf innovative Ideen. Da passt es doch, dass genau in dieser Zeit unser Bundeskanzler daherkommt mit seiner Ich-gehe-mal-auf-Stimmenfang-Forderung nach 15 € Mindestlohn.

So ein Mann an der Spitze des Staates schafft es wirklich, einem noch das letzte Quäntchen Lust am Unternehmertum zu nehmen.

Kommen wir zum nächsten der sechs übergeordneten Kapitel, zur

Energieversorgung

unseres Landes. Und Wunder was, hier würde sich doch jeder gesunde Menschenverstand auf ein paar Ohrfeigen einstellen, aber – dem ist nicht so! Schauen wir uns das in den vier Unterteilungen des Kapitels genauer an:

1. Strompreise

Tendenz negativ: O. k., mit einer Ohrfeige muss es schon losgehen, wir haben ja schließlich einen Robert Habeck als Wirtschaftsminister, und da lernt man einzustecken. Nun muss man wissen, dass Deutschland schon immer ein Stromhochpreisland war, nur noch Italien ist teurer seit dem Kriegsbeginn 2022. Viele vergessen, dass dabei der Staat selbst ein gnadenloser Preistreiber und Abkassierer ist, denn die staatlichen Abgaben in unserem Strompreis sind nun mal besonders hoch. Ein guter Teil unserer chronischen Energiekrise ist also hausgemacht.

2. Industrielle Energieeffizienz

Tendenz positiv: Bei der Analyse dieser Kategorie habe ich eine neue Kennzahl kennengelernt, nämlich das Maß an Energie, das jeder erwirtschaftete Euro im Land kostet. 2021, neuere Daten gab es nicht, lag dieser Wert bei uns bei 3,1 Megajoule pro Dollar. Kanada liegt in diesem Ranking ganz hinten mit 12 MJ. Wir sehen also: Die deutschen Unternehmen haben allesamt schwäbisches Talent und setzen ihre Energie sparsam und effizient ein, um produktiv sein zu können. Das erkennt die Studie als großen Pluspunkt an.

3. Erneuerbarer Energieanteil

Tendenz positiv: Der lag um 1990 herum noch bei 2 % und ist bis 2019 auf 17 % angestiegen. Immerhin, muss man sagen, man könnte auch wie die USA oder Japan deutlich schlechter sein. Aber Schweden könnten wir uns als Vorbild nehmen, denn dort kommt schon die Hälfte des Energieverbrauchs aus den erneuerbaren Energiegewinnungsmethoden.

4. Gaspreis

Tendenz positiv: Der Gaspreis wiederum ist in Schweden viel teurer als bei uns, konkurrenzlos günstig allerdings in Kanada und den USA – ist ja auch kein Wunder, weil dort das Thema Fracking ganz anders gehandhabt wird als bei uns und dahingehend auch andere Möglichkeiten bestehen. Erfreulich ist jedenfalls, dass konstatiert die KfW, dass der Gaspreis konstant zurückgeht und wir wieder im Mittelfeld liegen. Aber klar ist auch: So günstig wie vor dem Ukraine-Krieg, das wissen jetzt alle, wird er nie wieder. Und das ist ein entscheidender Grund, warum unsere Lebensführung auch nie wieder so günstig sein wird wie damals.

Nach dem Kapital und der Energieversorgung zum nächsten Kapitel

Innovationsfähigkeit

Hier steht es 50/50 in vier Kategorien. Muten wir uns zuerst die negativen Tendenzen zu, dann freuen wir uns auf die zwei positiven:

1. Wagniskapital

Tendenz negativ: Wer den Wohlstandsbildner-Podcast so über die Jahre verfolgt hat, weiß hier Bescheid. Die Rahmenbedingungen, die unser Staat Wagniskapitalgebern genauso wie Wagniskapitalempfängern gewährt, sind einfach schlecht, obwohl die letzten zwei Jahre geringfügige Verbesserungen gebracht haben. D. h., junge, frische, ideenreiche Unternehmen kommen in Deutschland nicht gut an diese Art von Geld. Das ist ja nicht zu verwechseln mit Fremdkapital, da war die Quote ja laut der Studie ordentlich. Hier geht es um Beteiligungskapital, das in der Bilanz als Eigenkapital verbucht wird.

Und da haben wir eine Quote von 0,4 % im Verhältnis zum BIP, und ich finde das sehr traurig, dass der Staat hier nicht alles tut, um Venture Capital viel attraktiver zu machen für alle Beteiligten. Da zeigt sich wirklich bitterlich, wie träge die Regierungen der letzten Jahre waren, obwohl sich bei dem Thema eigentlich alle einig sind. Aber jede Partei will da ihre Pfründe herausschlagen oder dem Thema ihr Stempele aufdrücken; es ist ein Trauerspiel. Amerika kommt auf mehr als den dreifachen Wert an Wagniskapital, und man frage sich, sehe und staune: Aus welcher Ecke der Welt kommen die Welt verändernden Innovationen? In erster Linie aus den USA!

2. Digitalisierung

Tendenz negativ: Das kann niemand mehr hören, weil wir es ständig hören. Dass Deutschland im gesamten Digitalisierungsindex nur Durchschnitt ist, ist eindeutig ein Merkel-Erbe. Was die Abdeckung und Breitbandanschlüsse angeht, kommt ja gerade in diesen Wochen Bewegung in dieses Thema. Es bleibt uns also nur zu hoffen, dass es besser wird. Nun aber zu den erfreulichen Aspekten unserer Innovationsfähigkeit:

3. Forschungsausgaben

Tendenz positiv: 3,1 % des BIP hat die deutsche Wirtschaft 2021 für ihre Forschung ausgegeben. Das ist immerhin Rang vier innerhalb des Rankings von neun Ländern. Und der Trend zeigt nach oben. Ein Wermutstropfen ist, dass die Forschungstätigkeit zu stark von Großunternehmen ausgeht, weil nur dort die nötige Kapitalkraft vorhanden ist. Die mittleren und kleinen Unternehmen leiden zu sehr unter den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um wesentlich in ihre Forschung investieren zu können.

4. Innovationskraft

Tendenz positiv: In Verbindung mit Forschung und Kreativität schneidet Deutschland laut den Ergebnissen eines Instituts mit dem Namen World Intellectual Property Organization wohl ziemlich gut ab. Glauben wir‘s einfach mal und freuen uns.

Zum Kapitel

Internationale Abhängigkeiten

mit nur zwei Kategorien:

1. Hohe Abhängigkeit von China

Tendenz negativ: In diesen Tagen wurde verkündet, dass China seinen Rang als wichtigster Handelspartner Deutschlands an die USA abgeben musste. Da bleibt es spannend abzuwarten, ob das so bleibt. Im Vergleich mit allen anderen großen Volkswirtschaften ist unsere Abhängigkeit trotzdem von China zu hoch. Aber wir haben ja noch zweitens als Trost:

2. Handelspartner

Tendenz positiv: Deutschland steht in seinen Handelsbeziehungen und in seiner Exportwirtschaft wohl ziemlich diversifiziert da. Die KfW sagt sogar, bei diesem Indikator würde Deutschland führen. Aber da wird auch verständlicher, warum uns Lieferkettenprobleme mehr treffen als die meisten anderen Länder, die weniger Umsatz mit ihren internationalen Handelsbeziehungen machen, weil sie nicht so viele davon haben wie wir.

Dennoch ist löblich, dass unsere Exportquote bei 47 % des BIP liegt, wo auf Platz zwei Italien schon abgeschlagen ist mit 33 %. Die USA kommen gerade einmal auf 11 %.

Das Schlusskapitel dieser zusammengefassten KfW-Studie handelt von den

Staatlichen Rahmenbedingungen

Ich habe dieses Kapitel mit seinen zwei Kategorien Regulierungsqualität und Bürokratiekosten mit Absicht ans Ende gesetzt, weil ich gestehe – was da erzählt wird, das glaube ich ganz einfach nicht.
Das ist wahrscheinlich wie bei der Inflationsangabe des statistischen Bundesamts: Man will gerne glauben, was da gesagt wird, aber man spürt es so gar nicht in der eigenen Lebenswirklichkeit. Umso schöner, wer dran glauben kann, denn der darf sich mit den beiden letzten Kategorien frohgemut von dieser Studie verabschieden:

1. Regulierungsqualität

Tendenz – Überraschung – positiv: Jetzt ist ein bisschen Gehirnverknotung nützlich: Die Studie gibt zu, dass die Bürokratielast in Deutschland auf Deutsch übersetzt eine Unverschämtheit ist, eine Unzumutbarkeit. Aber wir lernen hier, dass auch im größten Schlamassel noch etwas Gutes gefunden werden kann, und das ist: Wenn in Deutschland etwas reguliert ist, dann funktioniert es. Und die Umfrage der Weltbank zeigt eben, dass in der Fähigkeit gute Regulierungen zu formulieren, Deutschland wohl ziemlich gut abschneidet.

Ich sagte ja: Hier braucht es die Fähigkeit zu glauben, die Fähigkeit zum Gebet und zur Hoffnung. Das passt auch zur letzten Kategorie, ist quasi der letzte Schrei aus Deutschland:

2. Bürokratiekosten

Tendenz positiv: Da wird jetzt jeder Unternehmer, jeder Selbstständige protestieren. Aber so steht es in dieser Studie, nämlich: Der sogenannte Erfüllungsaufwand und die damit einhergehenden Bürokratiekosten sollen tendenziell sinken.

Eine Einschränkung macht die Studie aber an der Stelle, und die ist wesentlich und verzerrt das Bild: Der bürokratische Aufwand der EU-Vorschriften ist nicht enthalten. Den auch nicht rein zu nehmen war wahrscheinlich ganz schön klug, weil die Ideen der Brüsseler Sesselsitzer unter der Föhnfrisur Ursula von der Leyens teilweise einfach zu abstrus sind.

Was aber bleibt, und das bestätigt eine Umfrage ebenfalls der KfW vom März 2023, dass der Mittelstand die Bürokratiebelastung als größtes Risiko empfindet, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Fazit

Deutschland scheint in einigen Bereichen durchaus wettbewerbsfähig zu sein, etwa durch eine starke Infrastrukturgrundlage und gute Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen, und die Ausbildungsqualität soll herausragend sein. Gut sind auch die hohen Werte bei den Wirtschaftsproduktionsgütern und der Energieeffizienz. Dann allerdings trübt sich das Bild:

Niedrige Staats- und Unternehmensinvestitionen sowie eine hohe Steuerbelastung belasten massiv die Wettbewerbsfähigkeit. Der Bildungssektor und die Erwerbsbevölkerung haben größten Verbesserungsbedarf.

Die hohen Arbeitskosten und der schwache Digitalisierungsgrad sind Herausforderungen, die unbedingt angegangen werden müssen. Bei den erneuerbaren Energien ist Potenzial. Und die hohe Abhängigkeit von Handelspartnern wie China bleibt kritisch.

Es bleibt alles beim Alten, so lange Politiker keine Projekte anstoßen wollen, deren Erfolg länger als eine Legislaturperiode benötigt, und das Alte lautet:
Deutschland braucht massive Reformen und erhöhte Investitionen, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu steigern, denn sonst kommt es zu bedeutenden Wohlstandsverlusten bei über 95 % der Bevölkerung.

Die gute Nachricht aber ist: Niemand muss diesen schleichenden Wohlstandsverlust hinnehmen, wenn er die Instrumente unserer Zeit nutzt, um sich finanziell zu bilden – wie z. B. KI und meinen Prompt-Vorschlag, kostenfrei zum Download. Und noch mehr solcher Tricks gibt es natürlich in der Investorenausbildung für Wohlstandsbildner.

Es grüßt euch ganz herzlich
Andreas, der Wohlstandsbildner.

Denn Wohlstand ist nicht nur eine Frage des Kontostands, sondern auch der Nutzung neuer Formen von Intelligenz, um in Sekundenschnelle die Streu vom Weizen zu trennen. 

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