#94 Wegweiser zum Erfolg

Podcast-Dauer: 31:45

Strategien und Erkenntnisse für Investitionen, Produktivität und wirtschaftliche Dynamik.

Unsere Themen heute sind zahlreich und vielgestaltig: Es geht um mein neues E-Book, um die Teilnahme an einem Finanzkongress und ein neues Investment gibt es, nämlich einen weiteren Club Deal. Außerdem wettet jemand viel Geld, dass die Börse einbricht, und zum Schluss machen wir einen Test, und zwar mit einem Wort, das polarisiert.

Dabei will ich gleich beichten, welches Thema nicht zur Sprache kommt – nämlich das Hängematten-Thema, das ich im letzten Podcast angekündigt habe. Sonst würde diese Folge einfach zu lang werden, ich will es ja schaffen, nicht viel länger als 30 min am Stück zu podcasten. Die Geschichte um zwei der reichsten Menschen auf der Erde kommt aber bald.

Shownotes

Die Investorenausbildung für Wohlstandsbildner
https://www.wohlstandsbildner.de/investorenausbildung/

Das neue E-Book: 5 Erfolgsprinzipien institutionellen Investierens.
https://www.wohlstandsbildner.de/e-book-erfolgsprinzipien

Andreas mit 30 min Wohlstandsbildung am 26.09.2023 um 17.20 Uhr:
https://www.wohlstandsbildner.de/anmeldung-zum-kongress

Die Kapitalismus-Definition im digitalen Wörterbuch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus

 

Das neue E-Book: 5 Erfolgsprinzipien institutionellen Investierens, die sich Privatanleger von den Großen abschauen sollten

Wer den Wohlstandsbildner-Newsletter vom 15. August gelesen hat, weiß schon von meinem neuen, kleinen digitalen Schriftstück. In diesem E-Book beschäftige ich mich mit 5 Erfolgsprinzipien institutionellen Investierens, wie sie für die Instis selbstverständlich sind, mit denen ich zu tun hatte und zu tun habe, – und zwar so selbstverständlich, dass sie nicht reflektieren, wie sie denken und handeln, weil sie aufgewachsen sind in einer Welt, in der sehr viel Geld und die Arbeit mit diesem Geld Alltag war. Sie kennen also nichts Anderes, als diese Arten zu denken und zu handeln.

Der Vergleich mit dem Fisch im Wasser trifft es gut: Frage mal den Fisch, der von seinem Dasein als Ei, Larve, Jungfisch bis zum Erwachsenenalter immer im Wasser herumgeschwommen ist – frage ihn mal, was Wasser ist! Das wird schwierig für ihn. Warum? Weil der Kontrast fehlt! Es fehlt die Erfahrung dessen, was er nicht hat – also das Leben im Trockenen –, um zu erkennen, was er hat.

Im Falle meiner Instis war ich damals sowas wie der naive Fischforscher, der nicht im Wasser aufgewachsen ist und deshalb keine Ahnung hatte, wie es sich für so Profifische im Wasser lebt. Aber diese Fische hatten ihren Spaß an meinen Fragen, die sie innerhalb ihresgleichen nie zu hören bekamen.

Sie haben sich dann in meine Lage als Nicht-Fisch, als nicht Superreicher versetzt und haben nicht ganz ohne Mühe angefangen, die Welt aus meinen Augen zu betrachten – aus der Perspektive der Luftwelt quasi, die nicht weiß, wie es ist, Verantwortung für Hunderte Millionen und viele Milliarden zu haben; eine Perspektive, die nicht weiß, wie anders sich ein Gehirn entwickelt und der Umgang mit Geld, wenn Geld noch nie eine Rolle gespielt hat.

Im Dialog mit diesen großen Fischen war es dann meine Aufgabe, ihre Fischsprache in die Sprache eines Nicht-Wasser-Wesens zu übersetzen. Und diese 5 Erfolgsprinzipien stellen die Essenz dieser Übersetzungsarbeit dar. Mit am schwierigsten herauszufinden war übrigens das Erfolgsprinzip Nummer 1, denn das war wie kein anderes der Prinzipien darauf angewiesen, dass sich die Fische mal einen kurzen Moment komplett neben sich stellten und wirklich wie Nicht-Fische denken mussten, um herauszufinden, warum sie so mit ihren Investments umgehen, wie sie es tun.

Doch mehr will ich nicht verraten, denn das steht ja im E-Book, das noch bis zum 15. September, also noch fast zwei Wochen von heute an, zum Einführungspreis von gerade mal 9,90 Euro zum Download bereitsteht. Auch danach dürfte es mit 16,90,- weiterhin erschwinglich sein für alle, die mit unserer Sprache der Nicht-Fische verstehen wollen, wie die ganz großen Fische ticken.

Und das Schönste nach dem Studium des Große-Fische-Denkens ist immer das Staunen, wenn alle sagen: Aber das ist doch selbstverständlich! Wie könnte es anders sein! Wenn sich also alle einig sind: „Hätten wir es doch längst wie die Fische gemacht, dann wären wir jetzt alle womöglich viel flüssiger.“

Link zur Bestellung des E-Books in den Shownotes, www.wohlstandsbildner.de/e-book-erfolgsprinzipien.

Viel Freude damit wünsche ich, und was ich mir auch wünsche, ist Feedback! Schreibt mir doch, was euch das Büchlein gebracht hat und worüber ihr vielleicht gern mehr gelesen hättet, und diese Bitte wendet sich vor allem an Noch-nicht-Wohlstandsbildner, an alle, für die es neu ist, Vermögensaufbau auf ganz neue, gleichzeitig uralte institutionelle Weise zu denken.

Club Deal 5.0: Ein Investmentkurzläufer in Britischen Pfund mit logistischer Finesse

Und wieder ein neuer Club Deal, der ab sofort gezeichnet werden kann und vergleichsweise wenig Geld, nämlich 100 Millionen Britische Pfund, also rund 120 Millionen Euro, aufnehmen kann. In diesem Satz stecken zwei wichtige Informationen:

  1. 120 Millionen Euro sind nicht viel für ein bewährtes Investitionsprojekt. Das ist jetzt der 5. Club Deal. Die vier vorherigen waren in immer schnellerer Zeit ausfinanziert, und teils mit Volumina von 250 Mio. Dollar. Es spricht sich halt herum unter institutionellen Investoren genauso wie unter Kleinanlegern, wenn ein Emittent zuverlässig Renditen liefert. Deshalb gehe ich von wenigen Wochen Platzierungszeit aus.
    Ich arbeite nie gern mit Verknappung, aber hier ist es nun mal knapp, daher muss ich das erwähnen. Ein kleines Kontingent habe ich aber, dass auf jeden Fall die, die seit Wochen diesen Club Deal reserviert haben, dabei sein können. Danach sollte aber noch einiges übrig sein, also nicht zögern, sondern anfragen.
  2. Du hast richtig gehört: Die Währung lautet Britische Pfund, denn der Club Deal ist im Vereinigten Königreich beheimatet. Das finde ich wunderbar in Ergänzung zur Topfstrategie in Schweizer Franken, die ich im letzten Podcast vorgestellt habe: Wir sind also wieder in Europa, nicht weit weg vom Projektstandort, aber außerhalb des Euro.

Hier die Hardfacts, 7 Stück an der Zahl, schön short präsentiert:

  1. Es dürfen sich wieder viele kleinere Privatanleger zusammentun, um wie ein großer Institutioneller aufzutreten an der Seite sog. externer Instis. Wir sind als mittelbare, passive Beteiligte, den Instis gleichgestellt. Investieren wie Instis, weil auf Augenhöhe mit den Instis, hier erfüllt sich das Wohlstandsbildner-Motto ganz offensichtlich.
  2. Investiert wird in knapp 10 Logistikzentren in Großbritannien, von denen sich ein Pensionsfonds getrennt hat. Ich bitte zu beachten: Ein Pensionsfonds hat Rentengeld, das auf keinen Fall verloren gehen darf, in Logistikzentren gesteckt, um sich viele Jahre an den Mietrenditen zu erfreuen. Kleinanlegern sagt der deutsche Gesetzgeber, dass solche Art Investments hochspekulativ seien. Da würde ich zu gerne den Gesetzgeber mal in die Lehre des Managements von diesem Pensionsfonds schicken. Warum sich der jetzt von den Objekten getrennt hat, das liegt an Modernisierungsmaßnahmen, die an den Zentren vorgenommen werden müssen. Und das verlangt nach der Expertise eines Immobilienentwicklers, nicht nach einem Immobilienverwalter wie dem Pensionsfonds.
  3. Wir haben es mit Logistik zu tun, die sich seit Jahren exzellent entwickelt, weil sie immer wichtiger wird. Schließlich werden immer mehr und immer größere Vertriebs- und Verteilungszentren gebraucht. Warum? Das liegt vor allem am eCommerce und dem zunehmenden Same-Day-Delivery-Anspruch.
    5 Objekte sind schon bekannt, und ein hoher Vermietungsstand bringt schnelle Rückflüsse auf Projektebene, die später in die Rendite einfließen. Wertsteigerung findet durch sog. Revitalisierungsmaßnahmen statt, das bedeutet in dem Fall, dass die Objekte energieeffizienter und umweltfreundlicher gemacht werden im Sinne der ESG-Richtlinien, die auch im Königreich immer mehr zur Auflage werden.
  4. Wir haben es hier auch wieder mit einer perfekten Mischung aus Säule 1 und 2 zu tun: nämlich in genau gleichen Teilen mit Infrastruktur und mit Entwicklungsimmobilien. Säulenübergreifende Plausibilität, nenne ich das, oder einfach gesagt: Doppelt hält noch besser.
  5. Die Laufzeit dürfte zwischen drei und vier Jahren liegen, wie immer mit etwas Verlängerungsoption. Angestrebte Renditen auf Anlegerebene liegen bei 10% pro Jahr. Es wäre schön, dass die netto bei uns ankommen, aber ich weiß nach dem Brexit nicht, wie es sich mit den Steuern verhält zwischen Deutschland und Großbritannien.
    Beruhigend für uns Investoren ist in jedem Fall: Erst, nachdem wir 10% bekommen haben, wird das Management am Gewinn beteiligt. Das ist die Hurdle Rate. Diese 10% dürfen also als hochplausibel gelten, denn kein Management will kostenfrei arbeiten. Vielleicht ist ja sogar mehr drin, weniger kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.
  6. Besonders ist die Mindestinvestitionssumme: Sie beträgt nämlich nur 10.500 Pfund inkl. Agio, also kann man mit etwas weniger als aktuell 12.400 Euro einsteigen. Bei allen vorherigen Club Deals lag das Mindestinvest bei mehr als dem Doppelten. Wer jetzt also mal Investorenluft schnuppern will, die ihm noch neu ist, dann ist das eine günstige Einstiegsmöglichkeit. Das leitet direkt über zu
  7. Wer bei diesem Club Deal im Rahmen der Wohlstandsbildner-Plattform mitmachen möchte, für den gilt wie bei allen öffentlichen Angeboten: die Absolvierung wenigstens der 1. Stufe des Finanzseminars, die Exzellenzwerkstatt für gekonntes Investieren. Das ist wenig Geld für viel Wissen und für die Teilhabe an allen weiteren Investments, die ich nicht nur intern, sondern für alle ausschreibe. Wer zusätzlich an exklusiven Wohlstandsbildner-Investments interessiert ist, packt einfach die zweite Stufe des Seminars obendrauf. Und dann sehen wir uns live im Videoseminar, zum Beispiel am 16. September, pünktlich wie immer um 08.49 Uhr.

Fazit: Wer schon frühere Club Deals gezeichnet hat, kann seiner Kaskade einen weiteren wertvollen Baustein mit kurzer Laufzeit hinzufügen. Wer zum ersten Mal zeichnet, bekommt mit weniger Mindestsumme als je zuvor Zugang zu einer hochplausiblen und lukrativen Investition, die noch nicht einmal ein Single Asset ist – also ein einziges Objekt, wie es für Club Deals üblich ist, sondern gleich aus mehreren Objekten besteht. Wichtig für die Planer und Wohlfühler, die ein bisschen Streuung immer schätzen.

Wer Interesse hat, möge an Patrick schreiben unter service@wohlstandsbildner.de. Dann bekommt er alle notwendigen und nützlichen Unterlagen und eine etwa 20-minütige Sprachnachricht mit alle Details zum Club Deal bekommt er auch.

Zwischen Immobilien, Krypto und dem Geheimnis wahren Vermögensaufbaus: Andreas bei einem renommierten Finanzkongress

Vom 25. bis 29. September findet per Livestream ein Finanzkongress statt, der sich unter all den Finanzkongressen, die es so gibt, mit am stärksten etabliert hat, und das ist der von Thomas Klussmann und Christoph Schreiber. Da bin ich jetzt auch dabei, und zwar am Dienstag, 26.09. um 17.20 Uhr, wenn alles gut geht. Da sitze ich dann tatsächlich live vor der Kamera und darf 30 Minuten wohlstandsbildnern und danach gibt es noch ein kleines Interview.

In den kommenden zwei Wochen muss ich mir noch ausdenken, worüber ich rede; spannend könnte doch mal sein aufzuzeigen, wie einfach es für jeden ist, institutionellen Investoren auf die Finger und ins Portfolio schauen zu können. Darüber habe ich, glaube ich, noch nie gesprochen, außer im E-Book. Doch was auch immer das Thema sein wird: in Ergänzung oder Abgrenzung zu all dem, was sonst wieder so im Kongress angeboten wird rund um Immobilien, Börse, Krypto, Edelsteinen, Metallen und sonst noch was, da geht es bei mir immer um den meiner Meinung nach glaubwürdigsten, weil nicht spekulativen Ansatz, wie Vermögen plausibel, spürbar, sichtbar und regelrecht gut gelaunt aufgebaut werden kann.

Anmeldung mit dem Link in den Shownotes, einfach zu merken: https://www.wohlstandsbildner.de/anmeldung-zum-kongress. Was es kostet, wenn es etwas kostet, das ändert sich ständig, die Website des Kongresses wird es ausweisen. Eins mag ich auch gut eingeführten Wohlstandsbildnern versprechen: Die Strategie, die ich dort vorstelle, ist immer die gleiche. Aber unter den Informationen drumherum, wird es immer welche geben, die noch kein Lebewesen im Universum je zuvor gehört hat.

Börsianer aufgepasst: Einer der klügsten Spekulanten wettet gegen euch!

Meine Finanzseminar-Teilnehmer dürften sich an ihn erinnern: an Michael Burry, den amerikanischen Investor, Hedgefondsmanager und nicht praktizierenden Arzt. Berühmt wurde er für seine Vorhersage der Suprimekrise 2007, weswegen er märchenhaft viel Geld gemacht hat. Der Film The Big Short ist Pflichtprogramm für jeden, der gute Schauspieler sehen und diese Geschichte verstehen will. Toll ist schon die doppelte Bedeutung des Titels: Er heißt Der große Wurf, aber Short ist auch ein Vorgang, auf fallende Kurse zu wetten, und damit hat Burry ein irre großes Vermögen gemacht.

Jetzt steht Burry wieder in den Schlagzeilen wegen einer Wette, bei der es um 1,6 Milliarden Dollar Einsatz geht. Dieses Mal wettet er aber nicht gegen den Immobilienmarkt, sondern gegen die Börse als Ganzes; und da die Börsen nicht zuletzt durch die vielen ETFs aufgeblasen wurden, wettet er eigentlich gegen das Anlageverhalten der Masse.

Burry spricht schon länger davon, dass vor allem die amerikanischen Aktienmärkte heillos überhitzt, überbewertet und zum Zerreißen gespannt sind. Ich glaube aber, bei ihm spielt noch mehr hinein, denn die Weltwirtschaft hat derzeit einige Problemknoten zu bieten, die nur durch einen Crash zerschlagen werden können, und für einen dieser riesen Knoten müssen wir unseren Blick nach Osten wenden!

Alle Börsianer, die mit ihren ETFs und Einzelwerten denken, sie säßen in komfortablen Luxuslinern, denen nichts passieren könnte, wie es auch einst viele auf der Titanic dachten – all diese optimistischen Kleininvestoren vergessen, auf welchem Meer diese Dampfer hauptsächlich unterwegs sind, und dieses Meer heißt: China.

China ist mit Amerika das größte Antriebsaggregat geworden, das die Welt in Bewegung hält. Doch derzeit stottert dieser Motor gewaltig, und die Ozeandampfer namens Apple, Google, BASF, Siemens, Tesla und viele andere werden sich wundern, sollte dem Ozean der Stöpsel gezogen werden. Dann landen sie ganz schnell auf dem Trockenen.

Denn Xj Jinpings Ehrgeiz und Ungeduld lassen das Land seit seiner Machtübernahme 2012 über seine Verhältnisse leben. Nach außen hat China Währungsreserven von über 3 Billionen Dollar, nach innen ist es vor allem im Immobiliensektor hochgradig verschuldet. Jetzt ist der Export um knapp 15% eingebrochen, die Jugendarbeitslosigkeit beträgt zwischen 20 und 45%, so genau weiß das niemand, und solche Werte sind kein Knackser, sondern ein Schock, und die lockerere Geldpolitik Chinas zeigt kaum mehr Wirkung dagegen.

Aus Chinas Ein-Personen-Problem, ich habe im Newsletter Nr. 5 darüber geschrieben, ist ein veritables Pulverfass geworden, denn die Corona-Politik war rückwirkend betrachtet nicht die einzige Fehlleistung des chinesischen Autokraten. Jetzt gehen ihm die Optionen aus, denn selbst schwere Eingriffe in den Markt und die Verstaatlichung und Zerschlagung von Big Tech-Firmen lösen nicht die Probleme, sondern schaffen neue. Und dann ist da noch die Zündelei mit Taiwan, wenngleich zu hoffen bleibt, dass es wegen Chinas Schwäche noch lange beim Zündeln bleibt – allein, es ist nur eine Hoffnung.

All das beobachtet ein Michael Burry ganz genau. Wenn China auch nur aus dem Tritt kommt, fallen andere Länder schon in sich zusammen. Und dann schrumpfen an den Börsen mal schnell 20 bis 40% dahin. Ich kann mir vorstellen, dass der Druck in der Börsenblase, der über 15 Jahre aufgebaut wurde, noch einige Zeit aushaltbar bleibt, aber die Risse werden immer sichtbarer und können nicht mal von den besten, also den chinesischen Zensoren kaschiert werden.

Was für eine spannende, aufgeladene Situation! Allen Börsianern dieser Welt, die ihr Geld in einer vor Widersprüche berstenden Anlageklasse investiert haben, sollte klar sein, dass einer der fähigsten Hedgefondsmanager gegen sie wettet. Noch deutlicher kann einem das Leben eigentlich nicht mitteilen, dass man zumindest aufpassen sollte.

Facetten eines umstrittenen Systems: Der zentrale Mosaikstein einer lebendigen Wirtschaft

Jetzt will ich dich zu einem Test einladen. Es geht um die Aufdeckung von Glaubenssätzen und Vorstellungsbildern. Glaubenssätze sind der Filter, durch den du immer schaust, wenn du die Welt betrachtest. Was als Bild in deinem Gehirn ankommt, ist deshalb nicht die Welt, wie sie ist, sondern es ist die Welt, wie sie dir der Filter deiner Vorstellungen über die Welt zeigt.

Und oft kommt es zu tragischen Konflikten bis hin zu blutigen Kriegen, weil wir uns – sprichwörtlich auf Gedeih und Verderb – mit diesen Vorstellungen identifizieren, ja, wir so unfassbar eins werden mit unseren Vorstellungsbildern, wie die Welt ist, dass durch diese Verschmelzung von Geist und Einbildung eine Überzeugung entsteht, die sicher eine der folgenreichsten und fatalsten Überzeugungen überhaupt ist. In Worten ausgesprochen klingt sie so:

Ich habe Recht!

So ist die Welt!

Ich weiß, wie die Dinge laufen.

Nun ja. Wir leben ja in einer Zeit, in der so viele wie nie zuvor genau wissen, wie die Welt ist und wie sie sein soll. Und die, vor allem, wenn sie in der deutschen Regierung sitzen und entsprechend viel Reichweite haben, flößen uns täglich ein, wie wir unseren Filter gefälligst einstellen sollen, damit wir die Welt so klar und so scharf sehen wie sie. Denn sie wissen ganz genau, dass sie damit was haben? Dass sie natürlich Recht haben.

Und nun zum Test, wie er einfacher nicht sein könnte, daher mag ich ihn so: Ich spreche jetzt gleich ein Wort aus und du beobachtest, was das Wort bei dir auslöst, welche Assoziationen dir da hochkommen, welche Bilder und Gefühle. Starke Gefühle zeigen dir wie ein Druckmanometer an, wie stark das eigene Bild von der Welt durch den Filtereffekt beeinflusst wird.

Das Wort lautet – und bitte: Der erste Gedanke zählt, das erste Gefühl und seine Intensität zählen. Das Wort lautet

Kapitalismus.

Kapitalismus und Kapitalist – das sind Begriffe, zu denen kaum jemand keine Meinung hat, im Gegenteil: in vielen Köpfen polarisieren diese Begriffe richtiggehend. Nun die Frage an dich: Welche ersten Reaktionen hast du in dir wahrgenommen beim Hören des Begriffs, mit was bringst du Kapitalismus als erstes in Verbindung?

Ist es Gier, Leistungsdruck und Korruption? Dann bist du in guter Gesellschaft, wenn du in Deutschland lebst. Denn nach einer neuen Studie mit sehr interessanten Ländervergleichen hat der hier schon öfter erwähnte Reichtumsforscher Rainer Zitelmann herausgefunden, dass bei uns Kapitalismus von sehr vielen Menschen äußerst negativ bewertet wird und sofort die Idee hochkommt von Gier, Leistungsdruck und Korruption.

In Vietnam dagegen wurden folgende drei Begriffe genannt als erste Assoziation zum Wort Kapitalismus, nämlich: Fortschritt, Innovation, großes Warenangebot!

Faszinierend, oder? Ein komplett anderer Filter beim Blick auf die Welt! Vietnamesen haben im Vergleich zu uns eine rosarote Brille auf, wenn es um Kapitalismus geht. Warum ist das so? Zitelmann hat einen Verdacht, der plausibel erscheint. Dazu lohnt sich erstmal anzuschauen, wie Kapitalismus definiert wird.

Das Oxford-Wörterbuch macht das so:

“Capitalism is an economic system in which a country’s businesses and industry are controlled and run for profit by private owners rather than by the government.”

Zu Deutsch heißt das: „Der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, in dem die Unternehmen und die Industrie eines Landes nicht vom Staat, sondern von privaten Eigentümern kontrolliert und gewinnorientiert geführt werden.“

Wikipedia definiert Kapitalismus so:

„Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht (Marktwirtschaft).“

Marktwirtschaft jedenfalls ist hier ein bedeutendes Stichwort. Denn Marktwirtschaft ohne kapitalistischen Hintergrund gibt es nicht. Sonst nennt man es nämlich Planwirtschaft:

Planwirtschaft ist ein Wirtschaftssystem, in dem die Produktion, Verteilung und der Preis von Waren und Dienstleistungen von der Regierung und nicht vom Markt bestimmt werden. Im 20. Jahrhundert wurde dieses Wirtschaftssystem insbesondere von kommunistischen Ländern bevorzugt. Beispiele:

Sowjetunion: Von der Oktoberrevolution 1917 bis zu ihrem Zusammenbruch 1991 hatte die Sowjetunion ein stark zentralisiertes, staatlich kontrolliertes Wirtschaftssystem.

Die Volksrepublik China: Von der Gründung der Volksrepublik 1949 bis zur Einführung von Wirtschaftsreformen in den späten 1970er und 1980er Jahren hatte China eine streng kontrollierte Planwirtschaft. Heute gilt China noch immer als kommunistisch, hat aber mittlerweile viele marktwirtschaftliche Prinzipien eingeführt und verfügt nun eindeutig über eine gemischte Wirtschaft. Sonst gäbe es im Leben nicht so viele Milliardäre dort.

Kuba: Seit der kubanischen Revolution 1959 hat Kuba eine Planwirtschaft, abgesehen von einigen marktwirtschaftlichen Reformen in den letzten Jahren.

Nordkorea dagegen hat seit seiner Gründung 1948 eine streng zentralisierte Planwirtschaft beibehalten. Wir wissen wenig über das Land, aber was als sicher gelten darf, ist, dass der Bevölkerung, abgesehen von der Elite, diese Wirtschaftsform nicht guttut.

Und dann natürlich die DDR (Deutsche Demokratische Republik): Während ihrer Existenz von 1949 bis 1990 hatte die DDR eine sozialistische Planwirtschaft.

Die meisten Länder, die einst rein planwirtschaftlich unterwegs waren, sind inzwischen zu einem gemischten System übergegangen, das kapitalistische Elemente meistens mehr als weniger miteinschließt. Warum machen die das? Weil Planwirtschaft nicht Schritt halten kann mit der Dynamik und Effizienz marktwirtschaftlicher Systeme.

Im Kapitalismus als deutlichster Form der freien Marktwirtschaft kann ich, je länger ich unternehmerisch tätig wurde, immer mehr Vorteile erkennen und schätzen. Nur 2 davon:

  1. Erstens fördert Kapitalismus den Wettbewerb. Wettbewerb ist ja auch so ein Begriff, auf den die Filter in vielen Köpfen sofort Alarm schlagen. Aber Wettbewerb führt dazu, dass Unternehmen bestrebt sind, besser zu werden, um erfolgreich zu sein. Sie bringen Innovationen voran, verbessern ihre Produkte und Dienstleistungen, um Kunden anzuziehen. Das führt zu technologischen Fortschritten, die unser Leben bereichern und verbessern, ganz abgesehen davon, dass sich Wettbewerb preislich immer günstig auswirkt für uns Endverbraucher. Anhand von Preisabsprachen innerhalb von Kartellen sehen wir, wie das Gegenteil aussieht und es kostet uns Abermilliarden.
  2. Zweitens ermöglicht Kapitalismus persönliche Freiheit und Selbstverwirklichung. In einem kapitalistischen System hat jeder das Recht, seinen eigenen Weg zu gehen, seine Geschäftsideen zu verfolgen und seine Träume im Rahmen einer möglichst freiheitsliebenden Gesetzgebung zu verwirklichen. Jeder kann entscheiden, wo er arbeiten möchte, welche Produkte er kaufen und welche Dienstleistungen er in Anspruch nehmen möchte. Für uns alles selbstverständlich, aber wie viele von denen, die diese Freiheit lieben, schimpfen über den Kapitalismus! Ich glaube, die wissen diese Freiheit nicht mehr ganz zu schätzen.

Natürlich hat der Kapitalismus auch seine Schattenseiten, wie die Schaffung von Ungleichheit und die Ausbeutung von Ressourcen. Deshalb bin ich ganz selbstverständlich für jede Form einer ausgewogenen staatlichen Regulierung, für soziale Sicherheitsnetze und die Förderung nachhaltiger Geschäftspraktiken.

Für mich ist eine kapitalistische Haltung nicht gleichbedeutend mit Egoismus und Gier oder der Hire and Fire-Einstellung, wie sie in extrem auf Wettbewerb ausgerichteten Ländern wie Amerika oft überschießen. Mit den richtigen Maßnahmen kann Kapitalismus ein Werkzeug sein, das jedes Individuum und gleichzeitig die Gesellschaft als Ganzes voranbringen kann; sicher immer verbesserungswürdig, aber als strukturelle Grundlage allemal geeigneter als Planwirtschaft und Bevormundung.

Deshalb wünsche ich mir, Kapitalismus durch einen erweiterten Filter zu betrachten. Die Unterschiede in den Vorstellungen und Meinungen sollen dabei ruhig bestehen bleiben und uns zu tieferem Nachdenken anregen. Wie langweilig wären unsere Bundestagsdebatten, wenn sich nicht ab und zu die Politiker der Linken und der CSU fetzen würden?

Ich will den Kapitalismus weder zu sehr loben noch verdammen. Mir reicht es schon, wenn wir das Wort „Kapitalismus“ in einer aus den Fugen geratenen Zeit nicht nur mit negativen Aspekten verbinden, sondern auch die positiven Aspekte sehen, die er bieten kann. Innovation, Fortschritt, großes Warenangebot – das hat mir gefallen, weil es so wahr ist. Das sind eindeutig Facetten des Kapitalismus, die so schnell und effektiv keine andere Form von Wirtschaft hervorbringt.

Aufgabe der Politik ist, sich immer wieder zu fragen: Wie können wir Kapitalismus innerhalb einer sozial rücksichtsvollen, achtsamen und freien Marktwirtschaft so gestalten, dass er für alle von Nutzen ist und mithilft, Wettbewerb gerecht auszubalancieren, damit er die besten Kreativkräfte im Menschen hervorbringt? Und die Aufgabe von uns Bürgerinnen und Bürgern ist es, die Politiker zu wählen, die sich mit dieser Frage nicht nur beschäftigen, sondern auch mehrheitsfähige Antworten finden. Die Politiker der Randparteien können es deshalb schon mal nicht sein.

Im nächsten Podcast beschäftigen wir uns mit einer Zinsstruktur, die als Orakel gute Dienste leistet; wir schauen uns an, wie reich oder arm die Deutschen wirklich sind und klären dabei einen Begriff, den die meisten missverstehen; ich will die Klugheit einer Frau würdigen, die mehr Gehört verdient, wenn sie etwas sagt, und wenn bis dahin nicht zu viele andere spannende Themen in mein Gesichtsfeld geraten, dann lassen wir unsere beiden Superreichen endlich ihre Hängematten auspacken.

Es grüßt dich ganz herzlich

Andreas, der Wohlstandsbildner. Denn Wohlstand ist nicht nur eine Frage des Kontostands, sondern auch die Freiheit, sich zu entfalten.

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