Eiskalter Geldadel, Promis als Anlagestrategen und GmbH-Tischtennis

Eiskalter Geldadel, Promis als Anlagestrategen und GmbH-Tischtennis

Die Wohlstandsbildner-Podcast-Reihe „Über Hamsterräder, Finanz-Exorzisten und was wir sonst noch alles ertragen müssen“ – Kapitel 14: Eiskalter Geldadel, Promis als Anlagestrategen und GmbH-Tischtennis.

Überschriften eines Podcasts sollten verheißungsvoll und energiegeladen vortragen werden. Heute schien mir das allerdings nicht angemessen angesichts der ersten Geschichte von sehr reichen Menschen, liebe Podcasthörerinnen, Podcasthörer und Wohlstandsbildner. Aber keine Sorge, nur die erste von drei Anekdoten, die mir dieser Tage widerfahren sind, ist von gedämpfter Stimmung geprägt. Die anderen sollen das Frequenzlevel wieder anheben.

Viele, die nicht genug Geld haben oder meinen, nicht genug Geld zu haben, stellen sich vor, ein Leben mit Geld in Fülle wäre so viel einfacher, erhebender, abenteuerlustiger und insgesamt lustiger als das Leben, das sie mit beschränkten Mitteln haben. Das zu glauben finde ich auch sinnvoll, denn es kann ein Antrieb sein, sich auf den Weg zu größeren Geldmittel zu begeben, ob nun mit oder ohne finanzielle Bildung.

Viel Geld – Ein Leben in finanzieller Freiheit oder im Hamsterrad

Das aber viel Geld auch an sich wie ein Hamsterrad sein kann, das war schon oft Thema und wird es auch im letzten Viertel dieser Reihe sein. Und innerhalb von solch einem Hamsterrad gibt es natürlich wieder Abstufungen bis hinein in Abgründe; in solch einen Abgrund habe ich erst kürzlich hineinblicken dürfen. Diese Geschichte will ich jetzt erzählen, auch, um zu zeigen, dass viel Geld ein Paradies oder eine Hölle sein kann und sich Menschen auch durchaus für die Hölle entscheiden.

Reiche Köpfe mit zwei Gesichtern

Andreas Ogger hat 25 Jahre lang beruflich Musik und Medizin ausgeübt. Dann der Sprung in die Investorenwelt: Erst aus Notwendigkeit in einem kaputten, krisen- und virengeschüttelten Finanzsystem. Bis daraus pure Freude, Fülle und Leichtigkeit wurde. Denn Wohlstandsbildung ist weit mehr als nur mehr Geld und der Sprung in ein freieres Leben.

In Bayern, an den vielen traumhaft gelegenen Seen, mit der Nähe zu München und zu den Alpen, da tummeln sich eine Menge wirklich sehr vermögender Menschen. Ganz gewiss würden viele von uns trotzdem nicht mit diesen tauschen wollen, denn Geld und der Anspruch, in der Gesellschaft etwas zu bedeuten, Einfluss zu haben, viel beschäftigt zu sein – das alles hat diese Menschen in einer grausigen Weise entfremdet von sich selbst oder anders gesagt: Ihnen einen Kopf mit zwei Gesichtern verliehen: Da gibt es ein Gesicht, das wohl geschminkt und immer lachend der Gesellschaft zugewandt ist. Gleichzeitig gibt es ein Gesicht am Hinterkopf, wie es in einem Harry Potter-Roman so gruselig vorkommt, und dieses der Öffentlichkeit abgewandte Gesicht würde eher an eine Leiche erinnern und an einen Menschen, dem es vielleicht sogar vor sich selbst graut.

Sehr reiche Menschen haben viele Probleme, nur keine finanziellen

Dabei berichte ich hier nicht aus eigener Erfahrung, denn die vermögenden Menschen, mit denen ich zu tun habe und haben will, die haben keine zwei Gesichter. Die haben Probleme wie wir alle, nur eben keine finanziellen. Aber so manch anderes Problem ist umso größer. Und diese Tatsache nützen sie, um vor allem an sich selbst zu arbeiten, an ihrem persönlichen Wachstum, an ihren Potenzialen und an der Lebensaufgabe, sich selbst zu erkennen. Und dann nützen sie mit ihrem Geld vielleicht die große schöpferische Kraft, in unserer Gesellschaft Dinge schneller und leichter verwirklichen zu können.

Eine Kinderkrankenschwester für vermögende Haushalte

In meinem Bericht geht es um eine ehemalige Stewardess, die schon lange nicht mehr dem strapaziösen Beruf in Flugzeugen nachgeht; nein, sie hat sich zusätzlich qualifiziert zur Kinderkrankenschwester. Und in dieser Rolle wird sie immer wieder Teil von Haushalten sehr vermögender Menschen, ja, man könnte sagen, sie wird für eine bestimmte Zeit so etwas wie ein Familienmitglied in diesen Haushalten.

Mit dieser Rolle auf Zeit verdient sie ein sehr hohes Gehalt oder Honorar; doch dafür muss sie auch an sechs Tagen in der Woche durchgehende 20 Stunden der Familie zur Verfügung stehen. Nur 4 Stunden am Vormittag hat sie für sich. Ansonsten ist ihre einzige Aufgabe, sich um das neugeborene Kind zu kümmern, das diesen Familien selten durch Zufall in den Schoß gelegt wurde, sondern in akribischer Verfolgung eines Plans. Dabei ist es wie in der königlichen Familie in England: Das einzelne Familienmitglied zählt wenig, es geht nur um den Erhalt der Firma.

Das Gesellschaftsgesicht: Viel gute Laune und Party

In meiner Geschichte haben wir es schließlich mit schwerreichen Menschen zu tun, denen das heiligste und oberste Ziel ist gut auszusehen, im Rampenlicht der Gesellschaft, in den Medien, auf den Bällen wie in Wien, natürlich zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele, auf der Verleihung von irgendwelchen Filmpreisen – um dort und überall sonst, wo viel geschaut wird um des Schauens willen, um dort ein strikt choreografiertes Bild abzugeben: lebensfroh, unternehmerisch, gut vernetzt, ständig umgeben von tollsten Freunden, immer busy busy busy mit trotzdem viel Party, dabei tiefenentspannt, gebräunt, die Augenbrauen immer korrekt gezupft. Natürlich auch in tadelloser Garderobe, stets von Spezialisten neu zusammengestellt, aber nie so aufdringlich, dass man den Spezialisten dahinter ahnt. Sagenhaft gepflegt, schön, glatt, mit Umgangsformen, und eine Ausstrahlung vor sich herwehend wie eine Böenwalze vom Erfolg der großen weiten, so wunderschönen Welt des Jetsets, des Fotografiert- und Gefragtseins. Das ist das vorderseitige Gesicht, in meisterhafter Disziplin immer rechtzeitig angeknipst, bevor auch nur ein Augenpaar von außen drauf schaut.

Das Hintergesicht: Geld zählt alles, Menschen wenig

Dem rückwärtigen Gesicht sind eigentlich alle Menschen total egal, sogar sich selbst ist man in einer gewissen Weise egal. Die einzige Identität existiert eh nur als Celebrity und Prominentenfigur. Ist keine Kamera in der Nähe wie in den eigenen vier Wänden, dann ist da einfach nichts – aber das Nichts ist umgeben von viel Geld.
Nun gibt es aber, wenn man schon so viel Geld geerbt hat und einen berühmten Namen trägt und viele Firmen sein Eigen nennt, nun gibt es da aber eine Aufgabe, und die heißt: Es muss ein Erbe her, und zwar am besten ein männlicher. Und es wird so lange gezeugt, oft per in-vitro-Fertilisation, bis es einen gesunden männlichen Erben gibt.

Wenn der Geldadel Nachkommen braucht

Zur Erinnerung: Ich erzähle hier nicht von China oder den Rockefellers in Amerika oder von Al Capones der Neuzeit oder von mexikanischen Drogenbossen, die nur der eigenen Familie trauen, und eigentlich auch der nicht. Nein, ich spreche vom Geldadel Bayerns, uns allen wohlbekannt aus Brigitte, Bunte, Bild, Film und Fernsehen – aber auf Namen wollen wir hier verzichten, denn auf die kommt es gar nicht an. Vor allem können diese Namen schnell aufbrausend und ungemütlich werden, wenn sie in der Gesellschaft nicht so dargestellt werden, wie sie wahrgenommen werden möchten.

Diesem rückwärtigen Gesicht sind Menschen so egal, dass das auch die eigenen Kinder betrifft. Die sind nur wichtig bei Fototerminen, denn Imagepflege inmitten der Familie kommt nicht nur in Bayern gut an. Ansonsten sollten die Kinder, mit denen man in ihrem Alter eh nichts anfangen kann, am besten unsichtbar sein. Kontakt zu den Eltern eher nur nach Terminanfrage.

Eine Maternity Nurse für die reichen Erben

Da braucht es nun jemanden, der sich um den Nachfolger in der Dynastie kümmert. Und zwar nicht nur kümmert im Sinne von Wickeln, Füttern, Zubettbringen und Spielen, sondern auch Kümmern als Lebensversicherung, damit der Nachfolger ohne Brüche und Gefahren heranwachsen kann, er sich nie verletzt, keine schmutzigen Sachen in den Mund nimmt oder, Gott verdaulicher, als auf dem Bauch schlafender Säugling vom Kindstod dahingerafft wird. Deshalb braucht es auch die Expertise und tadellose Referenz als Kinderrettungskrankenschwester. Es geht schließlich um teures Humankapital.

Apropos Füttern: So etwas wie Muttermilch und Stillen ist natürlich tabu, denn in diesen Kreisen wird das als etwas entsetzlich Kreatürliches, Unsauberes, ja irgendwie Ungeziemliches angesehen. Außerdem könnten Brüste, aus denen Säuglingsmünder hingen, vorzeitig schlaff, faltig werden und könnten nicht mehr der Rolle dienen, die ihnen in der Gesellschaft zukommt: Nämlich auf nicht zu aufdringliche, aber schon irgendwie bierzeltkokette Art und Weise ein Dekolleté zu füllen; eine begehrenswerte Frau färbt schließlich immer auch positiv auf den Mann ab, der es geschafft hat, sie zu erobern. Feste Brüste gehören so zu den Aktiva in der Familienbilanz und im Zweifelsfall auf den OP-Tisch, wenn der Wert sinken sollte. Stillen ist also ein Unding, es gibt doch ausreichend passend zusammengestellte Pulver, so irgendwie zum Anmixen. Und dieses Pulver zu verabreichen, klar, das ist allein Sache der Kinderkrankenschwester.

Der Reichendienst auf Zeit zur Vorbereitung auf die Reichenkrippe

Das alles geht normalerweise sechs bis acht Monate, denn ab dann kann man das Kind einer Krippe anvertrauen, natürlich nur einer qualifizierten, mit Kinderkrankenschwestern und so – und vor allem einem Umfeld, das dem eigenen Rang entspricht. Man will schließlich unter sich bleiben, damit keine niedere Gesinnung die noch formbaren Gehirnwindungen der Erben infiziert.

Das alles mag jetzt Menschen, die in der Lage sind Beziehungen im Allgemeinen aufzubauen und mit Kindern im Speziellen, das mag solchen Menschen jetzt hart und kalt vorkommen. Das ist es auch, denn es geht ja schließlich letztlich ums Geschäft, und Gesellschaft in dieser Welt ist nur Geschäft.

Doch so dramatisch ist es gar nicht, zumindest nicht für die Kinderkrankenschwester, wenn sie all das nicht zu persönlich nimmt und in der Lage ist, nach ein paar Monaten intensiver Beziehung zu einem kleinen Menschen auf Nimmerwiedersehen zu sagen, um nach einer gewissen Erholungspause die nächsten, höchst gut honorierten sechs Monate angestellt zu werden. Und es ist auch nicht dramatisch für das Kind, denn zumindest im ersten halben Jahr seines Lebens hat es ständige Zuwendung und die Fürsorge und Aufmerksamkeit eines Menschen, der es gut mit ihm meint. Das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen grundsätzlich stabilen Charakter, der in späteren Jahren in dieser Gesellschaft und mit diesen Eltern überleben muss, bis er vielleicht die Stärke hat sich zu entscheiden, mit wie vielen Gesichtern er durchs Leben gehen will.

Das Jetset-Bild reicher Menschen – Viele würden nicht mit ihnen tauschen wollen

Ich habe diesen Erfahrungsbericht jetzt in keiner Weise übertrieben oder zugespitzt, sondern eher versucht das in Worte zu fassen, was für mich zwischen den Zeilen zu hören war beim Ergründen des Berufsbildes einer Maternity Nurse. Ich kenne zwar einige solcher Geschichten, die mir von Wohlhabenden selbst zugetragen wurden. Doch die Perspektive einer Maternity Nurse war auch mir neu.

Das relativiert vielleicht das Bild, das von den Medien über die Reichen gezeichnet wird, die so immer federleicht und weißzahnig daherkommen. Geld, vor allem, wenn es in großen Mengen vererbt wurde und an Traditionen welcher Art auch immer gekettet ist, dieses Geld kann eine schwere Bürde sein, eine an viele Erwartungen gekoppelte Last. Und manchmal verändert dieses Geld ganze Generationen: sie morphen zu mehr Form als Inhalt, werden mehr Maske als Gesicht, sind irgendwann Schausteller und nicht mehr Mensch, was sie selbst gar nicht bemerken – denn sich selbst reflektieren können nur Menschen.

Seminar: Gelegenheit macht Investoren

So legen Promis Geld langfristig an – Finanzielle Bildung in viel Theorie und wenig Praxis

Nun zur nächsten, etwas besser gelaunten wohlstandsbildnerischen Erfahrung, die mir vor kurzem zuteilwurde: Ich habe am 18.03.2021 in der Neuen Züricher Zeitung einen spannenden Artikel gelesen, der mir natürlich ins Auge fallen musste mit der Überschrift „So legen Promis Geld langfristig an“.
Prominent fand ich nur einen der drei Promis, die befragt wurden, wie sie 100.000 Fr. und 500.000 Fr. anlegen würden in der heutigen Zeit, und das war der Pilot, Abenteurer, Forscher und Psychiater Bertrand Piccard. Die anderen beiden sollten zumindest prominent wirken im Sinne finanzieller Bildung, aber hört selbst:

Der Finanzprofessor Thorsten Hens schlägt für 100.000 Fr. vor, diese in 80 % Aktien, gebündelt in einem Fonds oder ETF, und 20 % Bargeld zu splitten. Mit 500.000 Fr. würde er, hört, hört, eine Vermögensverwaltung in Anspruch nehmen. Aber wenn er es schon selbst machen müsste, dann ginge er in Richtung 36% Aktien, 42% Anleihen, 12% Rohstoffe und 10% alternative Anlagen.

Was sagt mir das? Ein Finanzprofessor mag Ahnung über Finanzen haben, aber als Investor tut er das, was alle Medien rauf- und runterbeten. Sein Portfolio klingt so, als hätte er noch mit keinem einzigen größeren Investoren gesprochen. Fehlt eigentlich nur noch die eigenbewohnte Immobilie. Fast 80 % börsennotierte Aktien und Anleihen, und das am besten in den Händen einer Vermögensverwaltung, die mit 500.000 Fr. natürlich viel besser umzugehen weiß als jeder Normalsterbliche.

Lehrstuhl-Theorie versus Investieren in der Praxis

Zumindest, was die eigengenützte Immobilie angeht, hat mich der Chefökonom einer Raiffeisen-Bank nicht enttäuscht. Doch erst einmal zitiere ich ihn zu seiner Strategie, was er mit 100.000 Fr. machen würde: „Ich würde sie zu 100% in Aktien investieren, die alle in der Schweiz und somit in Franken notiert sind. Mit dem Kauf eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf einen möglichst breiten Index wie zum Beispiel den Swiss-Performance-Index (SPI) kann ich von einer höheren Diversifikation profitieren.“

Bei allen Göttern der Schweiz – wir haben es mit einem Schweizer Patrioten zu tun. Ich glaube, mehr muss ich dazu nicht kommentieren. Aber so richtig nachdenklich gemacht hat mich der Chefökonom bei den 500.000 Fr., und spätestens jetzt empfehle ich Rechenunterricht beim Österreicher Investor und Investmentpunk Gerald Hörhan, der immer so passend sagt: „Der Rechenstift lügt nicht“:

Hätte der Chefökonom 500 000 Fr. anzulegen, würde er etwa die Hälfte in seine eigenen vier Wände investieren. Dazu sagt er, ich zitiere: «Eine Investition in Wohneigentum hat den Vorteil, dass ich Rendite und Nutzwert kombinieren kann. Auf lange Sicht rentieren Immobilien zwar nicht spektakulär hoch, aber erweisen sich als ziemlich wertbeständig. Dazu lebe ich im Eigenheim einiges günstiger als in Miete. Das restliche Geld investiere ich wiederum in Aktien, würde aber Dividenden und Kursgewinne jeweils dazu verwenden, meine Hypothekarlast zu reduzieren.»

Das alles sind Aussagen eines Chefökonomen. Aber vielleicht ist es ja in der Schweiz nicht so wie bei uns in Deutschland und man darf dort Kosten der eigenen Immobilie steuerlich geltend machen. Gleichwohl – auch er brilliert in meiner Wahrnehmung nicht mit Fantasie und schon gar nicht mit Anlageklassen, wie sie in Portfolios erfolgreicher Investoren grundsätzlich zu finden sind. Ein bisschen Edelmetall hätte noch zu ihm gepasst, aber das verschweigen viele, damit nicht eingebrochen wird ins Wohneigentum.

Ein Unternehmer denkt mit 500.000 Fr. in Diversifikation und Nachhaltigkeit

Jetzt schauen wir uns Bertrand Piccard an, und seine Aussagen bestätigen, dass reiche Leute vor allem eins sind: Unternehmer. Und dieser Piccard ist nun wirklich das Paradebeispiel eines Unternehmers im Vergleich zu Unterlassern, die schon 500.000 Fr. in die Hände von sogenannten Finanzexperten legen würden. Ich zitiere den Absatz der NZZ. Darin sagt Piccard:

«Wenn ich eine Menge Geld anlegen müsste, sind mir vor allem zwei Konzepte wichtig: Diversifikation und Nachhaltigkeit.» Piccard würde ein Viertel in seine Pensionskasse, ein Viertel in Private-Equity-Fonds, ein Viertel in Immobilien und das letzte Viertel in nachhaltige Aktien des Börsenmarkts investieren.“
Ich persönlich kann seinen vier Anlageklassen viel Positives abgewinnen: 1. Schweizer haben tatsächlich Vorteile, wenn sie Zusatzleistungen in ihre Pensionskasse im Rahmen der spezifisch Schweizerischen sogenannten 3. Säule hineinlegen. Das ist aber nicht übertragbar auf Nicht-Schweizer. 2. Private-Equity-Fonds, vor allem deutlich spät finanzierende und breit gestreute, haben zumindest einen erheblich lebendigeren und unternehmerischeren Charakter als das rein psychologische Auf und Ab der Börse. 3. Wenn Piccard mit Immobilien meint, es könnten auch Gewerbeimmobilien sein, dann wäre er ganz auf meiner Linie. Und 4. Nachhaltige Aktien am Börsenmarkt sind für mich das größte Risiko in dieser Aufteilung, aber gerade jetzt, wo Nachhaltigkeit seit dem 10.03.2021 sogar gesetzlich in jeder europäischen Vermögensanlage erwähnt werden muss, da kann es durchaus sein, dass die sich eine Weile solide entwickeln.

Soviel dazu, wie drei Promis langfristig Geld anlegen würden. Sie mögen mit ihrem Lehrstuhl-Wissen viel Theorie geschluckt haben, aber Investieren tun sie wie alle anderen, die sich nicht jeden Tag mit Finanzökonomie beschäftigen.

GmbH-Tischtennis: Wie man hohe Rechnungen ganz einfach klein rechnet und Steuern vermeidet

Zum letzten Thema, und das ist für mich durchweg das erfreulichste des heutigen Podcasts. Dabei erzähle ich keine Geschichte von jemand anderem, ich zitiere auch aus keiner Zeitung, sondern berichte aus meinem eigenen Leben und der Freude über ein schwungvolles Pingpongspiel zwischen meiner GmbH und mir als natürlicher Person, und als dritten Protagonisten darf ich den vorstellen, der schon öfter in meinen Podcasts erwähnt wurde: meinen famosen Steuerberater.

In meiner Geschichte geht es um die Anschaffung eines Geräts, das auch mal locker in den fünfstelligen Preisbereich hineinragt. Als an Sportmedizin Interessierter war ich schon immer fasziniert, wie positiv und leistungssteigernd der Körper reagiert, wenn man ihm gezielt und kontrolliert Sauerstoff entzieht, am besten im Wechsel mit Phasen, wo er sogar mit mehr Sauerstoff als üblich geflutet wird. Ich rede vom sogenannten IHHT, vom Intervall-Hypoxie-Hyperxie-Training, über das neueste Forschungen sagen, dass es die Telomere unserer Zellen verlängern kann, uns also verjüngt. Doch es regt auch die Mitochondrien in unseren Zellen an zur Teilung und Vermehrung, das Blut rauscht geschmeidiger durch die Blutgefäße und überhaupt werden neue Blutgefäße gebildet zur besseren Versorgung des Herzens und alle anderen Organe und zur Leistungssteigerung insgesamt.

Dauerhaft für Behandlungen zahlen oder einmalig für das Gerät?

Die alternative Gesundheitsbranche und der Leistungssport haben dieses Training längst für sich entdeckt, nur die Schulmedizin hinkt der Forschung ein paar Jahrzehnte hinterher. Ich stand jedenfalls vor der Frage: Leiste ich mir zwei Sitzungen pro Woche à 80 Euro pro Sitzung oder kaufe ich mir so ein Gerät, um einige Jahre oder noch länger damit zu arbeiten.

Zusammen mit meinem Steuerberater, der mich immer vor verdeckten Gewinnausschüttungen warnt, die GmbH-Geschäftsführern schnell mal unterlaufen, zusammen mit dem habe ich ein eigentlich naheliegendes und simples Konzept entworfen, das völlig legal ist und mir über die Jahre das Gerät nahezu zum Nulltarif beschert.

Wohlstandsbildung im Kleinen: Ein Gerät kaufen und verleihen

Als erstes lasse ich mir von einem Arzt das Gerät auf einem Privatrezept empfehlen; verschreiben kann er es nicht, weil das Gerät natürlich von keiner Krankenkasse bezahlt werden würde, aber eine Empfehlung ist ein gutes Argument, um das Gerät als sogenannte außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend zu machen. Denn zu diesen Belastungen gehören auch Aufwendungen für Hilfsmittel. Dabei hat man einen gewissen Selbstbehalt, aber alles was drüber ist, senkt die Einkommenssteuerlast des Steuerzahlers Andreas Ogger.

Dann kaufe ich das Gerät, aber nicht einfach aus meinem privaten Geld, sondern über ein Darlehen, das ich mir von meiner GmbH geben lasse. Der Vorteil: Ich muss kein Geld aus der GmbH rausnehmen mit der teuren Kapitalertragsteuer. Die Rechnung bezahle ich per Vorkasse, denn die bringt in diesem besonderen Fall 3 % Skonto, und mit mehreren 100 € Skonto kann ich eine ganze Wohlstandsbildner-Gruppe zum guten Wein einladen.

Kaufe privat und lass deine Firma für die Nutzung zahlen

Im nächsten Schritt stelle ich das Gerät meiner GmbH zeitweise zur Verfügung, und zwar ein Mal pro Woche zur dauerhaften Leistungssteigerung und zum besseren Schlaf des Geschäftsführers und während der Tage mit besonderen Belastungen, wie zum Beispiel bei Finanzseminaren. Dafür setze ich die landesweit üblichen Kosten pro Sitzung an. Für dieses Geld stellt mir meine GmbH eine Gutschrift aus, die sie mir aber nicht auszahlt, sondern direkt mit dem Darlehen verrechnet.

Die GmbH hat dafür eine regelmäßige steuermindernde Ausgabe, holt gleichzeitig ihr eigenes Geld wieder zurück und ich versteuere die einzelnen Gutschriften mit einem geringeren Steuersatz, als ich zahlen müsste, wenn ich der GmbH das Geld entnehmen würde.

Ein Darlehen mit dir selbst kann viel Geld sparen

Irgendwann ist das Darlehen abbezahlt, und da das Gerät wohl locker viele Jahre in Betrieb genommen werden kann, hat es sich für mich schnell komplett amortisiert.
Die einzige Arbeit für mich: Einen Darlehensvertrag aufsetzen, das waren 5 Minuten, weil ich ständig mit den entsprechenden Vorlagen arbeite. Und ein Mal pro Monat die Gutschrift aufstellen mit den Sitzungen. Das sind dann vielleicht 10 Minuten. Für mich ist das in dem Fall ein Spaß und lange nicht so aufwändig und teuer, wie jedes Mal in die Stadt zu fahren zu einem Therapeuten, der mir die Maske ins Gesicht drückt. Und meine Familie kann ich obendrein auch noch ans Gerät hängen, denn die kann ein paar Mitochondrien mehr sicherlich auch gebrauchen.

Steuern vermeiden mit ein bisschen Kreativität und einem guten Steuerberater

Ich erzähle das auch deshalb, weil ich für den schon in dieser Podcast-Reihe erwähnten Videokurs für Investoren erst kürzlich das Skript erstellt habe für das Kapitel Steuern. Wie alle vom Finanzseminar wissen, habe ich zu Steuern ein maximal entspanntes Verhältnis. Aber mit einem schlauen Steuerberater an der Seite nütze ich gerne alle Möglichkeiten zur Senkung meiner Steuerlast aus, wenn sie mich nicht zu viel Nerven und Zeit kosten. Natürlich muss das legal sein und ich muss dem Finanzamt das Konzept plausibel vermitteln können, also wirklich begründen können. Es gibt viele wertschöpfende Gründe, die eine Steuerreduzierung rechtfertigen – die Gesundheit gehört auf jeden Fall dazu. Mag sich jeder auch ohne eigene GmbH vielleicht angeregt fühlen, die Steuerlast zu senken mit Rechnungen der unterschiedlichsten Art. Da geht viel mehr, als die meisten nützen, es braucht zuweilen nur eine gute Idee.

Beim nächsten Podcast löse ich nun auf, was Zwiebelschalen mit Reichtum zu tun haben. Es war nicht geplant, dass diese Hamsterrad-Podcast-Reihe fast 20 Folgen bekommt, aber so kann das passieren: Verlangst du vom Leben auch nur einen Fingerhut Fülle und Reichtum, wirst du mit der Gießkanne übergossen.

Dem vorliegenden Podcast und dem famosen Bertrand Piccard angemessen, verabschiede ich mich zum zweiten Mal, auch wenn Deutsche immer verlieren, wenn sie versuchen, das Schweizerische zu imitieren:

Salut und uf Wiederluege

 

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