#87 2023 – Geburtsjahr spannender Gelegenheiten für Investoren

Podcast-Dauer: 34:43 Minuten

Shownotes:

Norwegischer Staatsfonds und seine Ethikrichtlinien:

Martha trifft Hollywood-Star Kate Winslet

 

Über Investitionen, Staatsfonds und weiche Faktoren

Der Wohlstandsbildner-Podcast – die Plattform für finanzielle Bildung und ein reiches Leben, in dem es um mehr Geld geht und noch so viel mehr.

Eine kleine Erweiterung meiner Podcasts will ich heute gleich zu Beginn vorstellen, nämlich eine akustische: Zukünftig werde ich in den Podcasts mehrere Themen unterbringen, wenn es sich anbietet; und diese Themen müssen nichts miteinander zu tun haben. Wie bisher wird es Besprechungen ganz auf ein Thema zentriert geben, doch auch eine Zusammenstellung verschiedener, kontrastierender Inhalte soll möglich sein und so noch mehr Vielfalt und Abwechslung mit reinbringen.

Sobald so ein Themenwechsel ansteht, will ich das zu erkennen geben mit einer musikalischen Übergangseinspielung, die zwischen 7 und 20 Sekunden dauern kann, von fröhlich-klassisch bis technosound-rockig, und dann geht es direkt mit der Überschrift des neuen Kapitels weiter. Legen wir mal gleich damit los:

2023 – Geburtsjahr spannender Gelegenheiten für Investoren oder: Wie ich mir meine eigenen Vermögensanlagen stricken darf

In den Jahren 2019  bis 2022 wurde die Investorengemeinschaft der Wohlstandsbildner reicht beschenkt mit Investmentchancen. Es gab nie einen Mangel an Gelegenheiten, höchstens einen Mangel an Geld für all diese Gelegenheiten. Wir haben trotzdem mit dem, was zusammengekommen ist – eine etwas höhere 2-stellige Millionenzahl –, die Wertschöpfungsketten aller vier Säulen gehörig stärken und voranbringen können. Doch die Ideen gehen uns nicht aus, der Bedarf an Kapital bleibt groß.

Alles andere wäre auch verwunderlich gerade in dieser Zeit: gestörte Lieferketten, auch, wenn es sich etwas gebessert hat, der Krieg im Osten, Konsumzurückhaltung wegen der Inflation, Versorgungskrise mit Energie, riesiger Mangel an Wohnraum, hunderttausende offene Arbeitsstellen, die enormen Geldabflüsse durch die Corona-Lockdowns, wuchernde Gesundheitskosten, steigende Leitzinsen – all das braucht viel Geld, das der Staat schon lange nicht mehr hat. Daher bleibt es dabei: Es sind tolle Zeiten für Investoren, deren Kapital das bringt, was sich alle wünschen: nämlich Lösungen, Entspannung, Bewegungsfreiheit, Entwicklung und Expansion. Und damit für uns schön steigende Nettoinventarwerte und Renditen.

Liquidität in Zeiten hoher Inflation ist wichtig – auch, wenn es weh tut

Gleichwohl gilt, ich kann da auch mich als Beispiel nehmen, wie jeden anderen auch: so schön es ist, die freie Auswahl an Beteiligungsdelikatessen zu haben – irgendwann ist die eigene Kasse für Investments erschöpft; da musste ich selbst aufpassen, nicht zu ungestüm auf meine Rücklagen zuzugreifen. Ausreichend viel Liquidität ist ein hohes Gut, auch oder gerade in Jahren hoher Inflation. So zwei Jahre ganz ohne neue Investmentangebote, das hätte mir auch gefallen, um neues Kapital aufbauen zu können, sei es durch operatives Einkommen oder durch die Rückflüsse aus bestehenden Anlagen.

Daraus wird wohl nichts. Nach etlichen Gesprächen mit Anwälten, Kapitalverwaltungsgesellschaften, Emittenten und teils milliardenschweren Co-Investoren zeichnet sich ab, dass uns auch in diesem Jahr 2023 spannende Sachen ins Haus kommen. Details kann ich noch keine nennen, die sind nämlich gerade in Arbeit und werden sich eh noch verändern. Dabei bin ich wie nie zuvor in der komfortablen Lage, mir gerade mehrere feine Investitionen selbst zurechtstricken zu können, designen zu können nach den Bedürfnissen der Wohlstandsbildner-Strategie; und das hat einen erfreulichen Grund:

Die Wohlstandsbildner als gern gesehene Investoren mit der Kapitalkraft einer Investorengemeinschaft

Die vereinte Kapitalkraft der Wohlstandsbildner hat sich herumgesprochen unter ein paar Managern von Beteiligungsgesellschaften. Die kommen nun und flöten mir ins Ohr: „Wir freuen uns sehr über die gute Zusammenarbeit, die wir gerne vertiefen möchten. Natürlich sind wir auch weiterhin an den Millionen der Wohlstandsbildner interessiert. Daher die Frage an Sie, Herr Ogger: Wie müsste eine für Ihre Strategie ideale Vermögensanlage aussehen?“

Und schon saß ich am Schreibtisch und habe herumgespielt mit Zielinvestments, die mir noch gefallen würden, etwa zur Verbreiterung der 2. und 3. Säule, mit Wunsch-Laufzeiten, Exitszenarien, Sonderkündigungsrechten, Vorabausschüttungen und natürlich mit Renditen, ganz im Sinne der Frage „Welches Schweinderl hätten’s denn gern?“

Doch Geldmengen sind nicht alles. Was in den Gesprächen mit den diversen Emittenten auch wohltuend ist: Es ist nicht nur unser Geld, das geschätzt wird! Wohlstandsbildner, die in den jeweiligen Verwaltungen anrufen oder auf Jahreshauptversammlungen sitzen, werden immer gerne gesehen mit ihrer umgänglichen, interessierten und vor allem wertschätzenden Art. Dieses Kompliment gebe ich gerne weiter an alle, die sich nun angesprochen fühlen dürfen.

Geldanleger, wie man sie als Emittent nicht dabei haben will

Solche Investoren sind der Traum einer jeden Beteiligungsgesellschaft. Das geht soweit, dass jetzt sogar ein Emittent eine bestehende Personengesellschaft auflösen will, um von einigen Personen in dieser Gesellschaft loszukommen, die ihm das Leben als geschäftsführender Komplementär zur Hölle machen.
Das sind dann typischerweise Anleger, die

  • von allen Investoren am wenigsten Geld einbringen, aber am lautesten kundtun, wie die Dinge zu laufen haben
  • die ständig kritisieren und eine Verwaltung irre machen mit nutzlosen Sonderwünschen,
  • die bei Jahreshauptversammlungen laut werden und mitunter die Contenance verlieren, als würde sich um genau ihre Vermögensanlage die Erde drehen müssen.
  • Das sind auch Anleger, denen man Monate hinterlaufen muss, um für irgendetwas eine Unterschrift zu bekommen, aber wenn sie was wollen, muss alles in einer Stunde erledigt sein, und
  • es sind oft Leute, die in ihrer Kritik die handelnden Personen persönlich angehen und schnell beleidigend werden. Und das auch, man höre und muss gar nicht staunen, wenn ganz ordentliche Gewinne erwirtschaftet werden. Daran sieht man, dass es hier meist nicht um die Sache geht, sondern um neurotische bis psychotische Anwandlungen, die man mit Investments auszuleben versucht, anstatt einen Psychotherapeuten aufzusuchen.

Feinste Investitionen zur Stärkung von Säulen I und II

Zurück zu meinem Schreibtisch und den schönen, lukrativen Dingen, die ich da entwerfen darf. Unser Portfolio wird also nach und nach Zuwachs bekommen mit womöglich einigen Angeboten. Ich hoffe, sie in den nächsten Monaten vorstellen zu können. Inhaltlich geht es um eine Entwicklungsimmobilie mit hohem Infrastrukturwert, weil sie drei verschiedene Zielinvestitionen mit sich bringt; dann hoffe ich, dass wir bald – flexibler als je zuvor – in die profitabelste Form von Gewächshäusern investieren können; im weiteren Verlauf des Jahres könnte es eine ganz interessante Option geben für jene, die Anteile unserer Wasser-Wertschöpfungskette haben möchten; und außer Konkurrenz läuft ein Kurzläufer, mit dem man in 2-4 Jahren Laufzeit womöglich eine ungewöhnlich hohe Rendite einfahren kann – und das kurioserweise mit einer Anlageklasse, die weltweit für die sicherste überhaupt gilt.

Warum sich hohe Renditen und hohe Sicherheit sich nicht ausschließen, sondern einander bedingen

Bei diesen beiden Stichworten: hohe Rendite und sicherste Anlagenklasse – da springen mir wieder sämtliche Ökonomen und andere Finanzstudierte ins Gesicht: Hohe Rendite und hohe Sicherheit gibt es nicht. Dabei widerspricht sich das in keiner Weise, wie in den vielen vergangenen Folgen des Podcasts zum Ausdruck kam, hoffe ich. Aber für die neuen Hörer nochmals in Kurzform, weil es zur DNA der Wohlstandsbildner-Strategie gehört:

Ja, in der Zinswelt ist ein hoher Ertrag gekoppelt an ein hohes Risiko. Warum ist das so? Weil der, der Zinsen bekommt, sein Geld nicht direkt investiert, sondern nur verleiht an eine Institution wie an einen Staat, an ein Unternehmen oder an eine Bank. Wenn die Bonität des Gläubigers nun schlecht ist und der Geldverleiher fürchten muss, dass er seine Leihgabe nicht mehr wiedersieht, wie z. B. mit Staatsanleihen von Kolumbien, der bekommt für das Risiko einen Zuschlag und damit auf einen mords Zins von 8-11 %.

Wohlstandsbildner aber bewegen sich wie institutionelle Investoren nicht in der Zinswelt, sondern in der Ertragswelt. Und dort kann man viele Gründe finden für hohe Renditen, ich nenne das Plausibilitätskriterien. Davon gibt es rund 50. Zum Beispiel: Ein Grund für hohe Renditen kann sein, dass ich früh im zeitlichen Verlauf einer Wertschöpfungskette eingestiegen bin. Ist doch auch klar: Wenn ich die Gründungsphase eines Unternehmens wie Microsoft mitfinanziert habe und bis heute ein kleines Bisschen mitverantwortlich bin, dass Milliarden Menschen mit Windows, Teams und den Office-Programmen arbeiten, dann bin ich an einer enorm langen Strecke der Wertschöpfung beteiligt, und das spiegelt sich in der Anzahl meiner Anteile und in deren Wert.

Klar war es 1975 zur Gründungszeit ein hohes Risiko, sich an einem Unternehmen zu beteiligen, das unbekannte Kumpels namens Bill Gates und Paul Allen hochziehen wollten. Wenn mir damals die Kriterien für die Plausibilität des Unterfangens nicht gereicht haben sollten, hätte ich ja warten können mit meinem Einstieg, etwa bis zum Börsengang 1986. Dann habe ich 11 Jahre Wertschöpfung verpasst, die gezeigt hat, dass Microsoft eine Erfolgsgeschichte war. Diese Wertschöpfung hätte ich damals bezahlen müssen mit 21 Dollar pro Aktie, ganz am Anfang hätte ich nur 7 Cent bezahlt. Es hätte sich trotzdem gelohnt, denn aus einem 1000-Dollar-Investment wären bis heute über 1,4 Mio. Dollar herausgekommen. Das wären 140.000 % Rendite bzw. fast 23% im Schnitt 36 Jahre lang.

So etwas gibt es nur in der Ertragswelt, und dort jeden Tag. Wir bekommen es nur nicht mit, weil wir entweder die Zeiträume zu kurzfassen oder weil wir völlig in der Zinswelt gefangen sind, die uns jedes unternehmerische Denken abgewöhnt hat. Einfach zusammengefasst, und auch für die Profis hier kann die Wiederholung einer mächtigen Investorenweisheit nicht schaden:

In der Zinswelt steht eine hohe Rendite für hohes Risiko.
In der Ertragswelt steht eine hohe Rendite für hohe Plausibilität.

Wer das noch an anderer Stelle vertiefen möchte, der wartet bitte auf den März-Podcast, da verweise ich auf eine Gelegenheit, zu der ich das Thema live anspreche.

Ok, soweit nur andeutungsweise von den spannenden Investmentgelegenheiten im Jahr 2023. Wenn alle Details stehen und die Angebote von allen staatlichen Instanzen bewilligt wurden, melde ich mich. Einen offiziellen Verteiler wird es nach wie vor nicht geben, heißt: Zuerst erfahren Absolventen des Finanzseminars und bestehende Investoren davon und werden zu den Vorstellungskonferenzen eingeladen, die wir in bewährter Weise per Zoom durchführen. Später kann es gut sein, dass ich auch hier in den Podcasts darüber berichte und jeweilige Fortschritte dokumentiere.

Über weiche Faktoren als harte Währung für die Prüfung von Investitionen

Immer wieder habe ich in vergangenen Podcasts über – wie ich sie nenne – weiche Faktoren gesprochen, die unverzichtbar sind für einen gelingenden Vermögensaufbau. Weiche Faktoren sind schwer messbar oder bezifferbar – und doch machen sie den Unterschied aus.

Beispiele für weiche Faktoren sind:

  • ob Gegensätzlichkeit innerhalb der Investitionen gegeben ist, damit sie auch Gegensätze verkraften können,
  • in welchem Maß die Dinge verständlich und händelbar sind,
  • welchen Anteil mein Vermögensaufbau an Zeit und Lebenskraft verschlingt oder ob er mir irgendwann Zeit und Kraft verschafft,
  • in wieweit die Investments meinem Anspruch an Exzellenz entsprechen und – als übergeordnete und immer letzte Instanz –
  • in welchem Maße das, was mit meinem Geld passiert, mit mir zu tun hat, mich wenigstens in seiner Grundausrichtung repräsentiert und demonstriert, worum es mir im Leben geht.

Checkliste für Investments: Die 7 Spotlights eines ausgewogenen Portfolios

Komprimiert wie nirgends sonst fasse ich diese weichen Faktoren zusammen in den 7 Spotlights eines lebendigen, ausgewogenen Portfolios. Diese weichen Faktoren empfehle ich dabei wie als Checkliste vorzunehmen. Die Dinge mit ihr zu beleuchten ist viel präziser, als nur mit Zahlen, Daten und Fakten zu kommen; die sind im Vergleich so eindimensional und morgen vielleicht schon überholt, während aus den weichen Faktoren das besteht, was immer war und was je sein wird – nämlich das, was unser Leben trägt und leichter macht.

Deshalb werde ich immer wieder auf Begriffe zurückkommen, wie sie in der traditionellen Finanzwelt ungewöhnlich sein dürften: etwa Entscheidung und Unentschlossenheit, Momentum und Kohärenz, Volatilität und Widerstand, Resonanz, Polarität und Kontrast. All diese übergeordneten Faktoren formen und definieren unser Leben und deshalb auch jedes einzelne Investment, das Teil unseres Lebens wird.

Warum weiche Faktoren wenig mit Philosophie, aber viel mit Plausibilität zu tun haben

Erst vor ein paar Tagen offenbarte mir ein Wohlstandsbildner, dass er sich wundere, es aber auch schätze, wie ich in einem Finanzpodcast derartige „philosophische Betrachtungen“ unterbringe, wie er es genannt hat. Na ja, ich habe das mal so stehen gelassen. Aber das hier „Philosophie“ zu nennen, das ist so ein Etikett, das einen Inhalt schnell in eine gewisse Schublade steckt – so ähnlich wie das Wort „Spiritualität“ – ein Wort, das toll klingen soll, aber eigentlich ein total nebliger Begriff ist und mit dem ich noch nie viel anfangen konnte; denn wer von Spiritualität spricht, soll mir mal irgendetwas zeigen, was nicht spirituell wäre, wenn er den Begriff wirklich in seiner Tiefe erfasst hat. Oder das Wort „Esoterik“, einst ein ebenso tiefgründiges Wort zur Benennung von inseitigen Vorgängen, das nun aber durch unsere einseitige exoterische Ausrichtung alles bezeichnet, was nicht immer ernst zu nehmen ist, umgeben von Räucherstäbchen und Anti-Elektrosmog-Abwehrpyramiden.

Diese weichen Faktoren haben für mich nichts zu tun mit Philosophie als persönliche Betrachtungsweise, als etwas, das man so sehen kann, aber eben auch anders. Nein, weiche Faktoren erschaffen und strukturieren unser Leben, und die Physik, vor allem die Quantenphysik, tut sich bis heute schwer, Worte für diese nicht quantifizierbaren und daher dunklen Faktoren zu finden, obgleich die Physik weiß, dass ohne diese dunklen Faktoren nichts geht; vielleicht heißen sie deshalb Dunkle Materie, Dunkle Energie oder Nullpunktfeld.

Für mich geht es, wenn wir über Wohlstandsbildung sprechen – klar –, um finanzielle Bildung und Vermögensaufbau, um mehr Geld für mehr Möglichkeiten. Dabei bin ich stolzer Wertschöpfer, äußerst renditeorientiert und nicht leicht zufriedenzustellen. Doch in diesem Podcast wird es gleichzeitig immer um mehr gehen als nur um Geld, weil Geld aus den gleichen Prinzipien heraus entstanden ist wie eine Toilettenschüssel, Lebensversicherung, der Zitronensäurezyklus oder die Doppelhelix unserer Gene. Tief genug reingeschaut ist das doch alles das Gleiche, weil alles aus einem Stoff, dem Urstoff. Da ist es doch praktisch, das größere Ganze, die Metaebene der funktionierenden Prinzipien zu verstehen, als sich immer im ausschließlichen Klein-Klein der Finanzwelt zu bewegen. Und diese weichen Faktoren, die sind für mich Metaebene.

Und: Mit dieser Betrachtungsweise hat man am Ende nicht nur ein besseres Werkzeug in der Hand für einen erfüllten Kontostand, sondern auch für ein erfülltes Leben. Und bei alledem will ich auch nochmals daran erinnern, wem ich in Geldfragen folge: institutionellen Investoren. Bei denen, wie ich sie kenne und schätze, ist ein Denken selbstverständlich, das Kontraste nicht nur aushält, sondern bewusst einpreist: knallharter Geschäftssinn und moralisch höchste Ansprüche gehören da zusammen. Profitabilität und Gemeinwohl widersprechen sich nicht. Gewinn ja, aber niemals um jeden Preis.

In den gegensätzlichen Dingen das Ganze zu entdecken, das finde ich spannend, dem will ich auf den Grund gehen, wohlwissend, in einem Leben dabei nur 10 Zentimeter voranzukommen. Der Marianengraben dieser Erkenntnis ist aber 11 km tief; egal, wieviel wir ergründen, es hört nie auf und wird letztlich immer Oberfläche bleiben – Hauptsache, wir bleiben nicht oberflächlich, denn grausam oberflächlich, das ist für mich die allgemeine Finanzindustrie, die sich vor lauter Profitstreben der absoluten Sinnlosigkeit hingegeben hat, in der gar nichts mehr zu ergründen ist. Oder sieht das jemand anders etwa bei Themen wie Hochfrequenzhandel, das Herumgeschiebe von Aktien an der Börse allgemein, oder das mehrmalige Verticken von Schulden in wahrlich toxischen Finanzprodukten, was auch zur Subprime-Krise beigetragen hat? Wo ist da der Sinn? Der einzige Sinn, ist hier Profit, der eingefahren wird mit Unsinn, der naiven Menschen verkauft wird.

Ob Kapitalisten oder Spiritualisten – Wohlstandsbildner kann jeder werden

Für mich aber spiegelt sich im Vorgang einer sinnergebenen Geldvermehrung das ganze Leben. Wer Freude hat an dieser erweiterten Form der finanziellen Bildung, der ist hier richtig. Wer für möglich hält, dass alles, was ist, irgendwie auch mit Vermögensaufbau zusammenhängen kann, der wird sich hier nicht langweilen.

Mir sind dabei lupenreine Kapitalisten herzlich willkommen, wenn sie gleichzeitig die Grenze wahren, wo die eigene Rendite andere schädigt. Mit Leuten, die ein Schild auf der Stirn vor sich hertragen mit der Aufschrift „Ich will mithelfen, dass die Welt ein schönerer Ort wird für alle“- mit denen komme ich bestens klar, solange sie Geld für eine segensreiche Erfindung halten. Und mir kann auch der Oberwohlfühler zuhauchen „Andreas, mit Zahlen und Prozenten habe ich es nicht so. Ich vertraue da einer höheren Kraft und prüfe das mit CQM“ – ja von mir aus. Aber Hauptsache, er ist entscheidungsfreudig und schickt mir einen Jahresbericht fristgerecht unterschrieben zurück. Das alles sind konstruktive Kontraste, wie ich sie mir wünsche in der Investorengemeinschaft der Wohlstandsbildner und überhaupt in der weltweiten Gemeinschaft aller wertschöpfenden Investoren.

Wie ein Billionär ethische Richtlinien beim Investieren berücksichtigt

Im Podcast 78 habe ich den Norwegischen Staatsfonds genannt als einen der institutionellen Investoren, dessen Tun ich unter anderem deshalb aufmerksam beobachte, weil er ein untrügliches Gespür für Megatrends hat. Dieser mehr als 1 Bio. Dollar schwere Investor folgt einem immer wichtigeren Megatrend, nämlich dem eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Geld und Geldanlagen. Deshalb hat sich selbst Ethikrichtlinien auferlegt. In denen steht unter anderem das hier, ich zitiere: „Der Staatliche Pensionsfonds (…) bringt zwei oberste Verpflichtungen mit sich: eine gute Rendite für zukünftige Generationen zu erwirtschaften und zugleich Investitionen in Unternehmen zu vermeiden, die zu grob unethischen Verhältnissen beitragen.“

Dass der Fonds das mit den unethischen Verhältnissen sehr ernst nimmt, hat er kürzlich wieder bewiesen auf eine für mich beeindruckende Weise. Mehrere Medien haben darüber berichtet, einen Link dazu findet ihr in den Shownotes. Es geht um die Finanzierung von Israelischen Banken, bei denen der Staatsfonds mit über 500 Mio. Dollar eine wichtige Rolle spielt. Ob er diese Rolle aber weiterspielen will, das prüft er jetzt, denn:

Grob unethische Verhältnisse in einer Investition? Staatsfonds prüft Ausstieg

Es gibt den begründeten Verdacht, dass vielen Banken in Israel Kredite vergeben für den Siedlungsausbau in besetzten Palästinensergebieten. Und wie wir seit Jahrzehnten des Nahostkonflikts wissen, ist diese Besetzungspolitik Israels international höchst umstritten. Eine Vertreterin des Staatsfonds sagt deshalb: „Es geht bei unseren Richtlinien immer um die direkte Unterstützung einer rechtswidrigen Tat, in diesem Fall die Finanzierung des völkerrechtlich illegalen Ausbaus der Siedlungen.“ Zitat Ende.

Bei aller unüberschaubaren Komplexität des Konflikts könnte es also sein, dass der Siedlungsausbau durchaus zu grob unethischen Verhältnissen beiträgt im Sinne des Fonds, und deshalb wurde jetzt dem Finanzmanagement empfohlen, das weitere finanzielle Engagement zu überprüfen. Und wer verlautbaren lässt, dass er etwas überprüft, würde das nicht publik machen, wenn er nicht schon entschieden hätte, was passieren soll. Ich nehme an, dass die Banken vom Staatsfonds ausgeschlossen werden. So eine Überprüfung anzukündigen ist meistens nur ein diplomatischer Zwischenschritt, denn der Staatsfonds will nicht als unberechenbarer, impulsiver Investor dastehen, der plötzlich seine Gelder abzieht.

Die neu vereidigte Regierung um Benjamin Netanjahu bringt diese Ansage nun heftig ins Schwitzen, denn klar ist: Da geht es weniger um die 500 Mio. eines einzelnen Investors. Es geht um den exzellenten Ruf, den der Staatsfonds in aller Welt genießt, gerade auch wegen seiner Ethikrichtlinien. Zieht der sich jetzt aus den Banken in Israel zurück, wirft das einen großen, dunklen Schatten auf alle anderen, die diesen Banken weiterhin die Stange halten. Es käme also zu einer bedeutenden Kettenreaktion, wenn sich der Staatsfonds tatsächlich zurückzieht, bis hin zur Herabstufung des ganzen Landes in seiner Kreditwürdigkeit durch Ratingagenturen. Und dann hat dieses eh instabile Land mit seiner neuen ultrarechten, palästinenserfeindlichen Regierung ein sehr großes Problem; denn egal, ob extrem links oder rechts – wenn es ums Geld geht, zucken sie alle zusammen, und aus einst extremen Haltungen werden plötzlich konsensfähige, wie ja auch das Beispiel der italienischen Ministerpräsidentin Georgia Meloni zeigt.

Für mich sind hier 2 Punkte bemerkenswert:

  1. Der Norwegische Staatsfonds macht vor, wie ich es mir auch von jedem Kleinanleger wünsche: Ein Investor ist aufgefordert regelmäßig zu prüfen, ob sein Geld auch das tut und bewirkt, was es soll. Auch die höchsten, regelmäßigen Renditen sollten nicht einschläfern oder den Blick abwenden davon, wie diese Renditen zustande gekommen sind. Denn:
  2. Geld wirkt immer politisch, ob im Großen wie bei einem Staatsfonds oder im Kleinen wie bei uns Kleinanlegern. Sobald wir jemandem unser Geld überlassen, können wir uns nicht raushalten aus dem, was dieses Geld bewirkt. Die einen überfordert das und dann machen sie halt Mund, Augen und Ohren zu; die anderen empfinden das als Chance Einfluss zu nehmen.

Geld ist immer Macht und Einfluss, denn Geld durchdringt in unserer Welt alles und jeden. Es ist auf materieller Ebene ein Element, das exemplarisch dafürsteht, dass alles mit allem verbunden ist – und wenn zwischen mir und meinem Gegenüber noch vier andere Glieder in der Geldkette stehen – es entbindet nicht von der Verantwortung, was ich mit meinem Geld bewirke.

 

Wem das zu kompliziert ist, dem empfehle ich die Wohlstandsbildner-Strategie: denn zu einem der 7 Spotlights eines lebendigen Portfolios gehört die Weisung, dass die Verbindung zwischen meinem Geld und dem, was es bewirkt, möglichst direkt ist. Denn das gibt Einblick, Sicherheit und Kontrolle, um zu wissen, dass mein Geld nicht zum Mittäter wird bei Dingen, die ich nicht unterstützen möchte.

 

6 Gründe, warum Gewohnheiten und Routinen ein Gesundheitsfaktor sind

Ich erinnere an den Januar-Podcast in diesem Jahr 2023. Da lautete eine Empfehlungen für die Drei-Monats-Verpflichtung, zwei Mal pro Woche einen Termin mit sich selbst und seinem Geld zu machen für wenigstens 45 Minuten. Wer sich dafür entschieden hat, hat sich gleichzeitig bereit erklärt, eine neue Routine in seinem Leben zu etablieren für mindestens drei Monate.

Nun, das Wort „Routine“ klingt leicht nach Hamsterrad, Gewohnheiten, und die werden oft als langweilig empfunden. Diese Perspektive will ich erweitern und dafür werben, aus wichtigen Dingen sogar möglichst schnell eine Gewohnheit zu machen aus sechs Gründen:

  1. Eine Gewohnheit gibt Sicherheit, und wir alle lieben Sicherheit, weil sie unseren Gefühlshaushalt stabilisiert und ordnet. Deshalb sind Gewohnheiten gesund, denn sie stärken den Parasympathikus – unser vegetatives Nervensystem, das für Ruhe und Regeneration steht. Und die beiden sind wichtiger denn je in einer Welt, die unseren Sympathikus ständig heiß laufen lässt und diese Welt vielleicht auch deshalb immer mehr Krebs, Allergien, Depressionen und Burn out hervorbringt – alles Erscheinungen, die mit einem reduzierten oder zugrunde gerichteten Vegetativum einhergehen.
  2. Gewohnheiten lassen uns Dinge effizienter und müheloser erledigen; damit sparen und gewinnen wir Energie. Diese Energie steht dann wiederum für kreative und regenerative Prozesse zusätzlich zur Verfügung. Mit mehr Ruhe und Leichtigkeit mehr erreichen, wer träumt davon nicht? Gewohnheiten sind ein Schlüssel dafür.
  3. Wo eine Gewohnheit wirkt, muss ich nichts oder viel weniger entscheiden. Entscheiden und damit vielleicht auch den inneren Schweinehund überwinden muss ich nur solange, bis die Gewohnheit etabliert ist. Dann steht mir diese Entscheidungsenergie für andere Gestaltungsmöglichkeiten zu Verfügung, und das ist bedeutend, denn: Uns allen steht nur ein begrenztes Reservoir an Entscheidungskraft zur Verfügung, und das ist bei vielen schon wenige Stunden nach dem Aufstehen aufgebraucht. Wenn es aufgebraucht ist, dann entscheiden nicht mehr wir, wie unser Tag verläuft, sondern der Tag mit seinen typischen Wirren und Ablenkungen entscheidet, wie unser Leben läuft. Keine Kraft mehr zu haben für die wichtigen Entscheidungen, die uns erfüllen und glücklich machen, davor bewahren uns bewusst eingeführte Gewohnheiten.
  4. Routinen vermitteln ein Gefühl von Sinn und Glück. Viele denken, glücklich zu sein, wenn sie möglichst viel tun, um möglichst viel zu erleben. Das ist ein Irrtum.

Die Glücksforschung zeigt, dass glücklich macht, was wir möglichst gut machen. Es geht nicht ums viel Machen, sondern gut Machen. Und etwas gut machen wir dann, wenn wir es immer und immer wieder machen und das als etwas Befriedigendes und als etwas Neues erleben, weil wir Fortschritte sehen. Diese Gewissheit, etwas immer besser zu machen, leitet direkt über zu Grund Nummer

  1. Gewohnheiten, bei denen wir uns voll auf eine einzige Sache einlassen können, sind eine Abkürzung hin zu einem höchst glücklich machenden Zustand: dem sog. „Flow“. Das ist ein Begriff aus der Glückforschung, mit dem mittlerweile die meisten etwas anfangen können. Flow ist für mich die Krönung eines Momentums, Flow ist die Belohnung für Beharrlichkeit und Tiefgang; schöpferische Gewohnheiten kürzen den Weg zu dieser Belohnung bedeutend ab. Und
  2. schließlich zum erhebenden Abschluss dieser unvollständigen Aufzählung:

Eine Gewohnheit, die ich gerne ausübe, weil sie mir guttut, ist doch das Ergebnis einer einst getroffenen Entscheidung. Und jedes Mal, wenn ich in diese Gewohnheit eintauche und ich mich wohlfühle, bestätige ich, dass die damalige Entscheidung eine gute Entscheidung war. Und es gibt nur wenig, was dauerhaft zufriedener macht, als bestätigt zu bekommen, dass wir eine gute Entscheidung getroffen haben. Das stärkt wiederum die Entscheidungsfähigkeit für die Zukunft. Gewohnheiten sind also Einrichtungen, die uns wieder und wieder selbstbestätigen – und das zentriert uns, das macht stark und ruhig in einer Welt, die so sehr für Zerfaserung, Zersplitterung und Unruhe steht.

Und weil ich dieses Dauerbrennerthema rund um Entscheidungen so liebe, hier noch die berührende Anekdote eines Superstars:

Wie ein Superstar der Wirklichkeit befiehlt, was zu sein hat

Das war mal ein erhebendes kleines Video, dass viral ging auf sämtlichen Social-Media-Kanälen. Worum ging es? Um Martha, eine 12-jährige Jungjournalistin, die für die Kindersendung „logo“ im ZDF niemand Geringeres interviewen sollte als? Kate Winslet, die britische Schauspielerin, die zweifellos zu den ganz Großen ihrer Zunft gehört. Link des Interviews habe ich in die Shownotes gelegt.

Das ZDF hat den Anfang des Gesprächs leider weggeschnitten, dabei hat mich der mehr beeindruckt als das Interview selbst:

Martha sagt da nämlich zu Kate Winslet, dass es ihr erstes Interview überhaupt und sie ganz schön aufgeregt sei. Kate Winslet hat darauf auf eine ungewöhnliche Weise geantwortet. Sie beugt sich vor, geht also auf Augenhöhe mit dem Mädchen, nimmt es fest in den Blick und sagt auf Englisch, hier jetzt übersetzt:

„Du machst das zum ersten Mal? Pass auf: Wenn wir dieses Interview führen, wird das das tollste Interview aller Zeiten. Und weißt du, warum? Weil wir entschieden haben, dass es so sein wird. Wir haben gerade eben entschieden, dass das ein richtig fantastisches Interview wird. Und du kannst mich alles fragen, was du willst. Und du musst keine Angst haben, alles wird toll. Okay, let´s do it!“

Das war ich perplex. Da formt sich jemand die Welt auf eine Weise und Klarheit, wie man es sonst nur von erleuchteten Meistern kennt – so klar formuliert, nein: so eindeutig befohlen. Kate Winslet hat es gemacht, wie einer dieser Meister, von dem oft die Rede ist in unserem Kulturkreis; im Matthäus-Evangelium bei der Heilung der Blinden sagt dieser Meister: „Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen.“

Winslet hat niemanden um etwas gebeten und war sich unsicher, ob sie es bekommt oder nicht. Sondern sie hat das gewünschte Ergebnis befohlen, es stand für sie gar nicht zur Debatte, wie es kommt. Sie hat nicht gesucht, sondern entschieden, dass sie schon gefunden hat. Sie hat nicht um eine offene Tür gebeten, an der sie anklopft, sondern geglaubt, dass die Tür schon offen ist.

Und natürlich wurde es dann ein tolles Interview und für Martha eine Begegnung, die wohl ihr Leben verändert hat. So ein emotionales Erlebnis beeinflusst ein 12-jähriges Mädchen ganz gewiss, und es wurde von Kate Winslet liebevoll garniert mit Klarheit, großer Wertschätzung und ohne auch nur einen Hauch von „Ich bin ein Superstar“, was sie gerade deswegen zu einem macht.

Was auch immer unser Leben verändern soll – ob Geld, Gewohnheiten oder unerschütterliche Entscheidungsfreude: Hauptsache, wir glauben, dass all diese Dinge zu einem reichen Leben beitragen. Denn wer weiß? Vielleicht ist es ja dann auch schon so entschieden.

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