#154 Führen oder geführt werden

Dauer: 28:46

Der Wohlstandsbildner-Podcast, heute mit Zahlen, die dich beruhigen oder beunruhigen können – je nachdem, auf welcher Seite du stehst. Ich spreche über KI, die mehr begründet als nur eine neue Zeitrechnung. Wir schauen uns an, was die Bank der Banken, quasi die Superbank, zum aktuellen Boom sagt, der die Börsen nach oben zieht.  Und am Ende dieser Folge weißt du, ab welcher Summe dich mehr Geld wirklich glücklicher macht – korrigieren wir also eine berühmte Zahl, die seit 16 Jahren herumgeistert.

Shownotes:

Der neue Wohlstandsbildner-Rechner zur finanziellen Entspannung: https://www.wohlstandsbildner.de/vier-stufen-finanzieller-entspannung/

Wenige, die KI führen, und viele, die von ihr geführt werden

Die meisten Seminare, die ich seit knapp zwei Jahren besuche, haben KI zum Thema – also DAS Thema, das mittlerweile jeden digital aktiven Menschen erfasst oder sogar mitgerissen haben dürfte. Noch nie in der Menschheitsgeschichte, soweit ich sie überblicke, haben sich in so kurzer Zeit Wissensgrenzen so gewaltig erweitert. Noch nie wurde in unserem Computerzeitalter in so kurzer Zeit so viel programmiert – und das hat schon jetzt die Jobs vieler Software- und Webentwickler verzichtbar gemacht.

Was 3,7 Millionen Codezeilen in vier Wochen über den Produktivitätssprung verraten

Ein kürzlich erlebtes Beispiel dazu: Ich habe mit einer KI-MasterClass eine Firma in der Nähe von Stuttgart besucht. Die beiden Chefs sagten, sie hätten in vier Wochen 3,7 Millionen nützliche Codezeilen mithilfe von KI programmiert; mit menschlichen Software-Spezialisten kamen sie nie auf mehr als 160.000 im Monat.

Mehr als 70 der rund 100 Angestellten programmieren sich in dieser Firma mittlerweile ihre eigenen Apps, für die es einen firmeninternen App-Store gibt mit Ranking und Wettbewerbsanreizen; und die Firma hat in nur sieben Monaten Entwicklungs- und Produktivitätssprünge gemacht, die im Vor-KI-Zeitalter mehr als zehn Jahre in Anspruch genommen hätten.

Also, da von einem neuen Zeitalter oder sogar von einer neuen Zeitrechnung zu sprechen, scheint mir nicht mehr vermessen zu sein. Vielleicht heißt es deshalb in einer mittelfernen Zukunft nicht mehr „Vor und nach Christi Geburt“, sondern „Vor und nach KI“. MIT-Forscher sagen, jetzt würde das Second Machine Age beginnen. Im First Machine Age hat die Dampfmaschine unsere Muskelkraft vervielfacht; im jetzigen Zeitalter vervielfacht KI unsere Geisteskraft.

Wie auch immer man es bezeichnen mag, eine Disruption sehen wir hier nicht mehr, nein: Wir sind Zeugen einer schon weit fortgeschrittenen Transformation unserer Wissensgesellschaft, in der Informationen für jeden sofort und maximal bequem verfügbar sind. Die Frage ist nur noch, wer mithilfe dieser Informationen auf neue Ideen kommt, die er sich wiederum von einer KI verwirklichen lässt.

Deshalb: Diese Transformation hat auch etwas Zerstörerisches, nämlich für die, die sich ihr verweigern oder sogar entgegenstellen; ja, ich glaube: Wer diese Phase nicht begleitet oder, noch besser: mitgestaltet, der könnte untergehen wie die Kutscher Ende des 19. Jahrhunderts, als sie sich weigerten, das Automobil ernst zu nehmen. Ein Mangel an Kompetenz, der wiederum zu einem Mangel an Zukunftsbewusstsein führte – das war einer der Sargnägel für die damalige Kutscher-Branche.

Und wie sieht es mit der KI-Kompetenz aus? Deren Verteilung, wie ich sie nach vielen Analysen einschätze, macht ein altbekanntes Verhältnis sichtbar, das ich als Exzellenz- oder Essenzmuster schon oft erwähnt habe:

5 % werden KI führen. 95 % lassen sich von ihr führen.

95 % nutzen KI, um zehnmal weniger arbeiten zu müssen. 5 % nutzen KI, um doppelt so konzentriert zu arbeiten und in derselben Zeit zehnmal mehr zu produzieren.

5 % werden durch KI klüger, denn sie stellen jetzt Fragen, die ohne KI gar nicht denkbar waren – so wie der Hundehalter, der die Blutwerte seiner schwer erkrankten Hündin mit Chat GPT durchgegangen ist, nachdem sein Tierarzt nicht weiterkam. Die Verdachtsdiagnose, auf die er dabei kam, bestätigte eine zweite Tierarztpraxis – und das hat das Tier gerettet.

95 % dagegen lassen sich ihre Fragen auf der Wissensbasis von heute beantworten und benutzen nur noch ein Zwanzigstel ihres bisherigen Denk- oder Ideenvermögens. Oder unhöflicher ausgedrückt: Sie verblöden, umgeben von übermenschlicher Intelligenz, und ertrinken in einer noch nie dagewesenen Fülle an Informationen.

Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren ganz neu definieren müssen, was für uns Bildung überhaupt noch ist, wenn KI bald gebildeter sein wird, als wir es je sein könnten.

Wie viele lesen denn heute noch ein Buch oder einen Artikel wirklich durch und machen sich Gedanken dazu, anstatt sich alles von der KI zusammenfassen und in Häppchen servieren zu lassen? Viele fressen Unmengen von Informationen in sich hinein wie McDonald’s-Besucher Kalorien, und doch verhungern sie aufgrund eines Mangels an Nährstoffen und wertvollen Inhalten.

Drei KI-Generationen: Vom Helfer zum Entscheider über Leben und Tod

Dabei können wir drei KI-Generationen derzeit gleichzeitig in Aktion erleben:

  1. Die erste Generation KI hilft uns beim Handeln. Von so einer „Ich sage dir, was die Welt heute weiß-KI“ machen schon viele Gebrauch.
  2. Die zweite Generation KI handelt selbstständig in Form von Agents; solche Agents programmieren sich schon weit weniger Leute.
  3. Und die dritte KI-Generation wird eigene Entscheidungen treffen. Dann werden aus Agents Anführer und Chefs, bis hin zu Richtern, die bestimmen, was lebt und was stirbt – was schon jetzt an ukrainischen Drohnen beobachtet werden kann, die sich ihre Ziele hinter der Front selbstständig aussuchen und attackieren.

Noch trauen sich nur wenige, vorauszusagen, wie die vierte Generation aussehen könnte und welche Rolle wir Menschen in ihr noch spielen werden. Sollten wir keine Rolle mehr spielen, müssen wir uns darüber keine Gedanken machen, denn dann dürfte es uns nicht mehr geben.

Die Höhen und Untiefen, die wir an der Seite maschineller Intelligenz erleben werden, können wir uns noch gar nicht vorstellen.

Bis dahin genieße ich als Kleinanwender die Möglichkeiten in meinem Investorenalltag, von denen ich bald mehr berichten werde; und erfreue mich an Ideen, die mir durch KI gekommen sind. Dabei weiß ich heute, dass ich die meisten nie verwirklichen werde, weil morgen schon spannendere Ideen in meinem speziellen Agentenpostfach liegen.

Warum eine Superbank im KI-Boom ein riesiges Problem sieht

Bleiben wir nochmals beim Thema KI, jetzt im finanzpolitischen und wirtschaftlichen Kontext.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) haben die meisten nicht auf dem Schirm. Völlig zu Unrecht, denn es handelt sich bei ihr um eine Art übergeordnete Bank für 63 der weltweit wichtigsten Zentralbanken. Wenn diese BIZ also, die allen Superbanken vorsteht, zu einem Thema einmal kritisch und öffentlich Stellung bezieht, was nicht so oft vorkommt, dann sollte man schon hinhören.

Warum die BIZ die Verflechtung der Tech-Konzerne für das eigentliche Risiko hält

Schließlich war es auch die BIZ, die schon mal große Schuldenexzesse kritisiert hat: Das war damals, als die Aktienkurse wegen zu hoher Risikobereitschaft nach oben geschossen sind – Aktienkurse, die mit ganz viel heißer Luft gefüllt waren. Das Ergebnis war 2007/2008 was? Ist uns allen bekannt – eine der größten Finanzkrisen überhaupt.

Nun warnt die BIZ wieder, ganz ähnlich wie damals, vor dem Risiko eines schweren Finanz-Crashs aufgrund von Risiken und Schulden. Da geht es jetzt um die massiven, vorwiegend schuldenbasierten Investitionen der Tech-Giganten und deren undurchsichtige finanzielle Verflechtungen untereinander.

Um sich mal die Größenordnung bewusst zu machen: Die fünf größten Cloud-Anbieter stecken 2025 und 2026 zusammen mehr als 1000 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur – mehr, als sie an Gewinn und freiem Cashflow erwirtschaften. Den Rest holen sie sich am Kreditmarkt. Lächerlich übrigens, dass die Person Ursula von der Leyen jetzt mit 10 Milliarden das europäische Zeitalter der KI ausruft.

Bleiben wir also lieber bei den tausend Milliarden: Trotz der Innovationssprünge, die mit diesem Kapital kommen dürften – nach Meinung der BIZ entsteht gerade eine extreme Markteuphorie, die zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht nicht gerechtfertigt sei.

Was ist die konkrete Sorge dabei? Diese Sorge wird verständlicher mit einem Blick in die Vergangenheit auf ein sich ständig wiederholendes Muster: Gründet eine euphorische Marktlage auf vielen Schulden und viel Hoffnung (als anderes Wort für Risikobereitschaft), dann folgt meistens ein schwerer wirtschaftlicher Einbruch. Und diese Sorge teile ich vollkommen, denn die Börsen laufen ja seit Jahren nicht mehr rund, sondern heiß; und jetzt übertünchen Rekordbörsengänge und KI-Erfolge aller Art die eigentlich brutal angespannte wirtschaftliche Stimmung.

Das Geschäftsmodell hinter den Sprachmodellen

Zugegeben, es ist nicht mehr nur heiße Luft, die mit KI gefächelt wird: Anthropic, die Firma mit ihrer KI-Modellfamilie Claude, macht vor, wie Geld verdient werden kann. Bei den KI-Modellen wird ja pro Token abgerechnet – so wird die digitale Substanz der Sprachmodelle in klingende Münze übersetzt. Anthropic verdient ja schon Milliarden, weil wir so fleißig Fable, Opus, Sonnet und wie sie alle heißen, benutzen.

Die Unsicherheit in den vielen funktionierenden Modellen liegt halt darin, dass niemand so genau weiß, welche davon dauerhaft aufgehen werden, weil der Verdrängungs- und Überholwettbewerb noch nie so brutal war. So gesehen, führen jetzt schon KI-Modelle einen Wirtschaftskrieg gegeneinander.

Was ich letztlich damit sagen will: Es gilt, richtig gut aufzupassen. KI kann uns beflügeln, aber sie kann uns auch wirtschaftlich in den Abgrund ziehen. Der Grund ist immer und überall derselbe: Schulden – Schulden auf der Grundlage voreiliger Versprechungen, vermischt mit einem doppelten Schuss Gier und einer dicken Portion FOMO.

Kein Mentor, kein Coach: Warum ich Investorenbegleiter bleibe

Thomas lebt in der nördlichen Hälfte Deutschlands und ist ein Immobilienexperte, der sich brennend für Finanzen und Wirtschaft interessiert.

Irgendwie ist er auf meine Investorenausbildung gestoßen, hat diverse Filme mit mir gesehen und Artikel gelesen. Er war das, was ich liebevoll einen Lurker nenne – also ein Interessent, der lange um uns herumschleicht, beobachtet, Podcasts hört, bis es ihn irgendwann packt und er sich meldet.

Er hat uns über das Kontaktformular angeschrieben: dass er meinen Investorenansatz spannend findet, sich eigentlich schon entschieden hat, dass er ihn kennenlernen will – und jetzt will er noch eine Nacht drüber schlafen. Er hat also gar keine Frage gestellt, sondern nur seinem Interesse deutlich Ausdruck verliehen.

Das fand ich so nett und erfrischend, dass ich ihn angerufen habe, um ihm unter anderem zu sagen: „Du kannst auch gern drei Nächte drüber schlafen! Es gibt keinen Zeitdruck“.  Aus dem Telefonat wurde dann gleich ein lebendiger Austausch von zwei Investoren mit einem recht ähnlichen Werdegang, der, welch Überraschung, stark von Verlusten geprägt war.

Kurz gesagt – und das war, heiliges Ehrenwort, nie meine Absicht mit dem Telefonat: Er wollte dann nicht mehr darüber schlafen, sondern im Gegenteil: Er wollte gleich am nächsten Tag die zweite Stufe, das Live-Onlineseminar, mitmachen. Noch am selben Tag, an einem Freitag, hat er sich vielen Videos aus der ersten Stufe der Ausbildung gewidmet und war dann tatsächlich am Samstag um Punkt 8.49 Uhr am Bildschirm zu sehen.

Gemessen daran, was er wenige Stunden nach dem Webinar in eine Google-Bewertung reingeschrieben hat, hat er bis jetzt die Entscheidung nicht bereut.

Was eine Google-Bewertung über Coaches, Berater und Tippgeber verrät

Was ich jetzt zitiere, bringe ich nicht, um mir selbst zu schmeicheln. Natürlich sind solche ermutigenden Bewertungen toll, aber darum geht es mir jetzt überhaupt nicht. Es geht mir um einen anderen Punkt, den ich an früherer Stelle schon einmal angesprochen habe und den ich jetzt noch einmal in den Fokus nehmen will.

Thomas schreibt, was jeder in den Google-Bewertungen nachlesen kann, wenn er will:

„Seit Jahren beschäftige ich mich mit Vermögensaufbau und habe schon sehr viel Geld verloren. Ich bin quasi ein echter Profi in Strategien, die nicht funktionieren. Häufig habe ich mich blenden lassen oder es war die eigene Gier, die mich geblendet hat. In dieser Zeit habe ich viele Coaches kommen und wieder gehen sehen. Alle wollten mein Bestes – um ihren Kühlschrank zu füllen. Andreas ist anders – geht tiefer – betrachtet die Dinge von einem völlig anderen Standpunkt. Er ist nicht Berater, nicht Coach oder Tippgeber – er ist Mentor, er weiß, wovon er spricht, und er lebt vor, wie es geht …“

Ja, so sehr mich das gefreut hat, da gab es ein Stichwort in dem, was Thomas geschrieben hat, das mich gleich einen Tag später veranlasst hat, auch auf Google zu antworten. Hier meine etwas länger geratene Entgegnung:

„Danke, Thomas, für diese wertschätzenden und selbstkritischen Zeilen. Gehe nicht zu hart mit dir oder den Coaches, wie du sie nennst, ins Gericht; denn den meisten ging es sicher darum, im jeweiligen Moment das Richtige und Erfolgsversprechende zu tun, für sich selbst und für andere – auch, wenn man nicht immer richtig liegt.

Wenn du den Begriff „Mentor“ erwähnst, will ich ergänzen, wie ich diese Rolle sehe: Ja, ein Mentor ist jemand, der schon dort ist, wo jemand hinmöchte, und der Mentor hilft seinem Mentee dabei. Wenn dieser besonders verzweifelt ist, erscheint ihm der Mentor wie der Leuchtturm, auf den er nur zusteuern muss, und alles wird gut.

Die Rolle des Mentors bringt deshalb viel Verantwortung mit sich, die ich nicht auf mich laden möchte. Denn:

1. Ein Mentor gibt wie ein Lehrer Anweisungen, die der Schüler auszuführen hat. Das tue ich nicht. Ich stelle dar, was ich bei Institutionellen gelernt habe und wie ich deren Strategie und Instrumente für mich umsetze. Die Weitergabe dieser Form finanzieller Bildung soll jedem helfen, einfach bessere Entscheidungen für sich selbst zu treffen – was übrigens sogar eine Entscheidung gegen meine Säulenstrategie sein kann.

2. Diesen Entscheidungsprozess zu begleiten, wenn erwünscht, das sehe ich eher als eine meiner Aufgaben. Dabei bringe ich meine Erfahrungen ein und meine Perspektive, und im Zweifelsfall drücke ich auf die Bremse, bis sich der andere wirklich sicher sein kann, dass er wählt, was er braucht, und nicht das, was sich gerade gut für ihn anhört – auch, wenn es von mir kommt. Ich wünsche mir Selbstdenker, keine Gläubigen.

Ich sehe mich also nur als Investorenbegleiter, und keinesfalls als Mentor – oder als Coach: Denn auch Coaches geben Anweisungen – wie ein Wegweiser, der weiß, wo es langgeht, ohne im Gegensatz zum Mentor das Ziel selbst erreicht zu haben.

3. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Mentor schon Ziele erreicht hat, die andere auch erreichen möchten – dann ist das einer meiner Hauptgründe, kein Mentor sein zu wollen. Denn wo ich finanziell stehe als Investor, soll kein Gradmesser für irgendjemanden sein.

Es ist noch nicht einmal mein eigener Gradmesser, denn ich selbst werde meine Ziele womöglich nie erreichen. Stufen des Vermögensaufbaus sehe ich nur als Meilensteine: Ich erreiche sie, feiere etwas, und dann geht es weiter. Denn wer mehrere Stufen erklommen hat, hört ja nicht mit dem Investieren auf. Wer einmal ein ausgewogenes Portfolio aufgebaut hat, der hat das Investorendasein zu einem Teil seiner Identität gemacht, die er für den Rest des Lebens wahrscheinlich nicht mehr ablegen wird.

Deshalb finde ich es wichtig, dass jeder die Stufe seiner persönlichen wirtschaftlichen Absicherung als ersten größeren Meilenstein ausrechnet. Da geht es weniger um eine genaue Summe, sondern um eine Hausnummer, die ein Gefühl für neue finanzielle Dimensionen vermitteln und eine Anziehung ausüben soll; denn viele erfassen damit zum ersten Mal auf begründete Weise, wie viel – oder besser: wie wenig – Kapital sie zu einem finanziell entspannten Leben benötigen!

Deshalb ist unwichtig, wo ich stehe. Die eigenen Ziele sind viel spannender als die Ziele anderer. Jeder hat seine eigene Vorstellung von einem guten, entspannten, ereignisreichen Leben und davon, wie viel Vermögen er braucht, um sich dieses Leben über Kapitalerträge zu ermöglichen. 

Fazit: Ich bin kein Mentor oder Coach. Ich arbeite einfach als Referent für Finanzbildung nach institutionellem Vorbild. Doch noch viel mehr bin ich Investor, und hier stimme ich dir zu: Ich will gerne vorleben, wie viel Spaß es macht, als Investor sprichwörtlich UNTERWEGS zu sein: Denn ich

> sehe viel von der Welt,

> lerne interessante, kluge Menschen wie dich kennen,

> erlebe, wie produktiv und lukrativ Geld in Wertschöpfung verwandelt werden kann (auch, wenn nicht alle Investitionen aufgehen, was eine ausgewogene Strategie umso wichtiger macht) und

> freu mich über unsere Zeit der wahren „Demokratisierung von Reichtum.“

Nun, was ich da geantwortet habe, war jetzt nichts Neues. In etlichen der mehr als 150 Folgen bin ich auf die Themen Mentor, Coach und Investorenbegleiter eingegangen. Mit den Jahren hat sich nur meine Haltung dazu vertieft und verstärkt. Deshalb war die Bewertung eine Einladung, nochmals darüber zu sprechen. Am wohlsten fühle ich mich in den Rollen eines Investors, eines Referenten und eines Investorenbegleiters – in dieser Reihenfolge.

Rate nicht, sondern berechne die Stufe deiner wirtschaftlichen Absicherung: das neue Wobi-Tool

Nun habe ich in der Antwort über die Stufe der wirtschaftlichen Absicherung gesprochen, als ersten Meilenstein auf dem Weg zu einem finanziell entspannten Leben. Und diesen Meilenstein gilt es auszurechnen, nicht als absolute und fixe Zahl auf den Cent genau, sondern als Hausnummer.

Und genau dafür darf ich verkünden, dass wir unseren Rechner zu den vier Stufen der finanziellen Entspannung komplett renoviert haben! Er kommt jetzt nicht nur farbenfroher und eleganter daher, sondern kann vor allem viel mehr, als nur die Summen der vier Stufen zusammenzufassen.

Unter https://www.wohlstandsbildner.de/vier-stufen-finanzieller-entspannung/, mit Bindestrichen getrennt, da findest du den Rechner und kannst gern mit ihm spielen; der Link ist natürlich auch in der Podcast-Beschreibung. Die Auswertung nach der Eingabe deiner Zahlen bekommst du direkt auf derselben Seite, keinerlei Daten oder Eingaben werden gespeichert. Mehr als deinen Vornamen musst du ohnehin nicht angeben.

Ich wage also zu sagen: So einfach, zutreffend und gut interpretiert kann man im gesamten Internet keinen Meilenstein ausrechnen – schon gar nicht den des eigenen finanziellen Wohlgefühls.

Genusselement: Und Geld macht doch glücklich

75.000 Dollar im Jahr, nach heutigem Kurs rund 65.000 €. Ab diesem Einkommen macht mehr Geld nicht glücklicher. Das sagte die Studie, die die späteren Nobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton 2010 veröffentlicht haben, und zwar über den Zusammenhang von Einkommen und Glücksempfinden.

Nun gibt es neuere, umfassendere Forschungen von 2021 und 2023: Die Studie von 2021 stammt allein von Matthew Killingsworth, an der Studie von 2023 waren Killingsworth, Kahneman und Barbara Mellers beteiligt – Deaton an keiner von beiden. Diese Forschungen kommen zu einem etwas anderen Ergebnis.

Weg-von oder Hin-zu: die zwei Motivationen hinter dem Vermögensaufbau

Diese neuen Studien betonen einen Glücksfaktor, den viele, mit denen ich über den Glücksfaktor Geld diskutiert habe, kleingeredet haben.

Das mit den 75.000 Dollar stimmt schon, wenn es darum geht, die Bedürfnisse für ein weitgehend entspanntes Leben zu decken. Ich nenne das bekanntlich die zweite Stufe finanzieller Entspannung, bis zu der eine Weg-von-Motivation noch eine größere Rolle spielt: nämlich die oft unbewusste Angst vor Armut und Verelendung.

Die 75.000 Dollar stammen allerdings aus dem Jahr 2010. Inflationsbereinigt sind das heute rund 110.000 Dollar im Jahr, also gut 9.000 Dollar im Monat. Wer so viel zur Verfügung hat, spürt diese Angst nahezu überall auf der Welt nicht mehr. Und wer darüber hinauskommt, wird aus dieser Weg-von-Perspektive nicht mehr glücklicher. Tritt aber eine Hin-zu-Motivation in den Vordergrund, erweitern sich die Dimensionen erheblich, ja vielleicht sogar unbegrenzt.

Denn wer seine finanzielle Fülle als etwas begreift, das seine Handlungsspielräume erweitert und das ihm mehr Wahlmöglichkeiten bietet, den macht ein steigendes Einkommen bis 500.000 Dollar im Jahr und mehr durchaus noch zufriedener und glücklicher. Was er dafür aber braucht, ist dieses Hin-zu-Bewusstsein, das Wofür, um mit mehr oder sogar mit sehr viel Geld auch viel glücklicher zu werden.

Persönliches Wachstum und Beitrag: zwei Faktoren ohne Obergrenze

Nach meiner Erfahrung sind es hauptsächlich zwei Hin-zu-Faktoren, für die man eigentlich gar nicht genug Geld haben kann: persönliches Wachstum und einen Beitrag leisten können für andere.

Persönliches Wachstum bedeutet für mich, die Probleme, die man mit sehr viel Geld hat, als Einladung zu begreifen, ganzer und heiler zu werden, indem tief liegende Zwiebelschalen abgetragen werden, die immer mehr den Blick freigeben auf den Menschen, der wir wirklich sind. Um an diese Zwiebelschalen zu kommen, das kostet oft Tränen, und es braucht Fokus, Zeit und Experten. Und all das kann sehr viel Geld kosten.

Und der andere Glücksfaktor, der durch viel Geld ausgelöst werden kann, ist ein Klassiker nach dem, was ich das Resonanzgesetz nenne. Schaffst du es, andere gesünder, stärker und glücklicher zu machen, wirst du erfahrungsgemäß selbst gesünder, stärker und glücklicher.

Das ist für mich die höchste Motivationsstufe, um durch gekonntes Investieren viel Geld aufzubauen. Bei diesem Geld geht es nämlich gar nicht mehr um mich. Es geht nur noch um den Beitrag, den ich für andere leisten kann. Und da sind die Möglichkeiten so unbegrenzt wie das Vorstellungsvermögen und die eigene Fantasie.

Mit so einer Haltung kann auch eine Milliarde im Monat sehr viel Freude machen, wenn das Geld sichtbar und spürbar dazu beiträgt, dass es vielen Menschen gut geht – und diese Menschen wiederum ihr eigenes Glückspotenzial besser ausschöpfen können, was wiederum vielen anderen zugutekommt.

Doch sobald auch dieses Streben nach Glück etwas wird, mit dem man sich mit anderen vergleicht, also gewissermaßen in einen Wettbewerb tritt, fällt man auch mit Milliarden auf das Niveau der 75.000-Dollar-Leute zurück. Denn dann regieren wieder die Weg-von-Glaubenssätze wie:

  • Es ist nicht genug für alle da.
  • Du bist nicht gut genug.
  • Der zweite Platz ist der erste Platz für Verlierer.

Ich beobachte schon viele Jahre Milliardäre und ihr Streben nach Glück, was ja für so manche Anekdote in der Investorenausbildung sorgt.

Das Hin-zu-Bewusstsein bekommt man jedenfalls nicht geschenkt, nur weil man zu sehr viel Geld gekommen ist. Wir alle kennen sehr reiche Menschen, und die sind voller Ängste, auch materieller Art. Nicht wenige der Betuchten weigern sich halt, das tränenreiche Schälen der eigenen Persönlichkeits-Zwiebel vorzunehmen, um immer mehr ihre Hin-zu-Motivation zu entdecken. Das ist sehr schade, denn so werden sie nie erfahren, wie glücklich Tränen machen können.

Tschüss, ade und auf Wiederhören oder Wiedersehen, das wünscht dir

Dein Andreas, der Wohlstandsbildner

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