Geld verloren beim Geld anlegen? – So sind deine Anlageverluste nicht umsonst

Verluste bei Geldanlagen will keiner, macht aber nahezu jeder:

6 Tipps, wie man von Verlusten profitieren kann, wie man lernt sie wertzuschätzen, sie am Ende immer mehr verhindern kann und schließlich in großartigen Gewinn umwandelt.

Behauptet ein Investor, er hätte noch nie Verluste gemacht, lügt er ganz einfach. Denn Verluste sind Teil des lebendigen Prozesses, wenn man mit Geld arbeitet. Heute geht es um darum, warum Verluste sinnvoll sind, teilweise unvermeidbar, wie man sie aber minimieren kann und welche Verluste sogar gar nicht wehtun, wenn man als Investor richtig aufgestellt ist.

Die Welt der unzähligen Anlagemöglichkeiten, die kommt mir oft genug vor wie ein riesiger Haufen glänzender Perlen. Nur dass von 1000 Perlen 990 aus Plastik und wertlos sind. Fange ich aber trotzdem an mich mit Perlen zu beschäftigen, werde ich am Anfang wahrscheinlich auf viel Plastikramsch reinfallen und Verluste machen, Verluste, die aber meinen Blick schärfen für die wirklich wertvollen Perlen.

Bis ich gelernt habe, wie ein stabiles, lukratives Portfolio aussieht, hatte ich keinen Plan, war aber voll motiviert und habe ich sieben Jahre ständig danebengegriffen. Hohe sechsstellige Summen verloren. Gelernt, dass Zollfreilager von Edelmetallhändlern nichts mit Sicherheit zu tun haben müssen. Erlebt, dass Firmenbeteiligungen toxisch sein können. Erfahren, dass die Börse keine Plattform für Vermögensaufbau ist, sondern für Vermögensumverteilung. Geld zu verlieren tut ja immer doppelt weh, denn wer 100% verliert, muss ja 100% Rendite schaffen, um wieder Null auf Null zu sein, und die entgangenen Renditen durch die verlorene Zeit muss man ja auch dazurechnen.

Geld verloren – vom Umgang mit Anlageverlusten

Drei, vier Mal daneben zu greifen und dann nur noch das Sparbuch als sicher zu halten, ist auch keine Lösung mit einer zu kleinen Rente, aber großen Lebensansprüchen. Deshalb hier ein paar Gedanken, Stichworte und Tipps zum Umgang mit Verlusten und wie man sie verhindern kann:

  1. Verbuche verlorenes Geld nicht als Verlust, sondern als Lehrgeld – und suche so lange nach der Lehre, dem Knackpunkt, der fehlenden Kennzahl, der mangelnden Prüfung des Investments, bist du den Fehler erkannt hast und auf keinen Fall ein zweites Mal machst.
    Denn Fehler meine ich hier im Wortsinne: Es hat einfach etwas gefehlt, eine Information oder man hat etwas übersehen. Wer anfängt zu investieren, ohne fachliche Unterstützung, macht Fehler, aber diese Fehler sind Wegweiser in einem noch unbekannten Gelände und zeigen einfach nur, wohin der Weg geht.
    Kurz gesagt: Verluste sind Fehler, und analysierte Fehler sind Wegweiser, und Wegweiser geben Orientierung; sie rücken die wahren Perlen mit Hilfe der angeeigneten selektiven Wahrnehmung immer mehr in deinen Fokus als Investor.
  2. Betrachte Verluste als natürlich. Einzelne Investitionen können immer verloren gehen, das muss auch nicht die Schuld des Emittenten oder des Managements sein. Hauptsache, dein Portfolio ist breit und stark genug verteilt auf unterschiedliche Anlageklassen, Branchen, Währungsräume und Zeithorizonte mit unterschiedlichen Laufzeiten. Dann sind Verluste zwar am Ende immer noch ärgerlich, tun aber nicht wirklich weh.
  3. Überprüfe und hinterfrage, ob der Emittent, also der Anbieter einer Geldanlage und der Vermittler, der dir diese Anlage verkaufen will, beide in dem investiert sind, was sie da anbieten. Haben nicht alle Beteiligten einer Geldanlage das gleiche Interesse, lass die Hände davon. Sitzen aber alle im gleichen Boot, sind das bessere Voraussetzungen für eine erfreuliche Reise.
  4. Ist der Emittent groß, lang am Markt, lückenlos seine Leistungsbilanz, plausibel sein Konzept und ist das, in was er investiert, für die Gesellschaft unverzichtbar – dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, Miese zu machen. Und weil dieser etwas lang geratene Satz fast so etwas wie der Stein der Weisen ist bei der Auswahl guter Emittenten, zitiere ich ihn hier nochmal: Ist der Emittent groß, lang am Markt, lückenlos seine Leistungsbilanz, plausibel sein Konzept und ist das, in was er investiert, für die Gesellschaft unverzichtbar – dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, Miese zu machen.
    Mein persönliches Emittenten-Rating bekommst du übrigens in meinem Finanzseminar, mit dem dauert eine Prüfung 2 Minuten.
  5. Jede Geldanlage schreibt zu Beginn wegen der Kosten rote Zahlen, das ist normal und muss so sein (das entspricht der sog. J-Curve eines jeden Investments). Wenn die Kosten bei vergangenen Produkten des Emittenten aber schon nach maximal 2-3 Jahren durch Gewinne amortisiert werden konnten, ist das ein gutes Zeichen. Prüfe also die sogenannte Investment Ratio und frage nach dieser Kennzahl beim Emittenten.
  6. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, die echten Perlen unter viel Plastik zu entdecken: Entweder selbst tauchen und lange die Luft anhalten oder andere tauchen lassen.
    Ohne finanzielle Bildung geht es nicht, entweder im eigenen Kopf oder im Kopf eines Menschen, dem du vertraust. Bevor du ihm vertraust, prüft ihn aber, denn Perlentaucher, die zwar behaupten welche zu sein, aber noch nie wirklich Wasser von unten gesehen haben, gibt es viele.
    Unten verweise ich auf einen Artikel und zwei Videos, wo ich über die Kriterien für einen meiner Meinung nach guten Anlageberater spreche.

Wenn ihr das alles befolgt, werden die Verluste immer kleiner und die Gewinne größer – nichts Anderes nennt man Vermögensaufbau. Viel Erfolg dabei.

Video: Was einen guten Anlageberater ausmacht

Video: Wie finde ich einen guten Anlageberater?

Artikel: Der Anlageberater – wie erkenne ich Qualität?