Was ist finanzielle Bildung? Eine Definition über jeden Vermögensaufbau hinaus.

Was ist finanzielle Bildung? Eine Definition über jeden Vermögensaufbau hinaus.

In meinen Gesprächen und Finanzseminaren spreche ich oft von finanzieller Bildung, musste mir aber selbst eingestehen, für diesen Begriff noch gar keine umfassende Definition gefunden zu haben – für die ganzen Teilbereiche schon, aber nicht von ganz oben betrachtet.

Dabei ist diese Betrachtungsweise wichtig bei so einem Schwindel erregend großen Thema wie der Finanzwelt. Da weiß man ja gar nicht, wo man beginnen soll hinzuschauen, aber übergeordnete Definitionen helfen hier Ordnung zu schaffen und sie helfen leichter zu finden, was einen interessiert oder wofür man sich vielleicht einmal interessieren sollte, vor allem, wenn einen immer wieder Geldprobleme zwicken.

Definition „finanzielle Bildung“

Also, heute am 20. August 2018 gibt es nun die Oggersche Definition von finanzieller Bildung, und ich möchte sie so formulieren, dass dieser Artikel längere Zeit aktuell bleibt:

„Finanzielle Bildung bedeutet zu verstehen, wie Geld entsteht und wie Geld vergeht – und alles dazwischen, also wo Geld wann auf welche Weise fließt und was es dabei beeinflusst.“

Ich bin mit dieser Definition ziemlich glücklich, weil ich bis heute noch keinen mir bekannten Teilaspekt der Geldwelt gefunden habe, den ich nicht dieser Definition zuordnen könnte.
Jetzt will ich aber vom total Allgemeinen hin zum etwas Konkreteren. Und da fallen mir vier Kapitel auf, in die sich der Anfang, das Ende und das Fließen von Geld aufteilen:

Geldverwahrung – Geldsicherung – Geldsteuerung – Geldvermehrung

Das Kapitel Geldverwahrung beschreibt alle institutionellen Kräfte wie Zentralbanken und Banken, die mit der Regulation und mit der Verteilung der Geldmenge zu tun haben.

Geldsicherung beschäftigt sich schon mit inhaltlichen Fragen wie dem Wert des Geldes, mit Schutzmechanismen, Krisenmanagement, gesetzliche Auflagen für Marktteilnehmer – aber hier finden wir auch zum Beispiel die Versicherungen als wichtiger Finanzpartner, wenn es um Absicherung vor finanziellen Schäden geht. Auch die Abgrenzung zwischen Geldwert und Sachwert findet hier statt.

Die Geldsteuerung ist selbsterklärend, hier geht es um die Steuerung der Geldströme; die Zentralbanken machen das vor allem über den Leitzins und die Staaten, Länder und Gemeinden steuern die Geldströme durch – das steckt ja schon im Wort selbst – Steuern.

Das letzte Kapitel der Geldvermehrung steht etwas für sich, denn hier wird es jetzt persönlich. Alle Definitionen und deren Inhalte bisher konnten wir betrachten, als gäbe es uns selbst nicht, oder als wären wir so etwas wie Außerirdische, die sich das Geldsystem der Menschheit anschauen.
Wenn es jetzt aber um die Vermehrung von Geld geht, betrifft das jeden einzelnen Marktteilnehmer, der sich auf dem Weg begibt von „wenig Geld haben“ bis „viel Geld haben“. Das ist das Kapitel, auf das ich mich spezialisiert habe und in dem die eigentliche Wohlstandsbildung innerhalb der übergeordneten Finanzbildung enthalten ist.

Was einige missverstehen könnten: Ich bin kein Wirtschaftsökonom, der sich den ganzen Tag mit den Details wirtschaftlicher Zusammenhänge auseinandersetzt. Versicherungen interessieren mich auch nur soweit, wie es für mein Leben privat und beruflich und wie es für meine Firmen nötig ist.
Das zum Leidwesen der meisten mächtige Kapitel „Steuern“ ist ja auch eine Aufgabe für drei Leben, und auch hier will ich nur wissen, was nötig ist, um mich als Privatperson und mit meinen Kapitalgesellschaften zurechtzufinden; darüber hinaus zahle ich gerne viel Geld dafür, dass mir ein Wirtschaftsprüfer dieses Thema weitgehend vom Hals hält.

Doch die Geldvermehrung im Sinne des aktiven Aufbaus von Vermögen, das betrifft jetzt die Themen Geldanlage, Währungen, Zins oder Gewinn (siehe Video), Wertschöpfung, Emittenten, Anlageberatung – also all die Sachen, über die ich in den Beratungen, in Videos und im Finanzseminar spreche.

Finanzwissen – Was soll mir denn Finanzbildung bringen?

Was soll mir denn finanzielle Bildung bringen? Allgemein ausgedrückt soll mir finanzielle Bildung ermöglichen, meine Position als kleiner Teilnehmer in einem riesigen Wirtschaftskreislauf selbstbestimmt zu wählen – als Teilnehmer, der Geld empfängt, eine Weile verwahrt und Geld weitergibt. Und im besten Fall: Der dabei so viel Vermögen aufbaut, um ein freies Leben zu leben.

Im Video „Vom Angestellten zum Investor“ habe ich über die vier Ebenen dieser Positionierung gesprochen. Der Angestellte ist der, der am wenigsten selbstbestimmt und am meisten abhängig ist in den Wirtschaftskreisläufen. Dann kommt der Selbstständige, dann der Unternehmer, und der Investor hat die Möglichkeit, am meisten von den Bedingungen der Geld Welt zu profitieren und sich daher unabhängig zu positionieren.

Für diese Karriere auf der Leiter der Wohlstandsbildung braucht es kein Experten- und Spezialisten-wissen, aber Grundlagen im Sinne allgemeiner Bildung auf jeden Fall. Vielleicht findet der eine oder andere anhand von diesem Artikel eine Lücke, die er nun gezielt ansteuern und füllen kann. Denn dann ist etwas möglich, was sich die allermeisten Menschen wünschen:

Wir können Geld nicht entstehen lassen, und wir können es nicht vergehen lassen – wir verlieren es höchstens, und dann hat es eben jemand anderes. Was wir aber lernen können und beherrschen können für unser Leben, ist: das Geld fließen zu lassen und dabei zu sehen und zu spüren, wie es uns und unser Leben beeinflusst, was es uns ermöglicht, wie es unser Leben im Wortsinne bereichern kann.

Interessanterweise sind das oft Prozesse, die mit Geld selbst oft gar nichts mehr zu tun haben. Denn dann wird Geld das, was es ursprünglich immer war: ein Tauschmittel, mit dem ich zu Beginn Lebenszeit und Arbeitszeit gegen Geld eintausche und später, bestenfalls als Investor, Geld eintauschen kann gegen Lebensqualität, Erfahrungen und Erlebnisse, die zu machen ich mir wünsche.

Dafür lohnt es sich, sich dem riesigen Thema finanzielle Bildung jetzt vielleicht mit etwas weniger Respekt zu nähern. Viel Erfolg dabei.

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