Mit oder ohne Firma investieren? Teil 1

Das Wohlstandsbildner-Blitzlicht für gelingenden Vermögensaufbau und überhaupt ein gutes Leben

Blitzlicht 27 – Mit oder ohne Firma investieren? Teil 1

Keine Frage – mit einer Firma und nicht als Privatperson zu investieren, hat Vorteile! Aber lohnt es sich? Oder zahlt man am Ende drauf? Vor- und Nachteile einer vermögensverwaltenden GmbH.

Oft angefragt: Weniger Steuern zahlen mit der Spardosen-GmbH

„Steuervermeidung durch Firmenmantel“ oder das beliebte Google-Keyword „Spardosen-GmbH“, das sind Stichworte, denen viele begegnen am Anfang ihrer Recherchen zum Thema Vermögensbildung. Oder man hört direkt von mir, im Finanzseminar etwa, von der Möglichkeit, nicht als natürliche Person, sondern als juristische Person zu investieren, also als Firma! Weil das z. B. für Hausbesitzer, die in der eigenen Immobilie leben, ein Hebel ist zu deutlich mehr Vermögen durch enorme steuerliche Vorteile.

Kann ich als Investor über eine Firmenkonstruktion Steuern vermeiden?

Andreas Ogger hat 25 Jahre lang beruflich Musik und Medizin ausgeübt. Dann der Sprung in die Investorenwelt: Erst aus Notwendigkeit in einem kaputten, krisen- und virengeschüttelten Finanzsystem. Bis daraus pure Freude, Fülle und Leichtigkeit wurde. Denn Wohlstandsbildung ist weit mehr als nur mehr Geld und der Sprung in ein freieres Leben.

Nun, die meisten leben nicht in der eigenen Immobilie. Glückwunsch für sie, dann haben sie dieses Klumpenrisiko nicht im Portfolio. In jedem Fall gilt: Du beschäftigst dich spätestens dann mit Steuern, wenn du dich der Phase erster Ausschüttungen näherst; dann kommt wieder diese Frage in den Sinn: „Kann ich als Investor über eine Firmenkonstruktion Steuern vermeiden?“ Diese Frage haben mir auch wieder kürzlich zwei Wohlstandsbildner gestellt, und das war eine nette Koinzidenz, also das Zusammenfallen zweier Ereignisse: Klaus aus Berlin und Volker aus dem Schwarzwald haben sich mit dieser Frage bei mir gemeldet, völlig unabhängig voneinander, und zwar an ein- und demselben Tag im Abstand von gerade mal 2 Stunden, wo mir monatelang dazu nichts auf den Tisch kam! Und dann das. Ein paar Tage später kam dann noch ein Mitarbeiter dazu, der sich auch mit der Gründung einer GmbH speziell zu Wohlstandsbildner-Zwecken beschäftigt.

Mich begeistern diese Koinzidenzen immer wieder. Jeder begegnet ihnen, wenn er die Augen dafür aufmacht. Siehe dazu auch meine These im Podcast Nr. 48 Teil 1 der Reihe „Wie sieht ein Tag im Leben eines Investors aus?“. Und diese These lautet: Niemand denkt in unserer Welt einen Gedanken allein, und wenn er noch so einmalig oder kompliziert erscheinen sollte. Resonanzgesetze und die Qualität der Zeit sorgen dafür, dass ein Gedanke wahrscheinlich immer in mehreren Gehirnen gleichzeitig entsteht. Faszinierend und noch immer kaum erforscht. Also: Den drei Gehirnen der hellwachen Investoren, die mich jetzt nach dieser Vermögens-GmbH gefragt haben, denen und allen Interessierten will ich meine Erfahrungen darlegen, die ich über 10 Jahre mit einer vermögensverwaltenden GmbH sammeln konnte.

Argumente pro und contra zu einer vermögensverwaltenden GmbH

Ich hatte schon mehrere GmbHs, weil mich die Möglichkeiten mit Holding- und Tochterfirmenkonstruktionen einst gereizt haben. Meine Erfahrungen damit verdichten sich in zwei Pro- und vier Contra-Argumente. Doch damit schlägt das Pendel keinesfalls eindeutig zu einer Seite aus, denn es gibt da noch einen Faktor, der wiederum für einen Firmenmantel rund ums Investieren spricht. Dieser Faktor wiederum steht vielen nicht mehr zur Verfügung. Es ist also ein mehrschichtiges Thema und damit erklärungsbedürftig.

Zwei Vorteile für Investitionen mit einer Kapitalgesellschaft, die das Wort verdienen

Schauen wir uns zuerst die Vorteile an, nicht als private Person ein Investment einzugehen, sondern im Gewand einer juristischen Person, deren Bezeichnung Kapitalgesellschaft für unser Thema kaum trefflicher gewählt werden könnte. Übrigens, das kann zu Beginn auch nur eine kostengünstig einzurichtende UG sein, eine Unternehmergesellschaft, die später zur GmbH heranreift:

  1. Vorteil: der pauschale Steuersatz von rund 30%.
    Das ist natürlich das Hauptargument schlechthin, um das dreht sich alles. Als Firma hast du eben keine 42 % Steuerlast wie beim privaten Grenzsteuersatz, sondern nur 30%; das ist mal ein riesen Unterschied von 12%, mit dem du den Zinseszinseffekt befeuern kannst. Wie hoch der Unterschied ausfällt, hängt vom Stand deines Vermögens ab:

12% weniger Steuern auf 100.000 Euro Kapitalertrag, das spürst du richtig. Dann bleiben 12.000 Euro mehr zum Reinvestieren übrig, womit man allein schon coole Investitionen tätigen kann, etwa in der Säule Agrikultur. Aber solche Ertragssummen setzen voraus, deine Firma arbeitet schon mit mehreren 100.000 Euro investiertem Kapital. Wenn du gerade mal mit 80.000 Euro Gesamtkapital in der Firma anfängst und erstmalig, sagen wir, 6.000 Euro Ertrag versteuern musst, dann machen die 12% halt nur 720 Euro aus. Dann dauert es viel länger, bis aus addierten Erträgen eine Mindestsumme für Reinvestitionen zusammen ist, womit wir wieder beim Dreh- und Angelpunkt allen Vermögensaufbaus wären: der Zeit. Auf die komme ich im zweiten Teil dieses zweiteiligen Podcast-Themas noch zu sprechen.

  1. Vorteil, sich einen Firmenmantel zuzulegen – und dieser Vorteil wirkt sich im gelebten Leben gewichtiger aus, als er jetzt in der Theorie klingt. Man muss es erfahren haben, um es schätzen zu können, und das ist: Das Geld in der Firma ist getrennt von dir als Privatperson.
    Denn: Wie die meisten Firmeninhaber habe ich am Anfang etwas überhaupt nicht verstanden: nämlich die Tatsache, dass meine Firma und ich, dass wir zwei komplett voneinander getrennte Entitäten sind! Auch, wenn ich alleiniger Inhaber und Geschäftsführer bin, habe ich erstmal nichts direkt zu tun mit meiner GmbH.

DIE Lieblingsfalle, die das Finanzamt liebt: Die verdeckte Gewinnausschüttung

Das zeigt sich ganz deutlich am Geld: Wenn mein Firmenkonto gut gefüllt war, mein Privatkonto aber schlecht, dann habe ich halt hier und da Geld vom Firmenkonto genommen, quasi umgeschichtet. Das habe ich auch irgendwie dokumentiert, so mit Belegen und Darlehen herumhantiert, bis daraus schnell ein Kuddelmuddel geworden ist, aber was soll’s, das wird schon. Dann dauerte es auch nicht lange, bis ich in Teufels Küche gekommen bin, weil ich mit dem Kuddelmuddel in die mit Abstand größte Lieblingsfalle eines jeden Finanzamts gelaufen bin: in die verdeckte Gewinnausschüttung.

Eine Privatperson sieht in diesen zwei gruselig-schillernden Worten nicht viel Besonderes, aber in den Augen von Finanzbeamten leuchten sie auf wie eine Sonne, die ein Dollarzeichen ins Universum abstrahlt: die verdeckte Gewinnausschüttung.
Was es damit auf sich hat, ist ganz einfach. Die Vorgabe lautet: Du darfst nichts aus der Firma nehmen, außer, du meldest es ordentlich dem Finanzamt und zahlst die dann fälligen Steuern. Ganz einfach!

Aber jetzt kommt das Leben, und das ist selten einfach. Es ist nämlich auch sagenhaft einfach, diese klare, einfache Vorgabe zu vergessen. Nicht mal vorsätzlich! Es passiert einfach auf verwinkeltsten Straßen im alltäglichen Tun, in diese verdeckte, weil nicht gemeldete und versteuerte Gewinnausschüttung reinzurauschen.

Drei Faktoren, die deiner GmbH helfen, eine verdeckte Gewinnausschüttung zu überleben

Und wenn es passiert – und es wird jedem Firmeninhaber früher oder später passieren –, dann sind drei Dinge wichtig:

1. Dass du das nötige Kleingeld hast, um die nachträglichen Steuern zu zahlen. Schon so viele Firmen sind an mangelnden Rückstellungen für Steuern krepiert, ja, so hart muss man es sagen. Also immer schön auf Liquidität achten.

2. Dass du einen guten Steuerberater hast, der nicht mit Pseudotricks ein Kuddelmuddel noch kuddelmuddeliger macht, sondern der tut, was getan werden muss: nämlich alles bereinigen. Ich hatte 20 Jahre richtige schlechte Steuerberater. So schlimm, was da alles aufgelaufen ist, und irgendwann gibt es einen riesen Knall. Das kann eine Betriebsprüfung sein, aber es gibt genügend Vorstufen, die auch schon ganz schön laut sind.

Mir dröhnte der Knall mehrere Jahre in den Ohren: So lange hat es nämlich gebraucht, um mein Kuddelmuddel aus verschiedensten Firmen aufzulösen. Das war sagenhaft teuer und anstrengend. Viele Firmen überleben diese Phase auch nicht, je nachdem, wie tief sie sich verstrickt haben – verstrickt in komplizierten Konstruktionen, am besten noch mit Banken und Scheinfirmen im Ausland, verstrickt in undurchsichtigen Darlehensgaben und eben in diese verdeckten Gewinnausschüttungen.  

Einfach und sauber sollte eine vermögensverwaltende GmbH aufgestellt werden

Nun, bei mir ist das jetzt so: Ich habe nur noch eine einzige Kapitalgesellschaft als operative und gleichzeitig vermögensverwaltende Instanz. Ansonsten habe ich alle Firmenkonstruktionen dicht gemacht, was allein ein mords Aufwand war. Denn eine GmbH verschwindet nicht so einfach wie eine Privatperson. Daher der Spruch: „Eine GmbH stirbt nie.“ Du lebst mit einer im Handelsregister eingetragenen Firma aufwändig und teuer, und du stirbst mit ihr aufwändig und teuer. Und da ich noch lebe, trage ich bis heute die Altlasten, die mir die schlechten Steuerberater aufgebürdet haben. Das sind jetzt Schulden, die ich als Andreas Ogger bei meiner Firma habe.

Aber das ist nicht mehr schlimm. Denn alle Konsumschulden sind getilgt. Jetzt habe ich nur noch Investitionsschulden, und die trage ich ab bis zum Jahr 2043, vielleicht auch schneller, je nachdem, was klüger ist. Da habe ich dann schon Spielraum, wenn ich Gläubiger und Schuldner quasi in einer Person bin, in der juristischen und der natürlichen. Unter jedem Darlehen stehen zwei identische Unterschriften, nämlich meine, aber eine davon trägt halt den Firmenstempel.

Fehlt noch der dritte wichtige Punkt, den man verinnerlichen sollte, wenn man Bekanntschaft gemacht hat, mit verdeckten Gewinnausschüttungen. Mit Punkt 3 will ich nochmals betonen,

  1. dass dir immer und eisern bewusst sein sollte, dass du und deine Firma, dass ihr erst einmal nichts miteinander zu tun habt. Einfach ins Konto der Firma greifen ist tabu, eine rote Linie, die nie überschritten wird. Du bist nicht deine Firma, und das Geld der Firma gehört dir deshalb nicht. Klingt erstmal widersprüchlich, und dennoch muss das zu deiner Wahrheit werden. Dann hast du auch nie Probleme in einer Betriebsprüfung.

Beschleunige deinen Vermögensaufbau in deiner GmbH mit der Konto-Latte-Technik

Wenn du das verinnerlicht hast, dann kann sich der scheinbare Nachteil, nicht einfach ans Geld ranzukommen, in einen enormen Vorteil für deinen Vermögensaufbau verwandeln – weil du das Geld in der Firma in Ruhe arbeiten lässt, und das läuft so:

Du zahlst dir über deine GmbH jeden Monat ein Gehalt aus, je niedriger, desto besser, aber so, dass es dir zum Leben gut reicht. Oder du brauchst von ihr gar kein Gehalt, weil du eh anders woher zu Geld kommst, um zu leben. Und mit dem Geld, das nun in der Firma liegt, verfährst du nach bester Konto-Latte-Technik, wie ich sie im Finanzseminar erkläre.

Wenn dieses Geld auf deinem Privatkonto liegen würde, dann wäre es immer greifbar, und es würde niemanden jucken, wenn du es verpulvern würdest. Wenn es aber in der Firma steckt, dann ist es viel sicherer vor den Versuchungen Geld auszugeben, denn da ist eine große, rote und teure Trennlinie, die zu überschreiten dir Respekt einflößt. Und was ist der Vorteil, wenn du möglichst nie Geld aus deiner GmbH herausnimmst?

Gut leben, gut Geld zurücklegen, gut reinvestieren – die Freuden an einer Investment-GmbH

Es bleibt eine Menge Geld zum Investieren übrig, immer mehr und immer mehr. Und das investierst du. Und das tust du immer klüger, z. B. mit der Wohlstandsbildner-Strategie. Und dann kommen Erträge zurück. Die versteuerst du mit den rund 30%, die sich vor allem aus Kapitalertragssteuer und Gewerbesteuer ergeben. Mit dem, was nach diesen Abzügen übrigbleibt, stärkst du deine Liquiditätsreserve, erhöhst vielleicht moderat dein Geschäftsführergehalt – und der gesamte Rest wird reinvestiert.

Das war in wenigen Sätzen die Definition für effektiven Vermögensaufbau mit einer Firma. Schön smart und diszipliniert. Und am besten, du interessierst dich gar nicht so genau für die Bilanzen, welche Zahlen da wie wachsen, solange es nicht rote Zahlen sind; und ups, hast du irgendwann eine Million in deiner Firmenbewertung stehen. Wovon so viele träumen – dir passiert es vielleicht, ohne, dass du es mitbekommst.

 

Mit diesen beiden Vorteilen – pauschaler Steuersatz und Trennung von Firma und privat –, damit belassen wir es für heute, um eine Weile diese Vorteile auch genießen zu können.

Im nächsten Blitzlicht reden wir dann über die Kehrseite der Medaille, denn die gibt es nun mal immer in einem Universum der Gegensätze und der Relativität.

Doch wenn wir sie beachten und Für und Wider, Chancen und Risiken für uns abwägen und sich dann eine gute, fundierte Entscheidung herauskristallisiert, ob der Investorenweg mit einer Firmenkonstruktion Sinn macht oder nicht, dann sind wir ganz nah dran an dem, was wir uns doch alle wünschen: an einem Leben in Fülle.

 

Euer Andreas

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