Mit oder ohne Firma investieren? Teil 2

Das Wohlstandsbildner-Blitzlicht für gelingenden Vermögensaufbau und überhaupt ein gutes Leben

Blitzlicht 28 – Mit oder ohne Firma investieren? Teil 2

Welche Nachteile hat es, mit einer Firma und nicht als Privatperson zu investieren? Genug! Und doch schlägt ein Vorteil alle Nachteile – doch diesen Vorteil haben viele nicht mehr, wenn sie diesen Podcast hören.

Vor- und Nachteile einer vermögensverwaltenden GmbH.

Das Wohlstandsbildner-Blitzlicht für gelingenden Vermögensaufbau und ein gutes Leben – jetzt mit Teil 2 zu der Frage, ob ein Investor mit oder ohne Firma investieren soll und damit zu den Nachteilen, mit denen er rechnen muss.

Zwei Vorteile einer vermögensverwaltenden GmbH oder AG

Andreas Ogger hat 25 Jahre lang beruflich Musik und Medizin ausgeübt. Dann der Sprung in die Investorenwelt: Erst aus Notwendigkeit in einem kaputten, krisen- und virengeschüttelten Finanzsystem. Bis daraus pure Freude, Fülle und Leichtigkeit wurde. Denn Wohlstandsbildung ist weit mehr als nur mehr Geld und der Sprung in ein freieres Leben.

Hier zur Erinnerung die beiden Vorteile, die ich im ersten Teil dieser Mini-Serie erwähnt habe:

  1. Pauschaler Steuersatz von rund 30%. Je nach Standort und der Höhe der Gewerbesteuer kann das etwas schwanken, ist aber für die Gesamtrechnung zu vernachlässigen.
  2. Vorteil: Die strikte Trennung von Firmenvermögen und Privatvermögen. Diese rote Linie zu überschreiten, die zwischen beidem steht, das kostet immer schmerzhaft Steuern, das muss man wissen, oder man rennt in eine verdeckte Gewinnausschüttung, und dann ist der Ärger noch größer. Wer diese rote Linie aber achtet, kann seinen Vermögensaufbau enorm beschleunigen und sichern. So wird der Firmenmantel wie zur Ritterrüstung für das eigene Geld. Das ist zwar eher ein psychologischer Vorteil, aber ich würde ihn nicht erwähnen, wenn ich nicht wüsste, wie durchschlagend er bei mir wirkt und bei vielen anderen mit einer vermögensverwaltenden GmbH.

Gibt es kluge Investitionsschulden? Ja! Mit der eigenen Kapitalgesellschaft

Bevor wir zur Kehrseite und den Nachteilen des Ganzen kommen, mag ich noch eine Bemerkung von letzter Woche kommentieren, die ich im ersten Teil gemacht habe – dass ich nämlich bis 2043 an meine GmbH Schulden abzahlen muss, auch wenn es Investitionsschulden sind. Nun wurde ich angeschrieben mit der freundlichen Frage, ich würde doch nichts halten vom Vermögensaufbau auf Pump und wie mir das jetzt passieren konnte.

Das will ich gern und einfach erklären: Mit meiner GmbH bin ich vor mehreren Jahren mit einem höheren 6-stelligen Betrag ein langfristiges und natürlich köstliches Investment eingegangen – wie immer ausschließlich mit Eigenkapital. Einige Zeit später stellt sich heraus, dass eine Menge Vorteile dafürsprechen würden, dieses Investment als Privatperson zu halten und nicht als Firma. Also war die Frage: Wie kriege ich die Sachen jetzt also raus aus der GmbH?

Per Darlehen der eigenen GmbH teure Steuern umgehen, die Gewinnausschüttungen auslösen

Dass mir die Firma die Werte einfach überträgt, das kam nicht infrage, denn dann wäre das wie eine Ausschüttung gewesen und ich hätte einen 6-stelligen Betrag Kapitalertragssteuer bezahlen müssen. Das wäre Wahnsinn. Also blieb nur ein Darlehen, das mir meine eigene Firma gibt, und ich kaufe ihr damit die Vermögensanlage ab. Mit kleinem marktüblichen Zins, und die Tilgung erfolgt ausschließlich in Sonderzahlungen, nämlich wann immer ich mit der Investition Gewinne gutgeschrieben bekomme. Mit diesen Gewinnen stottere ich also das Darlehen über die Jahre ab, und da ich nicht weiß, wie lange das dauert, habe ich mir halt mal 25 Jahre Zeit dafür gegeben.

Mehr Kapital zum Investieren mit privat gehaltenen Investitionen

Für mich sind das also keine echten Schulden, denn Vermögenswert und Gewinne, das bleibt ja alles in der Familie. Ich zahle wie linke Tasche, rechte Tasche gewissermaßen an mich selbst Zins und Tilgung und entgehe so ganz legal einer Gewinnausschüttung, habe aber trotzdem die Vorteile, die ich als Privatperson mitnehmen kann. Und wahrscheinlich weit vor 2043, wie die schon heutigen Gewinne vermuten lassen, habe ich der GmbH komplett das Geld zurückgezahlt und mir gehören die Vermögenswerte rein privat. Die Gewinne daraus verwende ich dann zum Leben und kann deshalb wiederum mein Geschäftsführergehalt reduzieren; damit bleibt mehr Geld in meiner GmbH übrig zum Investieren. Und so weiter, und so weiter, und ich nähere mich umso schneller dem Anspruch, ach was, dem Traum, den Spotlight Nr. 6 formuliert – ihr wisst schon, die Nr. 6 der 7 Spotlights für ein lebendiges und ausgewogenes Portfolio. Absolventen des Finanzseminars wissen, von was ich da spreche, ansonsten nochmals im Skript nachschauen; aber eigentlich ist Spotlight Nr. 6 so etwas Erhebendes und Erstrebenswertes, dass es niemand vergisst.

Vier Nachteile einer vermögensverwaltenden GmbH

Nun zu den Nachteilen von so einer GmbH, die extra zum Investieren eingerichtet wird.
Es sieht anders aus für die, die eh schon eine GmbH haben oder sowieso eine brauchen für was auch immer, und sie packen dann die Verwaltung des eigenen Geldes einfach mit in diese GmbH. Denn: Den Gesellschaftszweck einer bestehenden GmbH zu erweitern, das kostet nicht so viel und ist recht leicht im Gewerbe- und Handelsregister vorzunehmen. Deshalb: Im Fall einer schon bestehenden GmbH gelten jetzt nicht alle Nachteile. Zum Beispiel gleich der

1. Nachteil: Eine vermögensverwaltende GmbH kostet Zeit, Geld und Lebenskraft.

Sie wird dich immer beschäftigen, so lange die GmbH besteht. Und du wirst deshalb ständig mit Menschen zu tun haben müssen, die ständig Geld damit verdienen, weil du dich ständig mit deiner GmbH beschäftigen musst.

Beispiel Steuerberater. Ohne den geht mal gar nichts, schon allein wegen der doppelten Buchführung. Und ohne Notar ebenso wenig. Beim Steuerberater sehe ich die Kosten ja noch einigermaßen ein, vor allem, wenn er gute Arbeit leistet, aber beim Notar denke ich – ganz ehrlich – öfter eher an Wegelagerei als an ein verdientes Honorar.

Kapitalgesellschaften sind Hamsterräder voller lästiger Pflichten und Kosten

Und dann kommen noch andere lästige Pflichten dazu wie die Offenlegung der Jahresabschlüsse im elektronischen Bundesanzeiger. Und ganz elendig sind die Pflichtbeiträge der IHK, die deftig steigen, wenn der Vermögensaufbau funktioniert. Und man muss auch als alleiniger Firmeninhaber jährliche Gesellschafterbeschlüsse schreiben und andere regelmäßige Bürokratenpflichten im Auge behalten, und wenn am Anfang nur drei Investitionen vorhanden sein sollten, die still vor sich hinarbeiten – der Aufwand ist der gleiche. Und das Finanzamt, ja, das Finanzamt hat unter seinen Schäfchen die Firmenschäfchen besonders gern im Fokus. Das heißt: Mit einer Betriebsprüfung schon nach wenigen Jahren der Gründung sollte man immer rechnen. Egal, welch kleiner Fisch man ist, das Finanzamt hat einen immer an der Angel.

Um es kurz zu sagen: Mit einer GmbH oder AG bindet man sich ein Hamsterrad ans Bein. Und dieses Hamsterrad kann enorme Ausmaße annehmen.

Ja, und dann sind da die ständig anfallenden Kosten einer GmbH, oh diese Kosten, die muss man natürlich von der Rendite abziehen. Anfänglich kommt man vielleicht mit weniger als 5000 Euro Kosten im Jahr aus, aber die wollen auch erstmal erwirtschaftet sein! Wer da mit 80.000 Euro Stammkapital zum Investieren loslegt und seine ersten 10% erwirtschaftet, sieht vom Nettogewinn mal gar nichts – nur wegen der GmbH. Und wenn er gar keine Gewinne erwirtschaftet, sind die Kosten genauso hoch. Dann tun sie doppelt weh – nur wegen der GmbH. Erster Nachteil war also: Eine GmbH kostet Zeit, Geld und Lebenskraft.

2. Nachteil: Manche Investments sind mit einer GmbH nicht möglich…

…weil so aufwändig oder schlimmer, sie sind so teuer und überbürokratisiert wegen steuerlicher Pflichten, dass du sie de facto nicht nützen kannst.

In einem Wohlstandsbildner-Portfolio betreffen das vor allem die in den USA angesiedelten Investitionen. Aber die sind schlicht unverzichtbar im Sinne eines ausgewogenen Portfolios. Außerdem: Wie wichtig der Dollar ist, wie ich es seit Anbeginn meiner Seminare erzähle, spürt jetzt jeder, wo der Euro kolossal an Wert verloren hat. Wohl dem jetzt, der seit Jahren Dollarerträge aus seinen Vermögensanlagen rauszieht.

Um trotzdem mit einer GmbH in den USA investieren zu können, behelfe ich mir mit einer Notlösung, die ich oben schon bei meinen innerbetrieblichen Schulden ausführlich vorgestellt habe: Ich leihe mir als Andreas Ogger das Geld von meiner GmbH zum marktüblichen, möglichst niedrigen Zinssatz. Dann zeichne ich mit diesem Darlehen die Investition als Privatperson, lasse mir die Gewinne und den Return of Investment auf mein privates Investmentkonto auszahlen und überführe dieses Geld zurück an die GmbH.

Auch aufwändig ist, wenn du mit der Firma ausländische Aktien von irgendeinem nicht börsennotierten Unternehmen kaufst. Da kommen die Banken des Geldempfängers schnell auf einen zu und verlangen firmenspezifische Dokumente, die immer wieder kosten und einen lange beschäftigen. Nur, um nachzuweisen, dass deine Firma auch wirklich existiert und ordentlich eingetragen ist. Das fällt als Privatperson alles weg.

3. Nachteil: „Eine Firma stirbt nie.“ Aber wir sterben irgendwann.

Und dann geht das Theater los. Das juckt den verstorbenen Firmeninhaber wahrscheinlich nicht mehr, aber die Nachkommen könnten das Gefühl haben, ihnen sei ein Monsterhamsterrad vererbt worden.
Eine Firma und die Investment-Anteile darin zu vererben ist ein ganz eigenes, komplexes Projekt, mit dem sich der Firmeninhaber besser schon frühzeitig beschäftigen sollte und nicht erst auf dem Sterbebett. Dann kommen vielleicht Stiftungsgedanken ins Spiel oder andere Konstruktionen, wie man bestehende und lukrative Wertschöpfungsketten, die sich über die Jahre in der Firma gesammelt haben, wie man die an neue Besitzer übergeben kann.

Eine Firma und deren Vermögensanteile zu vererben ist Schwerstarbeit und teuer

Dabei gilt: Je schwerer es sich der Firmeninhaber mit der Vererbung der Firma macht, desto leichter haben die Erben. Wenn es sich der Firmeninhaber leicht macht, indem er gar nichts tut und plötzlich tot ist, dann macht er es den Erben sauschwer. Die könnten dann jahrelang zu kämpfen haben, an die Firmenwerte ranzukommen, sie zu verstehen und lernen, wie man sie verwaltet.

Ich erwähne das, weil ich öfter im Rahmen eines Ehrenamts mit Sterbenden zu tun habe. Und das sind nicht selten Unternehmer mit erheblichen Geldmitteln. Die haben sich während ihres Lebens durchaus erfreut an dieser Geldfülle; aber diese Freude ist gegen Ende des Lebens so schwer getrübt, weil sie nicht wissen, wie sie mit dem Vererbungsthema umgehen sollen. Sie ertrinken in Unterlagen und Gesprächen nur deswegen. Und du kannst mir glauben: Am Ende seines Lebens hat kein Mensch Lust und Kraft für den Aufwand, sich in den Nachlass einer GmbH oder AG einzuarbeiten, weil das in Deutschland kompliziert ist wie – ganz was Neues – ja alles kompliziert ist, was auch einfach sein könnte. Damit kommen wir zum letzten Nachteil, und der wiegt schwer:

4. Du vermeidest und sparst mit einer Firma keinen einzigen Euro Steuern!

Du zahlst ihn nur nicht sofort. Denn grundsätzlich gilt: Der Staat holt sich immer und von überall her das, was er will. Schlupflöcher gibt es nicht mehr, und wenn doch, fliegen sie irgendwann auf.

Mit einer Firma verschiebst du deine Steuerlast nur nach hinten, du kannst sie aber nicht vermeiden. Diese Verschiebung hilft dir zwar eindeutig schneller Vermögen aufzubauen, aber am Ende kommt es immer ganz dicke: wenn du nämlich ans Geld ranwillst, es also aus der Firma rausholst. Das ist für die Firmeninhaber gar nicht selten ein böses Erwachen: dass sie zwar viele Jahre schöne zusätzliche Renditen eingefahren haben durch den pauschalen Steuersatz; aber wenn sie dann frei leben wollen im Sinne ihrer Rente oder ihres Privatierdaseins, dann werden Steuern fällig auf all diese schönen Renditen, und zwar alle auf einmal, wenn du auf einmal ans Geld ranwolltest.

Gewinnausschüttungen mit Abgeltungssteuer und Teileinkünfteverfahren versorgen

Kurzer Einschub, wie das dann laufen könnte mit der Versteuerung von Gewinnausschüttungen: Je nach persönlichem Steuersatz wird ein kluger Steuerberater raten, entweder nach Kapitalertragssteuerrecht zu verfahren oder nach dem Teileinkünfteverfahren. Das gibt sich nicht viel, aber Hauptsache, man zahlt insgesamt nicht mehr Steuern, als wenn man von vorneherein als Privatperson investiert hätte. Das kann nämlich leicht passieren, wenn man nicht weiß, was man tut.

Die Summen, die ans Finanzamt mit jeder Gewinnausschüttung abgeführt werden, sind in jedem Fall erheblich, wenn die Investments gut gelaufen sind. Das muss man erstmal verkraften und am besten ständig im Blick haben, während sich das Vermögen anhäuft.  

Vier Bedingungen, damit eine vermögensverwaltende GmbH Sinn macht

Fazit: Angesichts der Vor- und Nachteile ergeben sich für mich vier Bedingungen, die eine vermögensverwaltende GmbH sinnvoll erscheinen lassen. Erste Bedingung:

1. Du hast genug Zeit, um den zeitlichen Steuervorteil zu nutzen.

Meiner Meinung nach solltest du mindestens 20 Jahre haben, in denen du nicht ans Geld ranmusst, das in deiner Firma steckt und arbeitet. Und selbst, wenn du nur diese 20 Jahre hast, verzichte am besten auf ein Geschäftsführergehalt und schau, dass du über dein operatives Einkommen noch ständig Geld in deine Firma schiebst, um damit zusätzliche Renditen erwirtschaften zu können. 20 Jahre klingen viel, aber je nach Größe der Summe, die rauskommen soll, sind 20 Jahre schnell vorbei. Wenn du diese Zeit überspringen willst, musst du ins Casino gehen oder kriminell werden, und von beidem rate ich entschieden ab, auch, wenn ich mit beidem keine Erfahrung habe. Das weiß mein innerer Kompass auch ohne. Zweite Bedingung:

2. Der pauschale Steuersatz von 30% macht für dich nur Sinn, wenn du mit deinem privaten Steuersatz höher liegst.

Das Ganze macht nur Sinn, wenn du als angestellte oder selbstständige Arbeitskraft mit einem Steuersatz belegt bist, der über 30% liegt. Nun ist der aber nicht planbar, je nach Beruf, deinen Einkünften und deiner Lebenssituation, Stichwort Heiraten und Kinderkriegen. Der Steuersatz kann sich auch ständig ändern.

Deshalb sage ich: Wer sich ein bisschen Steuerrecht anlernen will oder bereit ist, Experten darin für guten Rat zu zahlen, der kann auch schauen, seine Steuerlast als Privatperson zu reduzieren. Ich darf dazu keine weiteren Auskünfte geben, weil das allein Sache eines zertifizierten Steuerexperten ist. Ich will nur den Horizont erweitern, denn man findet immer was, wenn man sucht.

Und schon schafft man es, nicht 42% Steuersatz erdulden zu müssen, sondern vielleicht sogar unter 30% zu bleiben, wenn die Lebensumstände es möglich machen. Bevor also vorschnell zur Firmenkonstruktion gegriffen wird, lieber alle Möglichkeiten jenseits davon sondieren. Weil als natürliche Person alles so viel einfacher ist als mit einer Firma. Womit wir bei der dritten Bedingung wären.

3. Beginne das GmbH-Spiel nur, wenn du Spaß an diesem Spiel hast.

Ganz offen und ehrlich – mir persönlich hat es nie wirklich Spaß gemacht, mit einer GmbH unterwegs zu sein. Ich habe mit der Zeit das für mich Beste draus gemacht, und jetzt hänge ich schon so lange und tief drin, dass ich es halt weiterlaufen lasse. Eine GmbH stirbt vielleicht auch deshalb nie, weil es mit den Jahren schier nicht mehr bezahlbar und zu organisieren ist, sie zu liquidieren.

Dass ich so rede, liegt allerdings daran, dass ich kein Planer bin und solche Dinge wie Bürokratie, Steuererklärungen, Belege, Buchhaltung, Gesellschaftsrecht – dass ich all das nicht nur nicht mag, sondern regelmäßig sogar daran arbeiten muss, den Widerstand dagegen nicht zu groß werden zu lassen. Doch es gibt Menschen, die mögen das, die gehen darin auf! Und die identifizieren sich nicht nur mit dem effektiveren Vermögensaufbau einer GmbH, sondern mit all dem Drumherum genauso – und die sollten sich sowas ans Bein binden. Allen anderen sage ich: Das Leben ist zu kurz, um es mit derart zeitaufwändigen Sachen zu verbringen, die keinen Spaß machen.

Sollte also Bedingung Nr. 3 nicht erfüllt sein, aber alle anderen schon, dann denke über eine GmbH nach. Kannst du aber nur 2 von 4 erfüllen, dann lass es bleiben, ist mein Rat.

Und nun die vierte Bedingung, die – zugegeben – das Nadelöhr recht klein macht; durch das aber solltest du hindurchspringen können, um ins Himmelreich der Firmeninhaber zu kommen:

4. Wenn du nur noch 20 Jahre haben solltest zum Vermögensaufbau, dann gründe die Firma nur, wenn du mit mindestens 200.000 Euro Kapital starten kannst.

Diese Summe reduziert sich mit jedem Jahr, das du mehr hast mit der Firma, aber unter 100.000 Startkapital würde ich nicht anfangen, schon allein wegen der ganzen Kosten, denen in den ersten Jahren keine Renditen gegenüberstehen.

Der Traum vom idealen Beginn einer Investorenkarriere

Meine Idealvorstellung wäre diese – wohlwissend, dass sie für viele ein Ideal bleibt, weil sie entweder nicht so viel Zeit oder so viel Geld haben:

  • Leg mit einer GmbH los im Alter von spätestens 25 Jahren, einer guten Wohlstandsbildung im Kopf und mit 200.000 Euro.
  • Wenn du schon 35 Jahre alt bist, dann beginne nur mit 300.000.
  • Mit 45 Jahren sind es 400.000.
  • Sogar mit 55 Jahren, wenn du dir noch mindestens 15 Jahre Aufbauzeit gibst, macht es noch Sinn, aber dann am besten mit 500.000 Euro.

Wenn dann noch die Strategie und die vermögensbildenden Instrumente stimmen, dann bestehen gute Chancen, den GmbH-Steuervorteil auf Zeit bestmöglich zu nutzen, um mindestens die Stufe einer sehr komfortablen wirtschaftlichen Absicherung zu erreichen; und deinen Nachkommen, sofern du welche hast, kannst du dann auch einen beruhigenden   finanziellen Start ins Leben ermöglichen.

Und da wir in all diesen Podcasts hier immer wieder auf den gleichen Casus knacksus stoßen, will ich unverdrossen aufs Neue die oberste Direktive wahrer Wohlstandsbildung erwähnen: Zeit ist der mächtigste Renditefaktor. Natürlich ist das auch mit einer Firma so.
Und Zeit haben alle Menschen, solange sie jung sind. Nur kümmern sie sich dann oft nicht um ihren strategischen Vermögensaufbau. Oder sie hören nicht solche Podcasts wie diesen hier. Und wenn sie sich irgendwann genauer mit dem Thema beschäftigen, dann sind sie oft zu alt für das Ganze und müssen enorme Mühen auf sich nehmen, um noch zu einem guten Ergebnis zu kommen.

Soweit die Vorteile, Nachteile und meine persönlichen Bedingungen für eine Spardosen-GmbH. Zum Abschied, liebe Wohlstandsbildnerin, lieber Wohlstandsbildner, will ich erwähnen, dass ich hier wie in jedem Podcast meine ganz eigene Meinung präsentiere, die auf meinen ganz eigenen, hochgradig subjektiven Erfahrungen gründet; klar kann man vieles anders sehen. Ein Steuerberater wird es ganz gewiss anders sehen. Und wenn du es auch anders siehst, prima, dann bleib dabei! Hauptsache, du kannst für dich eine gute Entscheidung treffen, welchen Weg, ob mit oder ohne Firma, du einschlägst.

Zum Glück führen mehrere Wege zu dem einen Ziel, von dem ich mir wünsche, dass es möglichst viele Menschen erreichen: nämlich zu einem Leben in Fülle, größtmöglicher Freiheit und Freude.

Euer Andreas

 

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